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Eintracht Frankfurt Ein Aufreger und eine Absage

 ·  Trainer Veh redet sich in Rage, weil einige die Eintracht schon wieder als Aufsteiger sehen. Manager Hübner plant derweil im Hintergrund - und stößt bisweilen an seine Grenzen.

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Armin Veh weiß, wie sich eine Fußballmannschaft zur Meisterschaft führen lässt. 2007 ist ihm dieses Kunststück als Trainer des VfB Stuttgart gelungen, als er mit seinem Team am Ende eines dramatischen Schlussspurts die Schale in der Hand hielt. Acht Spieltage vor dem Ende lagen er und die Schwaben dabei noch sieben Punkte in der Tabelle hinter Spitzenreiter Schalke 04 zurück. Mit der Eintracht hat der Coach nun ebenfalls vergleichsweise Großes vor, wenngleich er schon zufrieden wäre, wenn diesmal der zweite Platz rausspringen würde - denn auch der wäre in der zweiten Liga zum direkten Aufstieg ausreichend.

Von der guten Ausgangslage, die sich am Montag durch das 1:1 des Konkurrenten Fortuna Düsseldorf zum Abschluss des 26. Spieltags bei Energie Cottbus noch ein bisschen verbessert hat, lässt sich Veh nicht blenden - und er mahnte seine Leute und alle Beteiligten im Verein, sich nicht zu früh zu freuen: „Mir ist das alles viel zu euphorisch hier“, redete er sich beim Abgang vom Trainingsplatz fast schon in Rage. „Wenn ich höre, dass alles schon entschieden sei, nur weil wir fünf Zähler Vorsprung vor dem vierten Rang haben, lache ich mich kaputt.“

Es könnte sich bald was tun“

Auch der Tatsache, dass der FC St. Pauli als ein unmittelbarer Mitbewerber noch gegen Düsseldorf und Fürth antreten muss, dass also so oder so ein Kontrahent Federn lässt, konnte er nichts abgewinnen: „Das ist doch völliger Blödsinn. Wir sind gut beraten, nicht rumzurechnen, sondern auf uns selbst zu schauen.“ Veh war spürbar bemüht, Anspannung und Konzentration vor dem kommenden Auswärtsspiel gegen Union Berlin hoch zu halten. Er sagte, es gefalle ihm überhaupt nicht, wie in einigen Medien und im Umfeld der Eintracht schon der Eindruck vermittelt werde, es zeichne sich durch das vergangene Wochenende, an dem seine Elf beim 3:0 gegen Dresden beeindruckte, während St.Pauli, Düsseldorf, Paderborn und der TSV München 1860 Rückschläge erlitten, eine frühzeitige Entscheidung ab. „Pipifax“ seien solche Überlegungen, sagte Veh. Stattdessen gelte es, fokussiert zu bleiben: „Das müssen Frühlingsgefühle sein, dass manche denken, nur weil es wärmer geworden ist, steigen wir selbstverständlich auf“, regte er sich auf - und kam für sich zum Schluss: „Für mich ist das alles bloß ein Krampf.“ Die Partie in der Hauptstadt am nächsten Montag gegen einen Gegner, der nichts mehr zu verlieren habe und völlig befreit aufspielen dürfte, so mutmaßte er, könne sich als wegweisend entpuppen. Union ist äußerst heimstark, hat von 13 Auftritten im Stadion an der „Alten Försterei“ acht gewonnen und zudem zwei Unentschieden erreicht. Bei früheren Auftritten der Eintracht an Ort und Stelle ging es immer hoch her, Fanausschreitungen inklusive: „Wenn wir dort als Sieger vom Platz gehen, hätten wir einen weiteren Schritt gemacht, doch durch wären wir trotzdem noch lange nicht.“

Bruno Hübner, der Manager, kündigte derweil an, dass es im Laufe dieser Woche neben der erwarteten Unterschrift von Kapitän Pirmin Schwegler unter einen neuen Vertrag wohl eine weitere Personalentscheidung zu verkünden gibt: „Es könnte sich bald was tun“, deutete er an, ohne konkret werden zu wollen. Als möglicher Kandidat gilt Stephan Schröck. Der Deutsch-Philippine ist 25 Jahre alt und gehört noch bei Greuther Fürth zu den Stammspielern im linken offensiven Mittelfeld. Zerschlagen haben sich dagegen die Bemühungen, mit Sören Gonther einen gebürtigen Hessen an den Main zu locken. Der in Schrecksbach, einem Ort im Schwalm-Eder-Kreis aufgewachsene Profi des SC Paderborn, lehnte das Angebot der Eintracht ab. „Wir haben Gespräche geführt, aber ich denke, dass es woanders besser passt“, sagte der Fünfundzwanzigjährige im Gespräch mit dem „Hessischen Rundfunk“. Gonther, der mit St. Pauli vor einem Verhandlungsabschluss stehen soll, begründete die Absage unter anderem damit, dass die Frankfurter im Winter mit Martin Amedick und Heiko Butscher zwei weitere Verteidiger verpflichtet haben und er nicht „der fünfte Mann in der Abwehr“ sein wolle.

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Jahrgang 1974, Sportredakteur.

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