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Eintracht Frankfurt Diskussion über Gewalt im Fußball bisher ohne Ergebnis

Das vom hessischen Innenminister Boris Rhein (CDU) geforderte Alkoholverbot in Fußballstadien und weitere Maßnahmen zur Verhinderung gewalttätiger Ausschreitungen werden wohl vorerst nicht umgesetzt.

© Bergmann, Wonge Vergrößern Umstritten: Das vom hessischen Innenminister geforderte Alkoholverbot könnte daran scheitern, dass die Vereine nicht mitziehen.

Das vom hessischen Innenminister Boris Rhein (CDU) geforderte Alkoholverbot in Fußballstadien und weitere Maßnahmen zur Verhinderung gewalttätiger Ausschreitungen werden wohl vorerst nicht umgesetzt. Wie ein Sprecher der Frankfurter Eintracht, die als Verein ein solches Verbot realisieren müsste, auf Anfrage mitteilte, ist der Zweit-Liga-Klub „noch zu keiner abschließenden Meinung“ gelangt, ob ein Alkoholverbot und andere von der Politik geforderte Sanktionen sinnvoll seien. Derzeit liefen noch Gespräche mit den Verbänden und der Polizei.

Tatsächlich überwiegt bei dem Frankfurter Profi-Klub aber wohl die Skepsis gegenüber einem Alkoholverbot. Ein solches sei den Anhängern kaum zu vermitteln, heißt es intern. Im Übrigen müsse es dann im gesamten Stadion, also auch in den Logen gelten. Ebenso schwer umzusetzen sind aus Sicht der Verantwortlichen offenbar auch verschärfte Sicherheitsvorkehrungen wie striktere Kontrollen und personalisierte Dauerkarten. Diese werden vor allem von der Polizeigewerkschaft gefordert, um auffällige Gewalttäter schneller identifizieren zu können und um zu verhindern, dass diese trotz Sperre ins Stadion gelangen.

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Schon jetzt strenge Auflagen

Innenminister Rhein hat seine Forderung nach härteren Sanktionen gegenüber gewalttätigen Fußballfans unterdessen noch einmal bekräftigt. Dazu zähle nach wie vor auch ein Alkoholverbot, heißt es im Ministerium in Wiesbaden. Es sei erwiesen, dass Alkohol eine stark enthemmende Wirkung habe. Allerdings solle ein solches Verbot „anlassbezogen“ ausgesprochen werden, abhängig von der jeweiligen Gefahrenprognose, die die Polizei erstelle. Ein Alkoholverbot sei zum Beispiel für sogenannte Risikospiele denkbar - also Partien, bei denen verfeindete Fangruppen aufeinander treffen und Gewalttaten zu erwarten sind. Alternativ könne, so das Ministerium, Leichtbier mit geringerem Alkoholgehalt ausgeschenkt werden.

Aus Sicht der Deutschen Polizeigewerkschaft gehen die derzeitigen Restriktionen gegen Gewalttäter in Stadien nicht weit genug. Ein Alkoholverbot hält die Gewerkschaft für „sehr sinnvoll“, wie der Sprecher des hessischen Landesverbands mitteilte. Alle bisherigen Gespräche zwischen Polizei, Politik, Vereinen und Verbänden hätten gezeigt, dass man „noch weit entfernt von einer Lösung ist“. Es herrsche der Eindruck, als reagierten die Fußballvereine immer nur dann, wenn die Sponsoren drohten, abzuspringen - aber nicht, weil sie selbst Handlungsbedarf sähen. Die insbesondere von der Frankfurter Eintracht immer wieder propagierte „Selbstreinigung“ der Fangruppen funktioniere nicht. Im Gegenteil, die Gewaltspirale drehe sich immer weiter. Das habe sich beispielsweise beim Spiel der Eintracht gegen Kaiserslautern im Oktober vergangenen Jahres gezeigt, als ein Bundespolizist durch einen Pflasterstein so schwer getroffen wurde, dass er ernste Verletzungen an Kopf und Nacken davontrug.

Die Deutsche Fußballliga verwies am Dienstag auf Anfrage darauf, dass es schon strenge Auflagen und Sicherheitskriterien in den Stadien gebe; auch ein Alkoholverbot sei in der Satzung festgeschrieben. „Der Verkauf und die öffentliche Abgabe von alkoholischen Getränken sind vor und während des Spiels innerhalb des gesamten umfriedeten Geländes des Stadions grundsätzlich untersagt“, heißt es dort. Allerdings könne der Veranstalter „mit ausdrücklicher Einwilligung der örtlich zuständigen Sicherheitsorgane, unter maßgeblicher Einbindung der zuständigen Polizeibehörde“ ausnahmsweise „den Ausschank von Bier oder Getränken mit vergleichbar geringem Alkoholgehalt vornehmen“. Solche Ausnahmen sind offenbar zur Regel geworden.

Quelle: F.A.Z.

 
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