Home
http://www.faz.net/-gzg-75kxk
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

Eintracht Frankfurt Die Verteidiger des bedrohten Schatzes

Eintracht-Trainer Veh möchte seine besten Spieler gerne behalten, Sportdirektor Hübner soll sie zum Verbleib bewegen. Eine immer schwierigere Aufgabe.

© Heiko Rhode Vergrößern Ballspieler: Auf Distanz gehen Armin Veh und Bruno Hübner nur selten, allenfalls mal als Trainingsbeobachter in Abu Dhabi – ansonsten aber sind die beiden ein bestens eingespieltes Team.

Hört sich nach jeder Menge Arbeit an. „Viermal den Gegner alleine auf den Torwart laufen lassen - das geht nicht.“ Auch am Tag danach hat Armin Veh sein verschmitztes Lächeln auf den Lippen. Gleichwohl war der Trainer der Frankfurter Eintracht überhaupt nicht damit einverstanden, wie sich seine Mannschaft am Vorabend bei der 4:5-Testspielniederlage gegen den Al Jazira Klub präsentiert hatte. „Die erste Halbzeit war ja phasenweise super, wo wir unglaubliche Tore herausgespielt haben“, sagte er und dachte dabei vor allem an die beiden Geniestreiche von Alexander Meier. Der auch im neuen Jahr gefährlichste Frankfurter vollendete, was zuvor Stefan Aigner und Takashi Inui auf den Flügeln hervorragend vorbereitet hatten. Zwei Treffer, die an den letzten Hinrundenauftritt erinnerten, als die Eintracht mit dem VfL Wolfsburg Katz und Maus spielte und 2:0 gewann.

Ralf Weitbrecht Folgen:    

Und dann dieser Absturz. Eine zweite Halbzeit gegen die technisch überzeugenden Araber zum Vergessen; ein Rückkehrer, der schon durch seine Körpersprache signalisierte, dass ihm noch einiges fehlt, um seinen neuen alten Kameraden eine Hilfe zu sein. Marco Russ, nahezu an allen Gegentoren beteiligt, war der Verlierer des Abends - sieht man einmal von dem abermals enttäuschenden Spiel des kanadischen Stürmers Olivier Occean ab.

Mehr zum Thema

Hübner kann Perspektiven aufzeigen

Doch es gibt auch Gewinner. Spieler, die über den Tag hinaus bei der Eintracht und der erstklassigen Konkurrenz Eindruck machen. Spieler wie Sebastian Rode und Sebastian Jung. „Die werden von der halben Bundesliga gejagt“, sagte Bruno Hübner. Der Sportdirektor nahm sich am Montag während des Trainingslagers in Abu Dhabi die Zeit, um in einem Gespräch Möglichkeiten aufzuzeigen, wie sich der bislang so furios in der Bundesliga tummelnde Aufsteiger noch nachhaltiger positionieren kann. Dass Profis wie Jung und Rode dabei eine exponierte Rolle spielen, nimmt in Hübners Überlegungen großen Raum ein. Im Fall des Rechtsverteidigers Jung, der für 2013 eine Ausstiegsklausel mit vereinbarter Ablöse von 2,5 Millionen Euro hat, findet es der Sportdirektor „ganz normal, dass jetzt noch keine Unterschrift kommt. Ich kann das gut nachvollziehen, denn er muss sich entscheiden: Will er bei einem Klub wie Dortmund oder Bayern mehr Geld verdienen und es dabei in Kauf nehmen, auf der Bank zu sitzen, weil er an den Etablierten nicht vorbeikommt? Oder will er eine sportliche Perspektive haben?“ Hübner ist Realist genug, um zu wissen: „Wenn er sich fürs Geld entscheidet, haben wir sowieso keine Chance.“

Perspektiven aufzeigen: Das vor allem ist es, was Hübner machen kann. Um an das Tor zur Nationalmannschaft zu stoßen, hatte er unlängst gesagt, brauche man nicht zu einem finanzkräftigeren Klub wie dem VfL Wolfsburg zu gehen. „Die Eintracht ist Vierter - und wo stehen die?“ Im Sommer könnten die Zeichen auf Trennung stehen. Hübner, Veh und die beiden Vorstände Heribert Bruchhagen und Axel Hellmann kennen die entsprechende Optionsvereinbarung, die dies zulässt, nur zu gut. „Wir wissen aber auch, dass Sebastian Jung eine Affinität zu Eintracht Frankfurt hat“, sagte der Sportdirektor. Die hat im Übrigen auch der von Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen umworbene Sebastian Rode. Allein: Der 22 Jahre alte Mittelfeldrenner ist noch vertraglich bis zum 30. Juni 2014 an die Eintracht gebunden, „und ihn lassen wir auf keinen Fall gehen. Er ist unverkäuflich.“ Vorstandschef Heribert Bruchhagen steht mit seinem Wort im Wort.

1 | 2 Nächste Seite   |  Artikel auf einer Seite
 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Eintracht Frankfurt Der Konkurrent aus Aserbaidschan

Emil Balayev überzeugt die Eintracht beim Probetraining. Im Januar wird er seine Arbeit im Frankfurter Tor aufnehmen. Kevin Trapp sendet weiter positive Signale. Mehr Von Jörg Daniels, Frankfurt

16.12.2014, 08:32 Uhr | Rhein-Main
Die Kohl-Protokolle

Der ehemalige Kohl-Biograf Heribert Schwan und sein Co-Autor Tilman Jens haben frühere Gespräche ausgewertet und verstehen die Aufregung um das Buch nicht. Kohl habe immer gewusst, dass alles was er sagt, auch publiziert werde. Mehr

08.10.2014, 10:33 Uhr | Politik
4:4 gegen Berlin Meier krönt das Spektakel von Frankfurt

Irres Spiel in Frankfurt: Die Eintracht ist schon zweimal geschlagen und rettet sich in einem spektakulären Duell mit Hertha BSC zum Unentschieden. Der späte Held heißt natürlich Alex Meier. Mehr Von Marc Heinrich, Frankfurt

17.12.2014, 22:20 Uhr | Sport
CD der Woche: Zoot Woman Eine Band macht ernst

Popmusik als das Versprechen, ein anderer Mensch sein zu können, ohne es werden zu müssen: Zoot Woman sind zurück und haben mit Things Are What They Used To Be ein dunkles, unruhiges, intelligentes Album vorgelegt. Mehr

16.10.2014, 12:05 Uhr | Feuilleton
Eintracht Frankfurt Zeit für die ersten Abschiede

Kaum war der Rausch vom 4:4 gegen Berlin verflogen, geht es bei Eintracht Frankfurt um die Zukunft – die womöglich ohne Profis wie Kadlec, Flum und Rosenthal gestaltet wird. Piazon erhält Rückendeckung. Mehr Von Marc Heinrich, Frankfurt

19.12.2014, 06:29 Uhr | Rhein-Main
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 07.01.2013, 19:56 Uhr

Keine Brandmauer

Von Helmut Schwan

Die Stadt Frankfurt kann verdeckte Bordelle in Wohngebieten untersagen. Das bestätigt das Bundesverwaltungsgericht. Eine Brandmauer zwischen den Stadtvierteln wird es deshalb nicht geben - aus einem einfachen Grund. Mehr