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Eintracht Frankfurt Die Eintracht wünscht sich was

 ·  Gedankenspiele durch Zambranos rasche Genesung. Rückkehr von Russ ein Thema. Trapp sagt bei U21 krank ab, soll aber in der Bundesliga das Tor hüten.

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Armin Veh war in den vergangenen Tagen bei den alten Kumpels ein gefragter Mann. In Augsburg, wo der Frankfurter Fußball-Lehrer nach wie vor eine Wohnung besitzt, in die er sich in freien Momenten des Bundesliga-Alltags gerne zurückzieht, setzten viele Weggefährten auf ihre guten Kontakte zu dem Einundfünfzigjährigen - in der Hoffnung, über ihn an ein Ticket für einen besonders schönen Stadionplatz für das Spiel der Frankfurter gegen den FC Augsburg am Samstag (15.30 Uhr) zu gelangen. Der Trainer sah sich ständig mit neuen Anfragen konfrontiert und blockte die meisten Bitten schließlich ab, „weil ich ja kein Kartenverkäufer bin“. Auf die Partie gegen seinen Heimatverein, bei dem er offizielles Mitglied ist und für den sein Neffe Peter Stiller als Mannschaftsarzt arbeitet, ist Veh auch aus einem anderen Grund gespannt: Er will sehen, ob sein Team nach fünf Spielen, in denen nur vier Zähler heraussprangen, in der Lage ist, die Favoritenrolle anzunehmen und sich wieder einen Sieg zu verdienen. Unlängst, nach dem 0:2 beim FC Bayern, erhielten Veh und seine Elf viel Lob. „Gute Kritiken alleine nutzen aber nichts“, sagt er, „es ist ja nicht der Sinn des Spiels, nur gut auszusehen.“ Es sei an der Zeit, meinte der Coach, „dass wir anfangen, wieder zu punkten“. Ein Erfolg käme einem „Riesenschritt“ gleich.

Dazu bedarf es auch einer aufmerksameren Leistung in der Abwehr. Es sind die Innenverteidiger, die der Eintracht schon seit Saisonbeginn Kopfzerbrechen bereiten. Erst ganz zum Schluss der Sommerpause waren Vadim Demidov, Bamba Anderson, der zuvor nur aus Mönchengladbach ausgeliehen war, und Carlos Zambrano verpflichtet worden. In der Defensive haben die Frankfurter seitdem fast folgerichtig Abstimmungsschwierigkeiten. „Es ist fast ein Wunder, dass wir bei der kurzen Vorbereitung schon so gut harmoniert haben“, sagt Veh. Der Brasilianer Anderson und der Peruaner Zambrano kristallisierten sich als Stammbesetzung heraus, doch schon zweimal ist das Wunschpaar auseinandergerissen worden; zunächst fehlte Anderson wegen Krankheit, dann Zambrano wegen eines Zehenbruchs. Der Norweger Demidov wurde mal der Partner des einen, mal Nebenmann des anderen - jeweils mit bescheidenem Erfolg. Wenn die Eintracht nun auf Augsburg trifft, könnte das eingespielte Duo wieder gemeinsame Sache machen. Denn Zambrano meldete sich zurück. Zunächst am Dienstag nur zu einem lockeren Lauf mit Rehatrainer Michael Fabacher, am Mittwoch aber schon beim Übungskick im Kreis der Kollegen. Am 28. Oktober beim Auswärtsspiel in Stuttgart hatte sich der Dreiundzwanzigjährige nach einem Foul des VfB-Profis Cristian Molinaro einen Bruch des zweiten Zehs am rechten Fuß zugezogen. In den ersten Prognosen wurde eine Ausfallzeit von vier bis sechs Wochen befürchtet. Nun steht er nach zweieinhalb Wochen Zwangspause wieder auf dem Platz. „Es sieht gut aus“, sagte Veh. Gemeint waren die jüngsten Röntgenbilder, aber auch die Trainingseindrücke des Spielers. Freilich, so der Trainer, müsse abgewartet werden, wie der Zeh auf die wieder gesteigerte Belastung reagiere. Aber: Zambrano habe keine Beschwerden, ein Einsatz gegen Augsburg sei deshalb „nicht ausgeschlossen“.

Veh lehnte am Mittwoch jeden Kommentar zu der Sache ab

Mit dem Thema „Stärkung der Abwehrkräfte“ wird sich die Eintracht aller Voraussicht nach noch länger beschäftigen. Ein weiterer Innenverteidiger soll im Winter das Aufgebot verstärken - und ein Kandidat wurde bereits ins Visier genommen. Es ist ein alter Bekannter. Vom VfL Wolfsburg könnte Marco Russ zurückkehren, so die Überlegung des Frankfurter Sportdirektors Bruno Hübner. Im Sommer 2011 war der gebürtige Hanauer für eine Ablösesumme von drei Millionen Euro zu den Niedersachsen gewechselt, hatte in der vergangenen Saison dort 24 Spiele bestritten. In dieser Runde wurde er vom kürzlich entlassenen Trainer-Manager Felix Magath wie so viele andere auch aussortiert. Russ spielte bisher nicht ein einziges Mal in der ersten Liga, auch nicht unter Magaths Nachfolger Lorenz-Günther Köstner. Eine Rückholaktion wäre deswegen durchaus sinnvoll für alle Seiten: In Frankfurt hat Russ seine Tauglichkeit über viele Jahre bewiesen, die Integration in die Mannschaft würde vermutlich wenig Probleme bereiten, und die Wolfsburger könnten bei einem Leihgeschäft zumindest einen kleinen Teil des bezahlten Geldes zurück verdienen. Veh lehnte am Mittwoch jeden Kommentar in der Angelegenheit ab.

Torwart Kevin Trapp musste derweil sein Mitwirken am U-21-Länderspiel gegen die Türkei am Mittwochabend wenige Stunden vor dem Anpfiff absagen: Der 22-Jährige habe sich mit Magen-Darm-Problemen und Übelkeit krankgemeldet, teilte die Eintracht mit. Bis zum Wochenende werde aber fest mit seiner Genesung gerechnet.

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Jahrgang 1974, Sportredakteur.

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