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Donnerstag, 20. Juni 2013
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Eintracht Frankfurt Der Ruhepol

 ·  Trainer Armin Veh vermittelt nach außen Souveränität und zeigt nach innen mit vielen richtigen Entscheidungen beim Personal Stärke.

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Am Montagvormittag hatte die Frankfurter Eintracht noch acht „virtuelle“ Punkte Vorsprung vor dem Relegationsplatz in der Zweiten Fußball-Bundesliga. Dessen Schrumpfen auf fünf Punkte hatte Trainer Armin Veh vorhergesagt, hatte er doch mit einem Sieg von Fortuna Düsseldorf gegen den FC St. Pauli gerechnet. Am Abend waren es nach dem 0:0 dann sieben „echte“ Punkte Vorsprung vor Rang drei und gar neun vor Rang vier. Diese besondere Mathematik des Fußballs hat dem einen oder anderen bei der Eintracht ein Lächeln auf die Lippen gezaubert.

Für die Fans des Vereins, die sich mehr als 4000 Karten für das Auswärtsspiel beim MSV Duisburg an diesem Samstag besorgt haben, ist der Aufstieg sowieso ausgemachte Sache. Aber auch Spieler und Trainer sehen dem Endspurt mit zunehmender Zuversicht entgegen. „Natürlich war das Unentschieden von Düsseldorf gut für uns“, gibt Trainer Armin Veh zu, „sieben Punkte Vorsprung sind nun mal besser als fünf.“ Und Mittelfeldspieler Sebastian Rode, der nach überstandener Mandelentzündung wieder im Training steht, war „sehr zufrieden“ mit dem Resultat der Konkurrenz. „Wir müssen einfach nur weiter gewinnen“, beschreibt er die Stimmung in der Mannschaft, die zuletzt fünf Siege in Folge errungen hat.

Auch nach innen Stärke gezeigt

Vieles im Aufstiegskampf spricht vor den letzten sechs Spieltagen für die Frankfurter. Nicht nur der zunächst mühsam, zuletzt souverän herausgearbeitete Vorsprung, auch die eigene Form. Im Vergleich zu Düsseldorf und St. Pauli sind die Frankfurter im neuen Jahr die bisher eindeutig bessere, weil stabilere Mannschaft. Womöglich hat dies mit der Ruhe zu tun, die der Trainer ausstrahlt. „Am Ende kommt es auf die Nerven an“, sagt Armin Veh. Betont sachlich geht er seit vielen Wochen mit den Tagesereignissen um, hat sich durch die einzige Niederlage 2012, das überraschende 2:4 in Paderborn, ebenso wenig von seiner Linie abbringen lassen wie von den vielen Erfolgen. Veh lebt Ruhe und Souveränität vor. Einzige Ausnahme war seine bewusste, weil aus Überzeugung geborene Attacke gegen den Düsseldorfer Spieler Sascha Rösler vor dem Spitzenspiel im Februar. Die Fortuna und ihr bis dahin bester Stürmer reden noch heute davon, zuletzt wieder nach dem Spiel am Montag gegen St. Pauli. Veh schweigt längst zum Konkurrenten vom Rhein.

Doch Veh hat nicht nur nach außen Ruhe bewahrt, sondern vor allem nach innen Stärke gezeigt. Er hat die Trennung von Theofanis Gekas und Georgios Tzavellas im Winter forciert und im Gegenzug mit Heiko Butscher und Martin Amedick zwei erfahrene Abwehrspieler geholt, was nicht für jeden gleich ersichtlich war. Bis heute haben sich diese Maßnahmen als richtig herausgestellt. Trotz vieler Härtefälle sind zumindest öffentlich keine Differenzen innerhalb der Mannschaft bekanntgeworden. Spieler wie Thomas Kessler, Habib Bellaid, auch die Neuen Amedick und Butscher, Caio, Ümit Korkmaz oder Rob Friend, die mit ihren Einsatzzeiten deutlich hinter den eigenen Ansprüchen zurückgeblieben sind, stellen sich in den Dienst der Sache, die für alle nur Aufstieg bedeutet. „Wenn der Erfolg da ist, ist es immer harmonisch“, sagt Oka Nikolov, der seit bald zwanzig Jahren dabei ist und weiß, wovon er spricht.

Lauftraining für Matmour

Vermutlich wird der „ewige Oka“ in die Riege jener Eintracht-Legenden eingereiht, die in Zukunft per Foto auf den Säulen im U-Bahnhof „Willy-Brandt-Platz“ ausgestellt werden. Die Frankfurter Verkehrsgesellschaft VGF und die Eintracht haben die Aktion „Säulen der Eintracht“ ins Leben gerufen, in der die Fans aus 44 Spielern, die Kriterien wie mindestens vierjährige Vereinszugehörigkeit und eine bestimmte Anzahl von Einsätzen erfüllen müssen, und vier Trainern die beliebtesten elf Spieler aller Zeiten und den beliebtesten Trainer im Internet wählen können. Unter anderen sind Egon Loy, Jürgen Grabowski, Bernd Hölzenbein, Karl-Heinz Körbel und Friedel Lutz nominiert. Die vier Trainer zur Auswahl sind Paul Oßwald, Dietrich Weise, Jörg Berger und Friedhelm Funkel. Vom aktuellen Team steht nur Nikolov zur Wahl.

Beim Training hat der bald 38 Jahre alte Torwart am Montag und Dienstag wegen leichter Wadenprobleme gefehlt, der Einsatz beim Spiel in Duisburg soll nicht gefährdet sein. Alle anderen zuletzt leicht angeschlagenen Spieler, Pirmin Schwegler, Amedick, Mohamadou Idrissou und Sebastian Rode, haben schon wieder mitgespielt. Und Karim Matmour, der sich mit einer Prellung plagt, konnte Lauftraining absolvieren.

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