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Eintracht Frankfurt Der „Lange“ wächst

 ·  Je älter, desto besser: Alexander Meier spielt schon seit 2004 bei der Eintracht. Derzeit befindet sich der Torjäger in der Form seines Lebens. Ohne ihn ist der Frankfurter Aufschwung undenkbar.

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Alles eine Frage der Einstellung. Es ist kein Zufall, dass Alexander Meier oft der Letzte ist, der den kurzen Spaziergang zurück in die Unterkunft antritt. Während einige Mitspieler schon unter der Dusche stehen, um sich nach den Übungen und Spielformen auf dem piekfeinen Fußballplatz des Emirates Palace Hotels frisch zu machen, schiebt Meier in den Tagen unter arabischer Sonne so manche Extraschicht. Dann lässt sich der erfolgreichste Torschütze der Frankfurter Eintracht beispielsweise von Christian Kolodziej Bälle zuwerfen und spielt sie dem Konditionstrainer perfekt zurück. Mal mit dem Spann, mal mit der Innenseite. Doch das ist eigentlich egal. Meier verfügt über eine ausgesprochen feine Fußballtechnik.

Das Hoch, das sich seit Saisonbeginn beständig über der Eintracht gebildet und gehalten hat, ist eng mit ihm verknüpft. Ohne Alexander Meier, da muss man kein Mathematiker sein, würde der freche Frankfurter Aufsteiger nicht dort stehen, wo er tatsächlich steht: auf Tabellenplatz vier, punktgleich mit Meister Dortmund. Typisch Meier aber: Weder für ihn noch für die anderen Mannschaftskollegen ist dies ein Grund, um abzuheben. „Wir haben noch nichts erreicht“, sagt er nicht nur in Frankfurt, sondern auch jetzt im Wintertrainingslager in Abu Dhabi.

Übermut tut selten gut

Meier hält nichts davon, das sportlich erfreuliche Zwischenzeugnis über alle Maßen zu loben. „Das bringt doch nichts“, sagt er. „Mir geht das zu schnell. Lasst uns doch erst mal den Klassenerhalt schaffen. Wir wollen die vierzig Punkte erreichen. Das ist unser großes Ziel. Danach sehen wir weiter. Alle wissen, dass sie hart arbeiten müssen. Keiner bei uns ist sich zu schade, den Fehler eines anderen auszubügeln und für ihn zu laufen.“ Meier, ein Ausbund an Fleiß, Eifer und Laufbereitschaft, befindet sich in der Form seines Lebens. Was er auch derzeit anpackt: So gut wie alles gelingt ihm. Auch die Sache mit dem Toreschießen ist fast so verlässlich wie die Beginn der Acht-Uhr-Nachrichten. Elf Treffer insgesamt sind es schon, die der lange Norddeutsche für die Hessen in der Hinrunde erzielt hat. Mal eins, oft aber auch gleich doppelt. Dreimal schon, bei den Siegen in Hoffenheim (4:0) sowie zu Hause gegen Freiburg (2:1) und Augsburg (4:2), schlug Meier eiskalt zu und zeigte sein großes Können.

„Alex kann nur Doppelpack“, sagte Kapitän Pirmin Schwegler nach dem letzten Coup. Doch es geht noch besser. In den Vereinigten Arabischen Emiraten hat „Doppelpack-Meier“ sogar dreifach getroffen. Bei der 4:5-Niederlage gleich am ersten Arbeitstag in Abu Dhabi war der „Lange“, wie ihn die Mitspieler nennen, der überragende Mann. Und auch am Freitag beim 2:3 gegen Borussia Mönchengladbach war es Meier, der nach einer Maßflanke von Sebastian Jung mit dem Kopf seine Klasse unterstrich.

„Das war die klügste Entscheidung meines Lebens“

Seit 2004 schon spielt Meier für die Eintracht. „Nach Frankfurt gegangen zu sein, das war die klügste Entscheidung meines Lebens“, sagte er unlängst. Bei den Hessen hat sich der Niedersachse mit hanseatischen Wurzeln zu einer unverzichtbaren Größe entwickelt. Rückschläge, wie langwierige Knieverletzungen, steckte er ebenso weg wie unflätige Rufe von den Tribünen. Dass sich die Anhänger in diesen Tagen und Wochen über einen bärenstarken Meier in blendender Verfassung freuen dürfen, ist ein Stück weit auch das Verdienst von Armin Veh. Als in der Aufstiegssaison Spielführer Schwegler wegen einer Zehenverletzung längere Zeit nicht spielen konnte, machte der Coach Meier zum Kapitän. „Diese Rolle hat er sofort sehr gut angenommen“, sagt Veh. „Da hat Alex noch mal einen großen Sprung gemacht und ist auch als Persönlichkeit gereift. Innerhalb der Mannschaft genießt er seitdem eine andere Akzeptanz.“

Armin Veh ist sicher: „Das ist der Break für ihn gewesen. Denn ein guter Spieler, das war er schon immer.“ Einer, mit dem Veh schon in seinem Stuttgarter Meisterjahr gerne zusammengearbeitet hätte, ihn aber nicht bekommen hat. Meier hielt der Eintracht die Treue - und will dies auch weiterhin tun. „In Frankfurt fühle ich mich wohl“, sagt Meier. Sein Vertrag läuft noch bis 2014, und wenn er am 17. Januar dreißig wird, gehört er noch lange nicht zum alten Eisen. Je älter, desto besser: Auf Alexander Meier trifft dies wirklich zu.

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