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Eintracht Frankfurt Der Joker als Retter

Stefano Celozzi, der kleine Frankfurter Fußballprofi, hält bei der Nullnummer in Freiburg zweimal klärend den Kopf hin und bewahrt damit die Eintracht vor einer Niederlage.

© WITTERS Vergrößern Fußball mit Köpfchen: Eintracht-Profi Stefano Celozzi macht beim 0:0 in Freiburg sein bestes Spiel für Frankfurt.

Von der Auswechselbank ins Rampenlicht. Für Stefano Celozzi hat es sich gelohnt, dass Trainer Armin Veh die Mannschaft umbauen musste. Denn für den 24 Jahre alten Verteidiger mit offensiver Ausprägung bedeutete dies: endlich wieder in der Startelf. Ein eher seltener Moment, denn bei der Nullnummer im Breisgau war Celozzi erst zum zweiten Mal in dieser Bundesligasaison erste Wahl bei der Frankfurter Eintracht. Doch es hat sich gelohnt, auf die Dienste des Schwaben im Team der Hessen zu setzen. In der taktisch für die Partie beim SC Freiburg angeordneten ungewohnten Mittelfeldraute machte der Günzburger Celozzi auf der halbrechten Außenposition sein bestes Spiel, seitdem er für die Eintracht am Ball ist.

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Aufmerksam beim Aufbau, geschickt beim Einschalten in das Angriffsspiel - vor allem aber: perfekt positioniert in höchsten Gefahrenmomenten. Es war die 65. Minute, die Celozzi über den frostig-kalten Fußballabend in Freiburg hinaus nicht vergessen dürfte. Zweimal stand er am sogenannten langen Pfosten. Zweimal griff er klärend mit dem Kopf für den schon geschlagenen Torwart Kevin Trapp ein. Dass Celozzi damit eine mögliche Frankfurter Niederlage im Spitzenspiel beim Tabellenfünften verhinderte, war ihm schon bewusst. Sich dafür aber über Gebühr loben lassen, das wollte er nicht. Es wäre ihm im Gegenteil peinlich gewesen, „denn ich habe doch nur meinen Job gemacht“.

Celozzi nutzt seine Chancen vor erstklassigem Publikum

Als gefragter Gesprächspartner in der alles andere als erstklassigen Freiburger Interviewzone erklärte Celozzi die Frankfurter Selbstverständlichkeiten. „Es war klar abgesprochen und eingeteilt, dass ich dort zu stehen habe. Wenn ein Ball dorthin kommt, habe ich ihn wegzuköpfen“, sagte er. Verbale Unterstützung erhielt der in Freiburg kleinste Eintracht-Profi an seinem wohl größten Fußballabend vom nicht minder starken Trapp. „Das war eine gute Leistung von Cello“, lobte der zwei Jahre jüngere Torsteher. „Er hat da zu stehen, und er hält genau im richtigen Moment den Schädel hin.“ Auch Trainer Veh war von Celozzis Auftritt angetan. „Er hat das gut gemacht“, sagte der Eintracht-Coach über die neunzig gezeigten Minuten. Überrascht freilich hat es ihn nicht. „Stefano trainiert ja auch fleißig und ist physisch fit.“

Drahtig, wendig, mannschaftsdienlich. Celozzi weiß, dass er nur wenige Chancen erhält, sich dauerhaft vor erstklassigem Publikum zu empfehlen. Die Partie in Freiburg war zwar sein 17. Saisonspiel - aber erst das zweite, das er von Anfang bis Ende erleben durfte. Zuvor war es das gewonnene Heimspiel gegen Abstiegskandidat Hoffenheim, in dem Celozzi wirklich mittendrin statt nur dabei war. Fünfzehnmal musste sich Celozzi mit der Rolle des Jokers begnügen. Mal wechselte ihn Veh in der 75. Minute ein, mal erst zwischen der 80. und 90. Minute. Sich über Kurzeinsätze für längere Spielphasen bewerben - Celozzi ist klug genug, um zu wissen, dass in der standardmäßigen Frankfurter Ausrichtung kein (Stamm-)Platz für ihn ist. Er akzeptiert diese Rolle ohne Murren und macht stattdessen das, was sich für einen vernünftigen Profi gehört: Er trainiert mit Fleiß und Akribie und signalisiert dadurch seinem Trainer, ein verlässlicher Mann für den Fall der Fälle zu sein.

Der Weg nach Europa ist das Ziel

Dass die Eintracht dank Celozzis wachem Kopf Tabellenplatz vier verteidigt hat, findet er natürlich gut. „Mit diesem einen Punkt können wir sehr gut leben“, sagte Celozzi nach dem ansehnlichen 0:0. „Der Abstand zu Freiburg ist gleich geblieben.“ Und weil am Tag danach der wankelmütige Hamburger SV im Nordderby bei Hannover 96 mächtig ins Straucheln geraten ist und auch Rhein-Main-Nachbar Mainz 05 Punkte gelassen hat, stellt sich die Lage der Eintracht weiterhin erfreulich dar. „Wir haben jetzt 38 Punkte und sind immer noch Vierter“, sagte Trainer Veh. „Das ist doch in Ordnung.“ Fehlen also nur noch zwei Zähler, um das erste und oberste Saisonziel unter Dach und Fach zu haben. Doch „nur“ vom Klassenverbleib geht man bei der Eintracht schon länger nicht mehr aus. Vorstandschef Heribert Bruchhagen hatte schon nach dem 2:0-Auswärtssieg Anfang Februar in Hamburg die neue Marschroute ausgegeben. „Das Ziel Klassenerhalt haben wir erreicht. Alles andere wäre doch Quatsch.“

Der Weg nach Europa ist das Ziel. Dass der Vorsprung vor dem Rangsiebten noch immer fünf Punkte beträgt, ist auch das Verdienst von Stefano Celozzi - einem Spieler mit Köpfchen.

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Quelle: F.A.Z.

 
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