19.05.2007 · Vorteil Frankfurt. Schon nach der Rückkehr in die Bundesliga wusste Heribert Bruchhagen den Standortfaktor zu würdigen. Die Eintracht ist die Lokomotive im sportlichen Ballungsraum Rhein-Main. Doch es muss aufwärtsgehen, meint Ralf Weitbrecht.
Von Ralf WeitbrechtVorteil Frankfurt. Schon vor zwei Jahren, nach dem Aufstieg und der damit verbundenen Rückkehr in die Bundesliga, wusste Heribert Bruchhagen den Standortfaktor gebührend zu würdigen. Das Credo des Eintracht-Vorstandschefs: "Wir haben ein großes Einzugsgebiet und sind klar die Nummer eins im Rhein-Main-Gebiet. Und mit dem Stadion haben wir einen klaren Vorteil." Bis heute, bis zum abermaligen Klassenverbleib in der ersten Liga, hat sich dies bestätigt. Salopp formuliert: Die Zuschauer rennen der Eintracht die Bude ein. Im Schnitt sind es erstaunliche 47.200 Fußballfreunde, die den Ausflug in die weltmeisterliche Commerzbank-Arena vornehmlich dazu nutzen, um die Eintracht siegen zu sehen.
Diese Treue, gepaart mit den Zusatzauftritten der Eintracht im DFB- und Uefa-Pokal, hat dazu geführt, dass der Klub kerngesund ist und wirtschaftlich auf das erfolgreichste Geschäftsjahr der mehr als hundertjährigen Vereinsgeschichte blicken kann. Längst also ist es wieder schick, sich in der größten Sportstätte der Region zu zeigen. Die Eintracht ist in aller Munde. Trainer Friedhelm Funkel hat zudem mit behutsamer Aufbauarbeit die Grundlagen dafür geschaffen, dass über das Saisonende hinaus erstklassig weitergespielt werden darf. Andererseits: Ein weiteres Jahr Abstiegskampf dürfte das Publikum nicht gerade zu Jubelstürmen animieren. Es muss aufwärts- und vorwärtsgehen.
Anderswo wird Dampf abgelassen
Die Eintracht, kein Zweifel, ist die Lokomotive im sportlichen Ballungsraum Rhein-Main. Doch auch anderswo wird Dampf abgelassen. Dass Mainz 05 den Gang zurück in die Zweitklassigkeit antreten muss, hat sportliche wie wirtschaftliche Gründe. Im alten Bruchwegstadion mag zwar die Stimmung stimmen, die Zahlen tun es nicht. Auch deshalb wird demnächst am Europakreisel für rund 65 Millionen Euro ein neues wettbewerbsfähiges Stadion mit Logen gebaut.
Und selbst die Offenbacher Kickers, die noch um den Verbleib in der zweiten Liga zittern, wollen und brauchen eine zukunfts- und wettbewerbsfähige Spielstätte. Von den Aufsteigern des Jahres, den Neuprofis des SV Wehen, ganz zu schweigen. Sie setzen auf die Karte Wiesbaden. Die richtige Musik aber dürfte auf Jahre in Frankfurt spielen. Der Standortvorteil ist immens.
Ohne Fans geht gar nichts
lothar kempf (wilkem)
- 19.05.2007, 18:15 Uhr