Nach fünf Siegen in Serie hat die Frankfurter Eintracht im Kampf um die Rückkehr in die Bundesliga einen Rückschlag hinnehmen müssen. Die Hessen unterlagen am Samstagnachmittag vor 19.000 Zuschauern beim MSV Duisburg 0:2 und verloren damit neben den Punkten auch die Tabellenführung wieder an die Spielvereinigung Greuther Fürth. Trainer Armin Veh sprach später von einem „gebrauchten Tag“ und einer „verdienten Niederlage“. Die Ausgangsposition im Aufstiegskampf aber ist für die Frankfurter nach wie vor sehr gut, der Vorsprung auf den Relegationsplatz, den aktuell Fortuna Düsseldorf belegt, beträgt fünf Spieltage vor Schluss sieben Punkte.
Dass der Vorsprung durchaus trügerisch sein könnte, glaubt zumindest Alexander Meier. Der beste Frankfurter Torschütze, der diesmal einem Treffer nicht einmal nahe gekommen war, fand deutliche Worte. „Ein Spiel zu verlieren, ist nicht schlimm“, sagte Meier, „aber die Art und Weise, wie wir gespielt haben, ist schlimm.“ Nicht alle hätten hundertprozentigen Einsatz gezeigt, befand Meier, „und dann kommt so etwas raus“. Rausgekommen war nicht viel für die Eintracht.
„Der konnte da nichts dafür“
In der ersten Halbzeit hatten sich die Hessen bei verteiltem Spiel noch die besseren Gelegenheiten herausgearbeitet, sie aber durch Sebastian Jung in der 15. Minute, den bis zum Schluss schwachen Mohamadou Idrissou in der 35. Minute sowie Erwin Hoffer in der 38. Minute allesamt vergeben. Mit dem ersten Gegentor in der 44. Minute war es dann um die Eintracht schon geschehen. Nach einer abgewehrten Ecke hatte Daniel Brosinski den Ball postwendend wieder volley in den Strafraum zurückgeschlagen, dort hatte Goran Sukalo um den Bruchteil einer Sekunde schneller reagiert als Bamba Anderson und den Ball aus kurzer Distanz ins Tor befördert.
Die Umstellungen von Trainer Veh in der Pause, der mit Sonny Kittel und Karim Matmour für Benjamin Köhler und Hoffer zwei frische Angreifer brachte, konnten nicht greifen, weil die Duisburger direkt nach dem Wechsel ziemlich bald den zweiten Treffer nachlegten. Wieder war es ein Eckball, den die Eintracht schlecht verteidigte. Meier hatte den Ball unabsichtlich vors eigene Tor verlängert, Nikolov beim Abwehrversuch den Ball auf Soares gefaustet. Vom Duisburger Abwehrspieler sprang der Ball ins Tor. „Der konnte da nichts dafür“, sagte Nikolov bitter. Für Trainer Veh war es schlicht „ein Eigentor“.
„Der Gegner hat heute ein paar Dinge besser gemacht“
Der Rest des Spiels bestand aus durchaus engagierten Bemühungen der Frankfurter, denen aber diesmal die Ideen und die Klasse fehlten, sich selbst gute Chancen herauszuspielen. Was auch am Rasen lag, der sich in ganz schlechtem Zustand präsentierte und der Eintracht jedes Kombinationsspiel zusätzlich erschwerte. „Auf dem Acker war es schwer“, sagte der Frankfurter Trainer. Zudem vermisste Veh die Entschlossenheit beim Kampf um abgewehrte Bälle, von ihm als „zweite Bälle“ bezeichnet: „Die haben wir nie bekommen.“
Im gleichen Maße, wie sich bei der Eintracht die Verzweiflung beim Anrennen aufs Duisburger Tor steigerte, bekamen die Rheinländer Spaß daran, mit großem läuferischen Aufwand und leidenschaftlichen Kampf den Gegner zu ärgern. Die Frankfurter kamen jedenfalls nie mehr für den Sieg in Frage, ganz einfach, weil sie kaum eine Gelegenheit fanden, ein Tor zu erzielen. Kittel hatte zehn Minuten vor dem Ende eine Chance, als sein Schuss im letzten Moment noch abgefälscht wurde - viel mehr kam nicht. „Der Gegner hat heute ein paar Dinge besser gemacht“, sagte Veh später, „das ist Sport, und da muss man auch mal ein fairer Verlierer sein.“
„Es freut mich, dass der FSV für sich und für uns gepunktet hat“
Dem Frankfurter Coach war diese Erkenntnis wohl schon lange vor dem Abpfiff gekommen. Und so hatte er mit Hoffer zur Pause und Kapitän Schwegler eine Viertelstunde vor dem Ende zwei Spieler mit Blick auf die nächsten Aufgaben ausgewechselt. Beide sind wie Köhler und Matmour mit vier Gelben Karten belastet und werden schon am kommenden Mittwoch beim Heimspiel gegen den FC Ingolstadt dringend gebraucht. Um sie vor einer Sperre zu schützen, durften sie früher gehen. Wenigstens das hat funktioniert. Nach dem Abpfiff kam dann aus der Heimat eine gute Nachricht. „Es freut mich, dass der FSV für sich und für uns gepunktet hat“, kommentierte der Trainer das 3:3 des Nachbarn gegen St. Pauli.
Auf Hilfe von anderen wollen sie sich in den nächsten Wochen bei der Eintracht allerdings lieber nicht verlassen. „Wir müssen schon gegen Ingolstadt hundert Prozent bringen“, sagte Meier, „denn wenn wir so spielen wie in Duisburg, nutzen uns auch die sieben Punkte Vorsprung nichts.“