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Eichenprozessionsspinner Hubschrauber-Einsatz gegen haarige Raupen

Von der Luft aus werden Bäume im Frankfurter Stadtwald besprüht werden, um Eichenprozessionsspinner zu vernichten. Das Nesselgift der Raupen kann starke Allergien auslösen. Die Bekämpfung kostet 150.000 Euro.

© ddp Vergrößern Plage im Laubwald: ein Nest mit Raupen des Eichenprozessionsspinners

Auch in diesem Jahr wird die Stadt wieder gegen die haarigen Raupen des Eichenprozessionsspinners vorgehen. Dazu sollen 156 Hektar im Frankfurter Stadtwald per Hubschrauber und in den nächsten Wochen darüber hinaus rund 5600 Eichen vom Boden aus mit dem Insektizid Dipel ES besprüht werden. Wie das Grünflächenamt mitteilt, werden der Fechenheimer Wald sowie der Stadtwald in Oberrad, Sachsenhausen und Niederrad überflogen. Die betroffenen Flächen werden kurzfristig abgesperrt, damit niemand mit dem Sprühnebel in Berührung kommt.

Nach Angaben des Grünflächenamts gilt Dipel ES als biologisches Präparat. Schädliche Auswirkungen des Mittels auf Mensch und Tier sind nicht bekannt. Der Wirkstoff von Dipel ES wird seit mehr als 30 Jahren zur großflächigen Bekämpfung der Stechmücken in der Rheinebene eingesetzt.

Gift wirkt nach dem Fressen

Das Grünflächenamt wartet in jedem Jahr, bis die Blätter der Eichen deutlich zu erkennen sind. Derzeit seien die jüngsten Blätter fast fünf Zentimeter groß. Die Raupen des Eichenprozessionsspinners ernähren sich von den Blättern und nehmen dabei auch das Vertilgungsmittel auf. Es wirkt über den empfindlichen Darm der Raupen, so dass sie innerhalb weniger Tage eingehen.

Entscheidend für die Bekämpfung ist, den richtigen Zeitpunkt zu treffen. Denn die Raupen durchlaufen fünf bis sechs Stadien, ehe sie sich verpuppen und später zu unscheinbaren grau-braunen Faltern werden, die eher an Motten erinnern als an Schmetterlinge. Vom zweiten Stadium an bilden die Raupen die relativ langen Brennhaare aus. Sie enthalten das Nesselgift Thaumetopoein, das bei vielen Menschen zu allergischen Reaktionen auf der Haut und zu Reizungen der Atemweg führt. Experten schätzen die Raupen als sehr gesundheitsschädlich ein, zumal der Wind die Härchen verbreitet und sie auch noch ihre Wirkung entfalten, wenn die Raupen längst zu Faltern geworden sind. Im September 2011 hatten Schüler der Helmholtzschule in der Pause mit einem verlassenen Nest der Eichenprozessionsspinner Fußball gespielt. Viele Schüler klagten anschließend über große Pusteln auf der Haut und starken Juckreiz, einige von ihnen hatten so starke Beschwerden, dass sie ins Krankenhaus mussten.

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Die sogenannten Gespinstnester bilden die Raupen am Stamm und in Astgabeln von Eichen. Dorthin ziehen sie sich tagsüber zurück und wenn sie sich häuten. Zur Nahrungsaufnahme bewegen sich die Raupen in größeren Gruppen an den Bäumen, und zwar hintereinander weg wie in einer Prozession - daher der Name Prozessionsspinner. Der Falter stammt aus dem Süden, breitet sich wegen des Klimawandels aber immer weiter nach Norden aus und hat mittlerweile auch Brandenburg und Berlin erreicht.

Bekämpfung kostet 150.000 Euro

Bei der Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners im Stadtwald konzentriert sich das Grünflächenamt auf vielbesuchte Orte wie den Waldspielpark Carl von Weinberg, den Tannenwald, den Scheerwald, den Goetheturm und den Heinrich-Kraft-Park sowie auf die Waldfriedhöfe in Goldstein und Oberrad. Auch rund um das Stadtwaldhaus soll möglichst niemand mit den Raupenhaaren in Berührung kommen. Ein besonderes Augenmerk richtet die Behörde darüber hinaus auf die Eichen, die auf Höfen von Kindergärten und Schulen sowie in den Grünanlagen stehen. Die gesamte Bekämpfung der Eichenprozessionsspinner kostet die Stadt rund 150.000 Euro.

Das Amt bittet diejenigen, die Eichenprozessionsspinner an Bäumen entdecken, dies dem Grünflächenamt zu melden. Befinden sich die Raupen auf Privatgelände, ist es Aufgabe der Grundstücksbesitzer, sie entfernen zu lassen. Die Stadt kann aber Auskunft über Firmen geben, die Raupen und Nester beseitigen. Informationen gibt es beim Grünflächenamt unter der Telefonnummer 21 22 09 91 oder beim Umwelttelefon unter der Nummer 21 23 91 00.

Quelle: F.A.Z.

 
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