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Veröffentlicht: 02.09.2015, 08:30 Uhr

Edelmetall-Konzern Heraeus baut Stellen in Hanau ab

Das Familienunternehmen Heraeus plant insgesamt rund 570 Stellen bis 2017 abzubauen, einen Teil davon in Hanau. Aber der Konzern investiert auch kräftig und gibt Details seiner Umstrukturierung preis.

von , Hanau
© Frank Röth Gründungsstandort: Werksgelände in Hanau

Details der seit einiger Zeit geplanten Umstrukturierungen hat der Hanauer Technologiekonzern Heraeus bekanntgegeben. Danach kommt auf den Standort Hanau möglicherweise ein nicht unerheblicher Abbau von Stellen zu. Die Umstrukturierung umfasst nach Angaben von Jan Rinnert, Vorsitzender der Geschäftsführung der Heraeus Holding, die Zusammenführung einiger Standorte im Rhein-Main-Gebiet sowie die Optimierung von Produktionsprozessen. Geplant sei, die Geschäftseinheit Heraeus Noblelight, die derzeit auf drei Standorte verteilt ist, am Stammsitz in Hanau zusammenzufassen.

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Bis zum Jahr 2017 solle aber der Geschäftszweig Heraeus Quarzglas die Produktion in Hanau einstellen und in komprimierter Form ins bayerische Kleinostheim am Bayerischen Untermain verlegt werden. Ein kleinerer Teil der Produktion werde nach Bitterfeld verlagert. Deshalb werden Rinnert zufolge in Hanau bei der Quarzglas-Produktion 70 Stellen wegfallen. Die Mitarbeiter könnten aber alle nach Kleinostheim wechseln. Rund 500 weitere Stellen werden bis zum Jahr 2017 zudem durch die Modernisierung und Neuausrichtung der Produktionsprozesse in Hanau abgebaut. Vorgesehen sei unter anderem die Einstellung von Produktionsaktivitäten.

Andererseits viel Geld investiert

Damit verbunden sei der Abbau von 400 Stellen von Mitarbeitern. Dazu komme der Wegfall von weiteren 110 Stellen, die derzeit von Leiharbeitskräften besetzt seien. Vorgesehen sei ein „sozialverträglicher“ Stellenabbau, allerdings könnten betriebsbedingte Kündigungen nicht ausgeschlossen werden. Die betroffenen Beschäftigten sollten aber nach Möglichkeit auf frei werdende Positionen innerhalb des Unternehmens versetzt werden oder mit produktionsnahen Logistik- und Instandhaltungsaufgaben betraut werden, die bisher von externen Dienstleistern erbracht worden seien. Es sei eine eigene Abteilung geschaffen worden, um Mitarbeiter auf freie Positionen zu vermitteln oder weiterzuqualifizieren. Er sei optimistisch, dass mit diesen Mitteln ein Großteil der frei werdenden Mitarbeiter im Unternehmen mit neuen Aufgaben betraut werden könne, teilte Rinnert mit.

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Mit einem Investitionsvolumen von 150 Millionen Euro handele es sich um das größte Investitionsprogramm in der Geschichte von Heraeus und damit um ein klares Bekenntnis zum Standort Rhein-Main, so Rinnert. Das Unternehmen setze für die Zukunft auf moderne Technologien und Fabriken. Dazu zählten der kürzlich begonnene Bau des Innovationszentrums in Hanau für rund 40 Millionen Euro sowie der Ausbau der Produktionskapazitäten am Standort Wehrheim für etwa 17 Millionen Euro. Außerdem sollen laut Rinnert zusätzlich rund 90 Millionen für neue Produktions- und Logistikeinrichtungen ausgegeben werden. Als größtes Einzelprojekt nannte er den Bau einer Edelmetallfabrik in Hanau. Dort würden alle Edelmetall-Produktionsaktivitäten nach modernsten Industriestandards zusammengeführt. Mit der Edelmetallfabrik der Zukunft und dem Umbau der Rhein-Main-Standorte würden die Arbeitsabläufe verbessert, Kosten eingespart und die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens gestärkt.

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