05.01.2013 · Der Wiesbadener Oberbürgermeister Helmut Müller hat sich einst stark für die Förderung der Privatuniversität EBS eingesetzt. Die Opposition will, dass er noch vor der Oberbürgermeisterwahl vor dem Untersuchungsausschuss aussagen muss.
Von Ewald Hetrodt, WiesbadenRichtlinien für Lesermeinungen
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werden schon fleißig gestreut: Koch war dagegen, aber so ein Bubi,
der jetzt Minister spielt, habe sich durchgesetzt. Wenn Koch keine
Förderung gewollt hätte, wäre auch kein Geld geflossen.
Es wurde viel Geld in den Sand gesetzt, weil abgehobene Politiker diese
"Uni" wollten.
Diese Juristen, ohne Prädikatsabschluß, wollten sich mit
EBS-Titeln schmücken. Diese Zeitung könnte sich doch
beispielsweise mal in Bad Vilbel über den überaus
erfolgreichen Juristen Hahn umhören... Die Bürger Hessens und
Wiesbadens müssen jetzt für mehr als den genannten 25
Millionen Euro geradestehen. Es bestand nie eine Notwendigkeit für
so eine "Universität". In Frankfurt und Mainz bestehen
entsprechende Fakultäten. Auch wenn es rechtlich (noch) nicht
möglich ist, auch eine Hochschule Rhein-Main wäre in der Lage,
Juristen auszubilden. Die Anforderungen für diese Ausbidlung
werden überbewertet, denn weshalb sind denn die
Repetitorien so voll? Auch diese Zeitung hat im letzten Jahr
darüber berichtet.
"dafür sind auch die zehn Millionen Euro der Stadt noch da" ...
... und die bereits geflossenen rund 40 Millionen an öffentlichen
Geldern für die "Privat"-Uni interessieren weiter nicht,
denn es ist ja kein Wiesbadener Geld?
Man kann die Dinge drehen und wenden wie der Autor will: Fakt ist, dass
Herr Müller an diesem Debakel beteiligt ist. Und ihm noch vor der
Wahl zu diesem Thema Gehör zu verschaffen ist legitim.
Ob nun Roland Koch aus Liebe zu seiner Alma Mater ein Gegner des Projekt
war, ist vor dem Hintergrund seiner bekannten, engen Verbindung zu
Christopher Jahns durchaus offen: Immerhin kürzte er den
staatlichen Hochschulen zeitgleich zur Förderung der EBS 30
Millionen jährlich.
Die fehlende Prüfung der Bonität der EBS entbehrte
übrigens einer Notwendigkeit: Bereits 2010 gab es offenbar im
Ministerium eine Krisensitzung bei der die finanzielle Schieflage der
EBS Thema war.
Das Grundprinzip des fortgeschrittenen Kapitalismus können die EBS
Zöglinge indes hautnah erleben: Gewinne privatisieren, Versluste sozialisieren.
Als Wiesbadenerin brauche ich keine Universität in meiner Stadt.
Wir haben eine Fachhochschule mit exzellentem Ruf. Hier zu investieren
sehe ich als sinnvoller an.
„ Müller war es immer ein Dorn im Auge, dass Wiesbaden als
einzige Landeshauptstadt keine Universität hatte.“
Das ist ambitioniert für Wiesbaden gedacht. Doch angesichts leerer
Kassen und sanierungsbedürftigen Schulgebäuden (nur ein
Beispiel) an der Realität vorbei.
Ich denke nicht, dass die Mehrzahl der Wiesbadener sich eine private
Universität wünscht.
Die erwartete Belebung des Viertels rund um das leerstehende
Gerichtsgebäude kann auch stadtplanerisch gelöst werden.
Sicher sind hierzu auch Mittel notwendig. 10 Mio. sind fasst
überdimensioniert.