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Mega-Hochhaus in Frankfurt : Donald Trump hat nicht geliefert

Fester Händedruck im Trump Tower: Schon mit markanter Frisur, aber noch ohne Ambitionen auf das Weiße Haus empfing der Immobilien-Tycoon im November 2000 die Frankfurter Oberbürgermeisterin. Bild: Vincenzo Mancuso/Bild-Zeitung

Wie Donald Trump den Frankfurtern einmal das höchste Haus der Welt bauen wollte - und dann für immer verschwand.

          Petra Roth erinnert sich noch sehr gut an ihre beiden Treffen mit Donald Trump. „Sehr amerikanisch“ sei sein Auftreten gewesen, sagt die frühere Frankfurter Oberbürgermeisterin und CDU-Politikerin mit der auch im Ruhestand gebotenen diplomatischen Zurückhaltung. Mit großer Geste habe der Immobilien-Tycoon seine deutschen Gäste an der Fifth Avenue empfangen, sich in seinem Büro im 60. Stockwerk des Trump Towers an die riesige Fensterfront gestellt und über Manhattan Richtung Süden gedeutet, zu den Zwillingstürmen des World Trade Centers, die damals noch standen. „Ja, und dass er schöne Frauen liebt, das hat er auch gesagt. Und natürlich die Sache mit dem Mega-Hochhaus: so hoch wie möglich, locker 1,5 Milliarden Mark teuer, am liebsten direkt am Mainufer und 2006 oder 2007 bezugsfertig.

          Peter Badenhop

          Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

          Geworden ist daraus nichts. Donald Trump hat nicht geliefert. Das versprochene Hochhaus der Superlative, den größten Büroturm des Kontinents, den „Trump Tower Europe“, den er in Frankfurt bauen lassen wollte, den hat der Multimilliardär vom Hudson River nie wirklich in Angriff genommen. Auch wenn er noch während des einstündigen Gesprächs mit Roth nach seinem Projektentwickler schicken ließ. Und obwohl er ein paar Monate nach dem Besuch der Oberbürgermeisterin in New York im November 2000 sogar noch einmal in die Mainmetropole kam und im Römer vorbeischaute.

          Trump war eingeschnappt

          Aber da war die Sache im Grund schon längst gelaufen. Mehr als Höflichkeiten wurden im Büro der Oberbürgermeisterin nicht mehr ausgetauscht. Selbst eine Besichtigung des damals noch in Planung befindlichen Europaviertels konnte die Sache nicht mehr retten. Donald Trump war eingeschnappt. Mit dem Hinweis, die Verantwortlichen in Stuttgart stünden seinen Plänen sowieso viel offener gegenüber, verließ der Baumagnat am nächsten Tag die deutsche Skyline-Hauptstadt - und ward nie wieder gesehen.

          Jetzt, 15 Jahre später, da sich der Mann mit der markanten Frisur und den noch markanteren Sprüchen anschickt, amerikanischer Präsident - oder zumindest der Kandidat der Republikanischen Partei dafür - zu werden; jetzt, da er sich auch nach dem Dämpfer bei den ersten Vorwahlen im ländlichen Iowa immer noch auf dem Weg ins Weiße Haus wähnt und keinen Zweifel an seiner Eignung für das höchste Amt der freien Welt lässt („Ich wäre der beste Präsident, den Gott je erschaffen hat“); jetzt also ist es vielleicht angebracht, über die Sache mit dem „Trump Tower Europe“ noch einmal kurz nachzudenken.

          Trump als Oberbürgermeister Frankfurts?

          Man stelle sich vor, der Mann, der nach eigenen Worten „nur bei richtig großen Sachen“ einsteigt, hätte damals Wort gehalten und tatsächlich geliefert. Und die Stadt Frankfurt hätte ihm nicht so viele Steine in den Weg gelegt, hätte nicht kleinkariert auf die Einhaltung von Recht und Gesetz gepocht, hätte ihn so hoch wie irgend möglich bauen lassen und nicht auf den Hochhausrahmenplan verwiesen, hätte ihm das Mainufer überlassen und nicht auf das Europaviertel als Standort bestanden, hätte nicht an seiner Finanzkraft gezweifelt und ihn vielleicht sogar den höchsten Turm der Welt bauen lassen, wie er es damals in New York so großzügig angeboten hatte. Nicht auszudenken!

          Frankfurt wäre heute eine ganz andere Stadt. Und Donald Trump möglicherweise ihr Bürger. Denn hätte der Immobilien-Mogul erst seinen „Trump Tower Europe“ direkt am Main bezogen und sich mit der „City of the Euro“ vertraut gemacht, gesehen, wie viele schöne Frauen es auch in Frankfurt gibt, und erlebt, dass nicht nur Champagner, sondern auch gegorener Apfelsaft richtig gut schmecken kann, hätte er dazu nur die Gelegenheit gehabt, er hätte sich sicher nach ein paar Jahren einbürgern lassen - und dann womöglich mit dem Schlachtruf „Make Frankfurt great again!“ Petra Roths Nachfolge angetreten.

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