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Diktatwettbewerb Vorbereitung ist der halbe Sieg

Frankfurt startet wieder in den Dikatatwettbewerb „Frankfurt schreibt“. Wer dort mitmacht oder sogar gewinnt, hat manchmal eine romantische Beziehung zur Rechtschreibung.

© Setzer, Claus Duden-Fan: Kirstin Diemer.

Die Frage, ob sich Kirstin Diemers Leben verändert habe, seitdem sie im vergangenen Jahr den Diktatwettbewerb „Frankfurt schreibt“ gewonnen hat, war nicht unbedingt ernst gemeint. Doch Diemer antwortet: „Absolut. Kürzlich durfte ich sogar die Duden-Redaktion besuchen.“ Aus ihrer Stimme klingt ehrliche Begeisterung. Sie sammelt seit 25 Jahren alle Duden-Werke, Rechtschreibung ist für sie eine Leidenschaft. Dass Werner Scholze-Stubenrecht, der Chefredakteur des Duden, nun sogar in der großen Bibliothek der Sprachhüter nach der Herkunft ihres Lieblingswortes „Leibchen“ forschte, erfüllte Diemer einen langgehegten Traum.

Nur logisch, dass jemand, der eine derart romantische Beziehung zur Rechtschreibung pflegt, mit lediglich acht Fehlern in der ersten Ausgabe des Diktatwettbewerbs den Sieg in der Eltern-Kategorie erringen konnte. „Frankfurt schreibt!“ wurde im vergangenen Jahr von der Stiftung Polytechnische Gesellschaft ins Leben gerufen; zu den Unterstützern zählt außer dem Duden-Verlag auch diese Zeitung. In diesem Jahr sitzt Diemer zusammen mit Scholze-Stubenrecht in der Jury. Doch obwohl die Neugier groß war, hat sie sich noch nicht intensiv mit dem Diktat beschäftigt. Sich selbst testen war in diesem Fall tabu, denn dann hätte jemand vorlesen müssen - das Diktat bleibt jedoch bis zum Frankfurt-Finale morgen Abend in der Aula der Musterschule streng geheim. Außerdem koordinierte Diemer die Wettbewerbsvorbereitungen ihrer Schüler und wollte sich nicht „verplappern“. Sorgen müsse sie sich ohnehin keine machen: „Die Kandidaten sind alle gut vorbereitet.“

Eingedeutschte Fremdwörter sind ihre Schwäche

Doch die Konkurrenz ist in diesem Jahr groß: An der Max-Beckmann-Schule zum Beispiel wird Orthografie nicht nur für „Frankfurt schreibt“ großgeschrieben. Dort muss jeder Oberstufenschüler einen Förderkurs besuchen, seit das Kultusministerium einen Abzug von bis zu vier Punkten in Klausuren für fehlende Rechtschreibkenntnisse vorschreibt. In vier Stunden soll so von Groß- und Kleinschreibung über Zeichensetzung bis hin zu Adverbialkonstruktionen die schriftsprachliche Kompetenz der Schüler gestärkt werden.

Was für viele eine Last sei, könne in Klausuren den entscheidenden Unterschied machen, sagt Inge Pauls, die als Fachbereichsleiterin für die Förderkurse zuständig ist. „Frankfurt schreibt“ sei der perfekte Anlass, die Motivation der Schüler weiter voranzutreiben: Die „Cracks“ der elften Klasse werden nun am Wettbewerb teilnehmen. Aber auch sie hätten in der Vorbereitung auf das anspruchsvolle Diktat feststellen müssen, dass sie doch nicht so genau Bescheid wüssten, wie sie immer dachten. „Die Schwierigkeiten der deutschen Sprache werden unterschätzt“, glaubt Pauls.

Zusammen mit einer Kollegin wird sie außerdem die Lehrerschaft der Schule vertreten. Und sie gibt zu, dass die zahlreichen Reformen auch bei den Profis häufig für Verwirrung sorgen. Ihre eigene Schwäche seien eingedeutschte Fremdwörter. Oder Wörter, die man of benutzt, aber selten schreibt. Zum Beispiel Herrjemine.

kern.

Quelle: F.A.Z.

 
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