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Diktatwettbewerb „Frankfurt schreibt!“ Hefte raus, Handys aus

 ·  Beim Wettbewerb „Frankfurt schreibt!“ schreiben Schüler, Eltern und Lehrer freiwillig schwierige Diktate. Heute findet das Finale in der Frankfurter Musterschule statt.

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In der dritten Klasse hat er "Ich bin" mit zwei "n" geschrieben. Daran erinnert sich Roland Kaehlbrandt, der Leiter der Stiftung Polytechnische Gesellschaft, bis heute. Denn seit eh und je sind sie Teil des Lehrplans: Diktate. Von manchen geliebt, von vielen gefürchtet. Ganz ohne Zwang üben sich hingegen 200 Schüler von 15 Frankfurter Gymnasien seit Oktober in der Rechtschreibung. So haben sie das Finale von "Frankfurt schreibt!" erreicht, einem von der Stiftung Polytechnische Gesellschaft initiierten Diktatwettbewerb.

Das Vorbild kommt aus Frankreich, wo es schon seit vielen Jahren einen nationalen Rechtschreibwettbewerb im Fernsehen gibt. Jetzt hat Kaehlbrandt das französische Format nach Frankfurt gebracht. "Frankfurt schreibt!" richtet sich vor allem an Schüler der Oberstufe, wo orthographisch korrektes Schreiben zwar vorausgesetzt, im Lehrplan aber nicht mehr behandelt wird. Der Wettbewerb solle einen Beitrag dazu leisten, dass die Schüler sich wieder intensiv mit der Rechtschreibung auseinandersetzten und gleichzeitig Gefallen an ihr fänden, sagt Kaehlbrandt. "Frankfurt schreibt!" soll Orthographie und Interpunktion zum abendfüllenden Ereignis machen.

Finalisten im Dezember ausgewählt

Schon im Dezember wurden bei einem Vorausscheid die Finalisten der verschiedenen Schulen ausgewählt. Diese können sich seitdem mit Übungsmaterial in Lerngruppen, im Unterricht, zu Hause und auf der Internetseite des Wettbewerbs auf das große Diktat vorbereiten.

Die Polytechnische Gesellschaft engagiert sich auf vielerlei Wegen für die Sprachförderung, etwa mit dem "Deutschsommer" und den Diesterweg-Stipendien. Mit dem Diktatwettbewerb, der auch von dieser Zeitung unterstützt wird, will sie nicht nur Schüler erreichen, sondern auch Eltern und Lehrer. Denn das Alter spiele beim korrekten Umgang mit der Sprache keine Rolle, meint Kaehlbrandt. "Dem regelgerechten Schreiben kann im Alltag keiner entkommen." Und schließlich seien Diktate auch eine Art Denksport, die auch denjenigen Spaß mache, die sich weniger mit Sprache beschäftigten.

Anmeldungen aus der ganzen Welt

Auch Schulklassen aus Russland, Rechtsanwaltskanzleien und zahlreiche Unternehmen haben sich zum Wettbewerb angemeldet. Sogar aus einer Justizvollzugsanstalt seien Bewerbungen eingegangen, zeigt sich Kaehlbrandt erfreut. Denn darin sieht er den Sinn der Aktion: "Sprache gehört uns allen. Sie verbindet sich mit dem Leben, und dadurch wird sie lebendig."

Am Dienstag findet das große Finale des Wettbewerbs in der Musterschule statt. Dann treten Schüler, Eltern und Lehrer gegeneinander an. Worum es im Diktat inhaltlich geht, will Kaehlbrandt nicht verraten. Das Geheimnis wird streng gehütet. Nur so viel lässt er sich entlocken: Der Text sei sehr schwierig, aber ebenso humorvoll. "Und natürlich wird er etwas mit Hessen und Frankfurt zu tun haben."

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