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Agentur Kastner&Partners : Die Agentur, die Flügel verleiht

Flügelspieler im Pferdestall: Geschäftsführer Christian Daul mit Red-Bull-Dose in der Frankfurter Agentur. Bild: Wonge Bergmann

Der Aufstieg von Red Bull zur Weltmarke zählt zu den erfolgreichsten Werbegeschichten aller Zeiten. Viele Ideen dazu sind in Frankfurt entstanden – in einem früheren Pferdestall.

          Es gibt wenige Produkte, die so eng mit ihrem Werbeslogan verbunden sind.Wer den Namen des Energy-Drinks Red Bull hört, hat gleich den Spruch im Kopf: „Red Bull verleiht Flügel“ – gerne auch mit mehreren „ü“. Kurz, frech, einprägsam; seit mehr als 20 Jahren hält sich der Slogan schon und wurde in viele Sprachen übersetzt. Nur die wenigsten wissen aber, dass der Spruch aus Frankfurt kommt und dass auch Red Bull selbst einmal in Wiesbaden entstanden ist.

          Tim  Kanning

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Geschichte ist längst Legende: Dietrich Mateschitz bringt Anfang der achtziger Jahre das Rezept für einen Energietrunk aus Thailand mit, modifiziert es für den europäischen Markt und wird über den Verkauf seiner Getränke zum Milliardär. Parallel dazu verlief der Aufstieg von Johannes Kastner und seiner Frankfurter Agentur Kastner&Partners. Heute sitzt das Unternehmen im einstigen Pferdestall der Villa Manskopf in Niederrad, wo 23 Mitarbeiter Red-Bull-Dosen und verschiedene Werbeideen für 140 Länder – von Kuweit über Russland bis Japan – entwickeln. Ableger gibt es unter anderem in London und Los Angeles, Kastner selbst sitzt inzwischen in der Schweiz und ist eher medienscheu.

          Die lila Kuh - eine Frankfurter Idee

          Angefangen hat das alles sehr klein. Kastner kommt aus den goldenen Zeiten der Werbestadt Frankfurt. Als es die Kreativen noch nicht so sehr nach Berlin und Hamburg zog, entstanden hier in den siebziger und achtziger Jahren die großen Werbekampagnen. „Der weiche Chantré“, die lila Kuh – alles Frankfurter Erfindungen. Kastner ist unter anderem bei Young & Rubicam und der Werbeagentur des Lebensmittelriesen Unilever, Lintas, groß geworden, ehe er sich 1982 selbständig machte. Wella und die Commerzbank gehörten zu den ersten Kunden, ebenso Batida de Coco. Dafür wirbt die Agentur bis heute.

          Den Österreicher Mateschitz kennt der Osttiroler Kastner aus Studientagen. Mateschitz war zu der Zeit im Marketing von Blendax in Mainz beschäftigt und lebte in Wiesbaden, als er Kastner von seinen Plänen mit dem Energiegetränk berichtete. Von da an erzählen sie bei Kastner&Partners heute gerne die Geschichte von „Didi und Hansl“, die gemeinsam eineinhalb Jahre lang am Konzept Red Bull gefeilt haben: Didi Mateschitz an der Rezeptur, Hansl Kastner an der Werbestrategie. Nicht nur ein neues Getränk, die ganz neue Kategorie des Aufputsch-Trunks galt es dem Kunden nahezubringen.

          Mit wenig Geld und viel Eifer

          „Manche Slogans kommen einem auf der Fahrt zurück vom Kunden – zum Beispiel für die Fruchtsäfte von Merziger: Merziger schmeckt herziger“, sagt Kastner heute. Bei Red Bull sei das viel schwieriger gewesen. „Die Werbung sollte professionell sein, aber gleichzeitig nonkonformistisch, a bissl rebellisch.“ Nach sehr vielen schlechten Ideen sei ihm der Flügel-Spruch irgendwann nachts um drei eingefallen, und er wusste sofort: Das ist es. Dass Red Bull dann keine Wiesbadener Erfolgsgeschichte geworden ist, sondern die dazugehörige GmbH 1987 in Österreich gegründet wurde, liegt daran, dass Mateschitz der Zulassungsprozess des neuen Trunks in Deutschland zu bürokratisch war, wie der heutige Geschäftsführer von Kastner&Partners in Frankfurt, Christian Daul, erzählt.

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