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Rudolph folgt Kailing : Fortan führt wieder ein Mann den DGB Hessen-Thüringen

Führt nun den DGB Hessen-Thüringen: Michael Rudolph Bild: dpa

Michael Rudolph ist in Frankfurt zum neuen Vorsitzenden des DGB-Bezirks Hessen-Thüringen gewählt worden. Er folgt Gabriele Kailing nach. Als Stellvertreter wurde Sandro Witt bestimmt.

          Auf der Bezirkskonferenz des DGB Hessen-Thüringen ist der Nordhesse Michael Rudolph am Samstag zum neuen Vorsitzenden des Zwei-Länder-Bezirks gewählt worden. 84,2 Prozent der anwesenden 99 Delegierten votierten für Rudolph, sein Stellvertreter Sandro Witt aus Thüringen wurde mit 86,2 Prozent wiedergewählt.

          Jochen Remmert

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung, zuständig für Flughafen und Offenbach.

          Der 40 Jahre alte Rudolph löst Gabriele Kailing ab, die nach heftigen gewerkschaftsinternen Auseinandersetzungen nicht mehr antrat. Sie musste schon bald nach ihrem Amtsantritt im Juli 2014 erkennen, dass ihr vor allem zunächst die Gewerkschaft Verdi die Unterstützung versagte, später auch die IG Metall. An der Spitze der Kritiker stand seinerzeit Jürgen Bothner, der am Samstag offiziell den Delegierten Michael Rudolph als neuen DGB-Bezirksvorsitzenden vorschlug.

          „Das kann nicht sein“

          In der Aussprache vor der Neuwahl meldeten sich der Bezirksleiter der hessischen IG Bau, Hans-Joachim Rosenbaum, und sein Amtskollege von der IG BCE, Volker Weber, zu Wort. Beide hatten sich in den vergangenen Monaten dafür eingesetzt, dass Kailing eine zweite Amtszeit ermöglicht wird. Rosenbaum hob hervor, dass nun auch Rudolph mit der vollen Unterstützung rechnen könne. In Richtung Verdi und IG Metall sagte er aber, dass er die Behauptung, man habe keine geeignete Frau finden können, nicht glaube. „Das kann nicht sein“, rief er aus.

          Ähnlich hatte sich zuvor Chemie-Gewerkschafter Weber geäußert: Wenn man schon Kailing nicht habe unterstützen wollen, hätte man zwingend eine andere Frau als Kandidatin präsentieren müssen. Schon, um angesichts er eigenen frauenpolitischen Forderungen nicht unglaubwürdig zu werden, argumentierte Weber.

          In Erwiderung auf die Kritik der beiden Bezirksleiter von IG Bau und IG BCE forderte Renate Müller von der IG Metall, die wie Rudolph aus Kassel kommt, den Kandidaten mit einem guten Ergebnis zu unterstützen. Es gehe bei der Wahl nicht um Frauenfragen, sondern darum, den neuen DGB-Bezirksvorsitzenden zu stärken.

          Anhaltende interne Kritik an Kailing

          Verdi hatte schon 2014 das Vorschlagsrecht, als es um die Nachfolge für Kailing-Vorgänger Stefan Körzell ging, der damals in die Bundesspitze des DGB berufen wurde. Allerdings hatte der Bundesvorsitzende Reiner Hoffmann die Losung ausgegeben, es möge eine Frau auf Körzell folgen. Nachdem Verdi nach eigenem Bekunden keine Frau als Kandidatin hatte aufbieten können und stattdessen Rudolph durchsetzen wollte, präsentierte der damalige IG-Metall-Bezirksleiter Armin Schild Gabriele Kailing, damals Tarifexpertin bei der IG Bau. Sie wurde später mit 89 Prozent der Delegiertenstimmen gewählt.

          Doch als Schild neue Aufgaben in Berlin übernahm, hatte Kailing auch bei den Metallern keinen mächtigen Unterstützer mehr. Weil die interne Kritik an Kailing nicht abebbte, wurde eine Findungskommission für eine möglichen Nachfolge eingesetzt. Verdi gab wieder an, keine geeignete Frau aufbieten zu können. Verdianer, die nicht namentlich genannt werden wollen, sagen allerdings, dass es immer darum gegangen sei, Rudolph letztlich doch durchzusetzen.

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