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Deutsche Familienversicherung : Ein Unternehmer als Unikat

Ein Mann mit Prinzipien: Stefan Knoll, Gründer und Vorstandsvorsitzender der Deutschen Familienversicherung, in seinem Büro in Frankfurt Bild: Wolfgang Eilmes

Stefan Knoll ist ein unruhiger Geist, er hat Tausende Jobs geschaffen, er malt, ist Reservist. Nun feiert seine Deutsche Familienversicherung mit Sitz in Frankfurt Jubiläum.

          Wenn Stefan Knoll sich selbst malen müsste, er würde sich Zeit nehmen. Ein gutes Porträt zeigt nicht nur ein Gesicht, sondern spiegelt auch den Charakter eines Menschen wider. Knoll weiß das, denn in seiner Freizeit malt er Porträtbilder berühmter Persönlichkeiten wie Konrad Adenauer, Helmut Kohl, Papst Johannes Paul II., Napoleon und Albert Einstein.

          Daniel Schleidt

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Seine eigene Vita bildet keinen geradlinigen Lebenslauf und deshalb eine Vielzahl von Facetten ab: jene vom Reservisten Knoll, Oberstleutnant der Reserve, neben dessen Schreibtisch eine große Deutschland-Flagge steht; jene vom Schüler Knoll, der acht Schulwechsel hinter sich hat und 15 statt 13 Jahre bis zum Abitur brauchte; jene vom Menschen Knoll, der seinen Freund und Geschäftspartner vor einigen Jahren verlor, weil der mit 46 Jahren an Krebs starb; jene vom Chef Knoll, der klare Prinzipien vorlebt und in seinem Leben mehr als 2000 Arbeitsplätze geschaffen hat; und jene vom Künstler Knoll, der sich mit Menschen beschäftigt, die Besonderes erreicht haben.

          Knoll will Veränderungen prägen

          All diese Facetten verbinden sich zu einem vielschichtigen Charakter und ergeben am Ende das Bild eines Unikats, das für eine vom Aussterben bedrohte Spezies steht: des Unternehmers mit Ecken und Kanten, Werten und Prinzipien, Stärken und Schwächen, Höhen und Tiefen, der mit seinem eigenen Vermögen für eine Idee einsteht.

          Stefan Knoll hat eigentlich frei an diesem Tag in der Karwoche, und doch sitzt er an seinem Schreibtisch. Dieser Tage feiert die Deutsche Familienversicherung ihr zehnjähriges Jubiläum, es gibt viel zu tun. Zur Festveranstaltung an diesem Freitag hat er Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) in die Alte Oper eingeladen, dazu zahlreiche Freunde, Kollegen, Geschäftspartner, Wegbegleiter und Mitarbeiter.

          Knoll will an diesem Tag in die Zukunft blicken, denn er hat mit seiner Versicherung, die 117 Mitarbeiter zählt und 2016 einen Umsatz von 70 Millionen Euro erzielte, noch viel vor. Die Branche steht vor einer von der Digitalisierung getriebenen Veränderung. Der Gründer und Vorstandsvorsitzende Knoll will mit seinem Unternehmen diesem Trend nicht nachlaufen, es würde auch nicht zu seinem Naturell passen. Er will ihn prägen.

          Schule interessierte ihn wenig

          Das mag für ein kleines Unternehmen in einer komplexen Branche mit riesiger Konkurrenz übermütig klingen. Doch es klingt nicht weniger mutig als der Plan, den Knoll und sein damaliger Geschäftspartner Philipp Vogel vor gut zehn Jahren schmiedeten. Eine Versicherung zu gründen, wie sie es sich 2006 ausdachten, dafür braucht es jede Menge Eigenkapital und große Risikobereitschaft in einer Branche mit kompliziertem Rechtsrahmen und strenger Aufsicht. Sie machten es trotzdem. Weil Versicherungen das ganze Leben abbilden, wie Knoll sagt: Lebenswirklichkeiten, Risikomanagement, Politik, Umweltfragen, gesellschaftliche Themen, Gesundheit: „Versicherungen sind ein Schnitt quer durch das Leben.“ Sein Leben ist geprägt davon.

          Wenn Knoll über Unternehmertum spricht, holt er weit aus, und beginnt bei seinen Großeltern. Der Opa wurde nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitslos, die Oma suchte für die beiden Söhne Sicherheit. Sie wurden Beamte. Aus der Anstellung mit Netz und doppeltem Boden arbeitete sich sein Vater hoch zum Topmanager in der Logistikbranche. Für ihn stand mit dieser Erfahrung fest, selbst gestalten zu wollen. Doch bevor er das ausleben konnte, war es ein weiter Weg. „Ich war schwer erziehbar“, sagt er, polarisierend, selbstbewusst.

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