http://www.faz.net/-gzg-7uf3j

Der Lokaltermin : Pizza, Pasta, Pitabrot

Schön bunt: Das „Gioia“ an der Paradiesgasse. Bild: Wonge Bergmann

Im bunten Vintage-Stil präsentiert sich das „Gioia“ in Alt-Sachsenhausen. Ein ansehnliches italienisches Angebot bietet die Karte und besonders wichtig: die Qualität der Pizza überzeugt. Der Lokaltermin.

          Ganz schön bunt hier. Die Wände sind leuchtend blau, die lange Lederbank an der Stirnseite des Raumes strahlt in sattem Rot, und der Tresen am Pizzaofen ist dermaßen farbenfroh gekachelt, dass einem ganz schwindelig werden kann. Selbst viele der Möbel sind bunt, und auf die Tische kommen später geschwungene, blaue Teller. Das wirkt auf den ersten Blick wie ein großes Sammelsurium, fügt sich aber doch zu einem durchaus harmonischen Ganzen im derzeit bei Gastronomen sehr beliebten Vintage-Stil mit viel abgeblättertem Lack und Recycling-Charme.

          Peter Badenhop

          Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

          „Gioia“ heißt das Lokal, und es hat einen strategisch günstigen Standort. Direkt am Affentorplatz gelegen, kommt an ihm praktisch jeder vorbei, den es in das Kneipenviertel Alt-Sachsenhausen zieht. Das bringt viel Laufkundschaft am Abend und vor allem am Wochenende, aber auch mittags herrscht an dieser Ecke Betriebsamkeit. In den Räumen neben der alten Apfelweinwirtschaft „Struwwelpeter“ haben in den vergangenen Jahren schon einige Gastronomen ihr Glück versucht, zuletzt eine „Factory“ für Pizza und Pasta. Das Programm des „Gioia“ ist ähnlich - und doch ganz anders. Statt durchschnittlicher Ware gibt es nun ein ansehnliches italienisches Angebot, nicht hochklassig, aber handwerklich solide und flott präsentiert.

          Die etwas anderen Gnocchi

          Die Güte einer solchen Ganztagsrestauration steht und fällt mit der Qualität der Pizza, deren Varianten hier immerhin ein gutes Viertel des Angebotes ausmachen. Und tatsächlich wird der Gast im „Gioia“ nicht enttäuscht: Auf den Tisch kommt eine dünnteigige, sehr knusprige Pizza mit gut proportioniertem Belag und einem nicht zu üppigen Mozzarella-Käse-Anteil. Ebenfalls eine Bank sind die Spaghetti, ob nun mit Tomaten und Basilikum für läppische 5,50 Euro oder als „Marinara“ mit Meeresfrüchten für 9,50 Euro. Bemerkenswert die Ravioli mit Steinpilz-Füllung und Parmesan-Petersilien-Soße, die derzeit als „Special“ angeboten werden: Sie überzeugen durch das deutliche Pilzaroma, die gute Soße und nicht zuletzt mit ihrem moderaten Preis von 9,50 Euro.

          Als Vorspeise unbedingt einen Versuch wert ist der Hummus-Teller (4,90 Euro). Das würzige Kichererbsenmus wird mit Pinienkernen, Petersilie, Olivenöl und einem großartigen, vom Backen noch luftig aufgeblasenen und dampfenden Pitabrot serviert. Nicht alltäglich auch die kleinen ausgebackenen Gnocchi, die zu einigen Hauptgerichten gereicht werden, zum Beispiel zu den auf Rucola angerichteten, rosagebratenen Rinderfilet-Medaillons (18 Euro). Dazu trinkt man am besten einen der einfachen italienischen Weine auf der Karte: Grillo, Lugana, Primitivo oder Nero d’Avola. Oder vielleicht doch einen Ebbelwei, wie es sich in Alt-Sachsenhausen eigentlich gehört.

          „Gioia“, Paradiesgasse 67, Sachsenhausen, Telefon 61 99 50 04, Internet www.gioia-frankfurt.de. Geöffnet täglich von 11 bis 24 Uhr, donnerstags bis 1 Uhr, freitags und samstags bis 3 Uhr.

          Quelle: F.A.Z.

          Weitere Themen

          Hummus und Taboulé-Salat

          Lokaltermin : Hummus und Taboulé-Salat

          Den EZB-Leuten nebenan scheint es zu schmecken, sie haben Spagetti mit Bolognese, Bouletten mit Kartoffelgratin, vegetarisches Moussaka und Picatta vom Kalb bestellt. Hoffentlich kommen sie auch einmal abends vorbei: „Bei Frau Nanna“ im Ostend.

          Ein Blick in die Zukunft Video-Seite öffnen

          Die „me Convention 2017“ : Ein Blick in die Zukunft

          Die „me Convention 2017“ in Frankfurt hat den Besuchern einen vielfältigen und bunten Einblick die Zukunft gewährt. Dabei sind die Veranstalter ihrem Kredo treu geblieben: Convention ohne Konventionen.

          Wie wär’s mal mit Gemütlichkeit? Video-Seite öffnen

          Wandfarben : Wie wär’s mal mit Gemütlichkeit?

          Während Spanier und Italiener es gerne bunt treiben, sind die deutschen Wände meistens weiß. Doch das ändert sich. Die neuen Farben sollen Kuschelstimmung verbreiten.

          Topmeldungen

          Aufstieg bei den Konservativen : Der britischste aller Briten

          Jacob Rees-Mogg war schon immer anders. Mit fünf Jahren wurde er Mitglied der Tories, doch niemand sagte ihm eine große Karriere voraus. Nun steht er plötzlich im Rampenlicht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.