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Der Lokaltermin : Pizza, Pasta, Pitabrot

Schön bunt: Das „Gioia“ an der Paradiesgasse. Bild: Wonge Bergmann

Im bunten Vintage-Stil präsentiert sich das „Gioia“ in Alt-Sachsenhausen. Ein ansehnliches italienisches Angebot bietet die Karte und besonders wichtig: die Qualität der Pizza überzeugt. Der Lokaltermin.

          Ganz schön bunt hier. Die Wände sind leuchtend blau, die lange Lederbank an der Stirnseite des Raumes strahlt in sattem Rot, und der Tresen am Pizzaofen ist dermaßen farbenfroh gekachelt, dass einem ganz schwindelig werden kann. Selbst viele der Möbel sind bunt, und auf die Tische kommen später geschwungene, blaue Teller. Das wirkt auf den ersten Blick wie ein großes Sammelsurium, fügt sich aber doch zu einem durchaus harmonischen Ganzen im derzeit bei Gastronomen sehr beliebten Vintage-Stil mit viel abgeblättertem Lack und Recycling-Charme.

          Peter Badenhop

          Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

          „Gioia“ heißt das Lokal, und es hat einen strategisch günstigen Standort. Direkt am Affentorplatz gelegen, kommt an ihm praktisch jeder vorbei, den es in das Kneipenviertel Alt-Sachsenhausen zieht. Das bringt viel Laufkundschaft am Abend und vor allem am Wochenende, aber auch mittags herrscht an dieser Ecke Betriebsamkeit. In den Räumen neben der alten Apfelweinwirtschaft „Struwwelpeter“ haben in den vergangenen Jahren schon einige Gastronomen ihr Glück versucht, zuletzt eine „Factory“ für Pizza und Pasta. Das Programm des „Gioia“ ist ähnlich - und doch ganz anders. Statt durchschnittlicher Ware gibt es nun ein ansehnliches italienisches Angebot, nicht hochklassig, aber handwerklich solide und flott präsentiert.

          Die etwas anderen Gnocchi

          Die Güte einer solchen Ganztagsrestauration steht und fällt mit der Qualität der Pizza, deren Varianten hier immerhin ein gutes Viertel des Angebotes ausmachen. Und tatsächlich wird der Gast im „Gioia“ nicht enttäuscht: Auf den Tisch kommt eine dünnteigige, sehr knusprige Pizza mit gut proportioniertem Belag und einem nicht zu üppigen Mozzarella-Käse-Anteil. Ebenfalls eine Bank sind die Spaghetti, ob nun mit Tomaten und Basilikum für läppische 5,50 Euro oder als „Marinara“ mit Meeresfrüchten für 9,50 Euro. Bemerkenswert die Ravioli mit Steinpilz-Füllung und Parmesan-Petersilien-Soße, die derzeit als „Special“ angeboten werden: Sie überzeugen durch das deutliche Pilzaroma, die gute Soße und nicht zuletzt mit ihrem moderaten Preis von 9,50 Euro.

          Als Vorspeise unbedingt einen Versuch wert ist der Hummus-Teller (4,90 Euro). Das würzige Kichererbsenmus wird mit Pinienkernen, Petersilie, Olivenöl und einem großartigen, vom Backen noch luftig aufgeblasenen und dampfenden Pitabrot serviert. Nicht alltäglich auch die kleinen ausgebackenen Gnocchi, die zu einigen Hauptgerichten gereicht werden, zum Beispiel zu den auf Rucola angerichteten, rosagebratenen Rinderfilet-Medaillons (18 Euro). Dazu trinkt man am besten einen der einfachen italienischen Weine auf der Karte: Grillo, Lugana, Primitivo oder Nero d’Avola. Oder vielleicht doch einen Ebbelwei, wie es sich in Alt-Sachsenhausen eigentlich gehört.

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