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Demonstrationen in Frankfurt Gegen Kapitalismus und für Freiraum

Zum „globalen Tag des Lärms“ wurde gestern in Frankfurt an mehreren Orten demonstriert. Occupy feierte Jahrestag, Studenten protestierten für „sozialen Freiraum“.

© Wohlfahrt, Rainer Erinnerungsfoto: Die Demonstranten, die einem Aufruf von Occupy Frankfurt gefolgt waren, posieren vor der Commerzbank.

Der Schall springt zwischen dem Turm der Commerzbank und dem alten Hochhaus der Deutschen Bank hin und her. „Brecht die Macht der Banken und Konzerne!“, rufen die rund 120 Demonstranten, die gestern einem Aufruf von Occupy Frankfurt gefolgt sind, um noch einmal gegen das Finanzsystem zu demonstrieren. Auf der obersten Stufe der Treppen vor dem Commerzbank-Turm stehen vier Polizisten. Sie sehen aus wie Denkmäler, erst recht, als sich einer mit der Maske der Anonymous-Bewegung davor postiert wie für ein Foto. Fast alle anderen, die im Protestzug vom Rathenauplatz zum Römerberg dabei sind, tun es ihm gleich. Die Kameras der Pressefotografen klicken. Ein schönes Motiv.

Denise Peikert Folgen:

Das ist es, was für Erik Buhn zählt. Der Student gehörte zu den Anmeldern der großen Occupy-Demonstrationen vor einem Jahr und ist immer noch dabei, wenn es gegen den Kapitalismus geht. „Die schiere Masse wirkt heute nicht mehr“, sagt er. Ihm ist es wichtiger, dass die Leute, die kommen, einen guten Grund haben. Und dass die Medien da sind, um das Zeichen, das sie setzen, zu multiplizieren.

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Die Idee zur Lärm-Demo stammt aus Kanada

Occupy hat seine Jahrestagsdemonstration in den weltweiten Aktionstag „Global Noise Day“ eingebettet. Überall in der Stadt sind gestern nach dem Prinzip des Aktionstages kleine Gruppen zusammengekommen, um Lärm gegen alles Mögliche zu machen. Im Nordend ging es um Gentrifizierung, im Museumsuferpark um Profit, immer schlugen Menschen mit Kochlöffeln auf Töpfe und mit Pfannen auf Pfannen. Die Idee kommt aus Kanada. Im Mai sind in Quebec und Montreal Hunderttausende auf die Straße gegangen, um mit Lärm gegen die Erhöhung der Studiengebühren zu demonstrieren. Die Aktionen waren fast alle spontan und an vielen Orten gleichzeitig - wieder so eine Idee vom Format Zeltstadt. Auch der Impuls, im Zuccotti-Park in New York oder vor der Europäischen Zentralbank in Frankfurt zu campen, kam aus Kanada.

Am Frankfurter Hauptbahnhof tanzten gestern Menschen zu den Rhythmen, die als Clowns verkleidete Demonstranten schlugen. Unter anderen der AStA der Goethe-Universität und das „Institut für vergleichende Irrelevanz“ (Ivi) hatten zu einer Kundgebung für mehr soziokulturellen Freiraum aufgerufen. Laut Polizei zogen rund 450 Menschen durch die Kaiserstraße und über die Hauptwache zum Uni-Campus in Bockenheim. Die Studentin Rebecca war aus Heidelberg gekommen, um mitzumachen. „In unserer Gesellschaft werden die Räume zur Selbstverwirklichung immer weiter eingeschränkt“, sagte sie. Die Veranstalter kritisierten, dass durch die städtebauliche „Aufwertung vermeintlicher Problemviertel die Marginalisierten unsichtbar gemacht werden“. Der „Global Noise Day“ sollte in Frankfurt am Abend auf dem Paulsplatz enden - mit einer Zusammenkunft von Kapitalismusgegnern und Freiraumbefürwortern.

Quelle: F.A.S.

 
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