19.06.2012 · Kaum ein Gymnasium in der Rhein-Main-Region will offenbar zur neunjährigen Schulzeit zurückkehren. Im Gegenteil warnen viele Schulleiter.
Von Matthias TrautschRichtlinien für Lesermeinungen
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Meine Tochter, 6. Klasse nat.wiss. Gymnasium, kommt um 13:45 Uhr nach Hause. Nach dem Essen macht sie Hausaufgaben: Mathe, Deutsch, Englisch+, Französich, Geschichte, Naturwissenschaft, Religion. Alles veteilt nach Stundenplan, manchmal mehr, manchmal weniger. Bisher habe ich nicht erlebt, daß sie mehr als 1 Stunde Hausaufgaben machte. Ihre Leistungen sind gut bis sehr gut. Wo ist da der so beklagte Stress? So geht es auch einigen andern SchülerInnen in der Klassse. Für etwa 1/3 ist das Tempo zu langsam, für 1/3 ist es genau richtig und 1/3 ist absolut überfordert. Die Eltern Letzterer beklagt sich an jedem Elternabend über die zu hohe Belastung, sie fordern Rückkehr zu G9. Aber das würde garnichts bringen. Diese Kinder sind einfach überfordert und das Gymnasium ist nicht die richtige Schule für sie.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 21.06.2012 09:42 UhrSo erleben das aber nicht alle Kinder
Die Leistungsstandards in den Gymnasien in Hessen differieren erheblich. An drei Tagen in der Woche Nachmittagsunterricht bis zur 9. Stunde in der 6. Klasse ist normal. Inklusive Busfahrt kommt das Kind um 16:00 Uhr nach Hause und muss dann noch seine Hausaufgaben erledigen. Ein Schultag endet dann zwischen 17:00 und 18:00 Uhr. Vor Klassenarbeiten steht zusätzliches Lernen an. Aufgestanden wird um 6:15 Uhr, also ein runder 12 Stundentag, mit einer 3/4 Stunde Mittagspause. Auf einem Elternabend erfuhren wir, dass es in den letzten Jahren vermehrt zu Selbstmordversuchen, ja Einweisungen in die Psychiatrie bei Schülern des Gymnasiums gekommen ist, was schockiert. Die Schulen stehen unter einem gnadenlosen Wettbewerb um die Geldmittel. Elitedenken, wie Sie es hier anklingen lassen, mag zwar für manche Eltern erhebend sein, für die Kinder taugt es nicht. Seien Sie froh, dass Ihr Kind auf eine Schule geht, wo das Leistungsniveau nicht bis zum letzten ausgereizt wird.
G8 ist der größte Unsinn, den man sich hat einfallen lassen
Mitnichten sind Lehrbücher und damit Schulstoff durchgängig an die Erfordernisse von G8 angepasst. Viele Schüler leiden unter dem hohen Pensum und Eltern fragen sich, wem das eingesparte Jahr den großen Nutzen bringt. Selten war eine Schulreform so überflüssig.