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DB Schenker Eine neue Logistik-Zentrale in Frankfurt

Fortan wird der weltweite Güterverkehr der Deutschen Bahn von Frankfurt aus gesteuert. Die Manager von DBSchenker im neuen Stadtteil Gateway Gardens setzen sogar Züge auf die Schiene, die Fracht von China nach Deutschland bringen.

© Cunitz, Sebastian Frachtraum: Karl-Friedrich Rausch, Logistik-Chef der Deutschen Bahn, in der neuen Zentrale von DB Schenker.

Für Karl-Friedrich Rausch ist es wie eine Heimkehr. Von 1985 bis 2001 arbeitete er bei der Deutschen Lufthansa, zuletzt als Vorsitzender des Bereichsvorstands für den Passagierverkehr. Jetzt hat er wieder einen Arbeitsplatz am Flughafen. Jedenfalls fast. Auf der einen Seite blickt Rausch seit gestern von seinem Schreibtisch auf das Vorfeld des Airports. Auf der anderen Seite kann er das Weiße im Auge der Piloten sehen, die die neue Landebahn ansteuern. Rausch ist der oberste Chef des gesamten Frachtverkehrs der Deutschen Bahn oder im Bahndeutsch: Vorstand Transport und Logistik der DB Mobility Logistics AG. Er residiert jetzt im 15.Obergeschoss des neuen Bürogebäudes Alpha Rotex im Stadtteil Gateway Gardens, in dem sich am Wochenende die neue Management-Zentrale von DB Schenker eingerichtet hat. Besser als so nahe an einem Drehkreuz des Flugverkehrs kann für Rausch die Zentrale eines der größten Logistik-Unternehmen der Welt nicht liegen.

Manfred  Köhler Folgen:

Die Deutsche Bahn hat sich für Frankfurt entschieden - so lautete die Nachricht vor zwei Jahren. Das Gütergeschäft des Staatskonzerns, das unter der Marke DBSchenker firmiert, sollte endlich eine richtige Zentrale bekommen. Damit es leichter steuerbar ist und damit zusammenwächst, was zusammengehört: das Fahren von Güterzügen in Deutschland und inzwischen auch anderen Ländern Europas auf der einen Seite und das Speditionsgeschäft, also das Transportieren von Fracht zu Wasser, zu Lande und in der Luft auf der ganzen Welt, auf der anderen. „Der Transporteur und der Spediteur sind schon genetisch anders aufgebaut“, hat Rausch gelernt, als er 2009 der Chef für beide Sparten wurde, also für DB Schenker Rail einerseits und DB Schenker Logistics andererseits. Jetzt werden sich zumindest die Strategen beider Geschäftszweige öfter sehen als bisher.

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Stark konjunkturabhängiges Geschäft

Es ist ein riesiges Geschäft, das seit gestern von Frankfurt aus gesteuert wird. Fünf Milliarden wurden 2012 mit dem Güterverkehr auf der Schiene in Deutschland und Europa umgesetzt, 15 Milliarden mit dem Speditionsgeschäft weltweit. 100000 Beschäftigte zählen beide Sparten zusammen, allein 15000 davon arbeiten in Asien, fast 10000 in Amerika. Man bezeichnet sich als Nummer zwei in der Luftfracht weltweit und als Nummer drei in der Seefracht, beim Landverkehr in Europa als Nummer eins. Regelmäßig sind etwa Güterzüge von China nach Deutschland unterwegs, zuletzt brauchte einer von Zhengzhou nach Hamburg nur 15 Tage. Zuletzt wurde eine neue Auslandstochter in Angola gegründet, für die Abwicklung der Seefracht mit Europa.

Es ist mithin ein Geschäft, das die wenigsten mit der Deutschen Bahn, wie sie sie zu kennen meinen, in Verbindung bringen, es ist ein Geschäft im härtesten Wettbewerb, und es ist stark konjunkturabhängig. Doch die beiden Zweige von DB Schenker stehen zusammen für die Hälfte des Konzernumsatzes der Bahn AG. Beim Gewinn sieht es leider nicht so gut aus; 2012 steuerte die Logistik zum Vorsteuer-Ergebnis in Höhe von 2,7 Milliarden Euro lediglich 0,5 Milliarden bei.

Zu wenige Investitionen in Infrastruktur

Doch mit keinem anderen Geschäftszweig profitiert die Deutsche Bahn dermaßen von der Globalisierung. Rausch rechnet denn auch fest mit steigenden Wachstumsraten in der Logistik, vor allem innerhalb Asiens. Und er zeigt sich entschlossen, dass DB Schenker davon profitieren soll. Im Verkehr mit Güterzügen wiederum sei vor allem im Osten Europas noch mit Wachstum zu rechnen. Der Frachtverkehr auf der Schiene leide eben an den technischen Unterschieden der Eisenbahnen in Europa und an den unzureichenden Investitionen in ihre Infrastruktur.

Am Wochenende war DBSchenker aber zunächst einmal in eigener Sache unterwegs. Von den 500 Mitarbeitern, die jetzt in Frankfurt sitzen, kommen 290 aus Mainz, 110 aus Berlin, 40 aus Kelsterbach und 15 aus Essen, die anderen von kleineren Standorten, auch aus anderen Büros in Frankfurt. Der Standort Mainz bekommt wiederum noch 150 neue Arbeitsplätze, so dass sich der Verlust dort in Grenzen hält; künftig wird es dort immer noch 1160 Schenker-Mitarbeiter geben. In Essen bleiben 400 Arbeitsplätze erhalten, zunächst war von einer größeren Zahl von Umzügen aus der Ruhrgebietsstadt nach Frankfurt die Rede gewesen.

Die neue Zentrale am Flughafen wiederum soll im Dezember noch weitere 100 Mitarbeiter hinzugewinnen. Es ist ein ziemliches Hin und Her, aber gestern stellte Schenker zufrieden fest, auch beim Umzug eigener Mitarbeiter das Geschäft zu beherrschen: Von 8500 Umzugskartons waren nur zwei nicht auffindbar.

Quelle: F.A.Z.

 
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