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DaschSalon in der Oper Frankfurt Der das Alphorn hörte

 ·  Das Klassische, ganz unklassisch präsentiert: Der DaschSalon in der Alten Oper Frankfurt.

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Was ist ein Jägerschnitzel? Ein eigens für Jäger gebratenes Schnitzel? Ein Schnitzel aus dem Fleisch von Jägern? Ein von Jägern oder eines nach Art der Jäger gebratenes Schnitzel? So wenig wie diese Frage ist für den Germanisten Heinz Rölleke jene nach dem Wesen des Volksliedes zu beantworten. Ist es ein vom Volk sozusagen anonym geschaffenes Lied? Oder ein für das Volk geschaffenes? Oder eines, welches das Volk versteht? Ein wenig trug der deutsche Märchenpapst Rölleke bei seinem amüsanten Auftritt im ersten DaschSalon in der Alten Oper aber doch zur Aufhellung des Begriffs bei.

„Des Knaben Wunderhorn“, 723 von Clemens Brentano und Achim von Arnim gesammelte Lieder, sind, so die Forschungen des unterhaltsamen Professors, in der Mehrzahl keine Lieder von Volkes Stimme. Vielmehr haben die beiden Romantiker damals sechs Wochen lang in Heidelberg in einer Art frühen Wohngemeinschaft Lieder aus 200 verschiedenen Quellen zusammengetragen und für ihre Zwecke bearbeitet. Leider ist dem Kreativ-Duo der ursprünglich vorgesehene Musikspezialist abhandengekommen, weshalb die Lieder jetzt ohne Melodien dastehen.

Die meisten jedenfalls. Doch einige haben später einen Komponisten gefunden. Daniel Schmutzhard, Bariton an der Oper Frankfurt und Ehemann der Gastgeberin Annette Dasch, hat im Mozartsaal mit „Zu Straßburg auf der Schanz“ in der Vertonung von Gustav Mahler eines vorgetragen. „Das Alphorn hört’ ich“, erzählt darin der in Desertion begriffene Schweizer Soldat - und auch die Besucher des DaschSalons haben es gehört. Kein mit einem Blechinstrument nachgeahmtes, sondern ein echtes Alphorn, aus Holz und gute vier Meter lang.

Shilkloper entlockt dem Alphorn geschmeidige Töne

Irgendwann im Verlauf des zweistündigen Salons, der gleichzeitig eine Talkshow, ein Liederabend und ein Hausmusik-Treffen war, hat Arkady Shilkloper dieses Schweizer Nationalinstrument auf die Bühne getragen und damit ein so swingendes Ständchen gegeben, dass jedem heimatverbundenen Schweizer vor Neid die Ohren wackeln mussten. Wohl niemand in der Alpenrepublik vermag dem Alphorn derartig geschmeidig Töne zu entlocken wie dieser Musiker aus Moskau.

Jeder Einzelne für sich, der Märchenpapst Rölleke und der Russe mit dem Wunderhorn, hätten einen Abend solo bestreiten können. Und nicht nur sie, sondern auch zwei andere Gäste dieser neuen Veranstaltungsreihe in Frankfurts Konzerthaus. Dasch bat mit Thomas Quasthoff einen weiteren Star auf die Bühne, der nach dem Ende seiner Karriere als Sänger jetzt als Sprecher auftritt. Wobei der Begriff Sprecher in die Irre führt: Quasthoff ist ein Rezitator von Gottes Gnaden, wie sein Vortrag einiger Gedichte aus „Des Knaben Wunderhorn“ bewies Und dann sang da auch noch die wunderbare Sopranistin Christiane Karg, auch sie mit der Gastgeberin befreundet.

Blickt man allein auf die Gäste, zu denen auch noch Annette Daschs Schwester Katrin und ihr Schwager Ulrich Naudé als Klavierbegleiter zählten, könnte man angesichts der Ballung bekannter Namen von einer Luxus-Gala sprechen. Es war aber eine intime Veranstaltung ohne Stargehabe, was vor allem der Gastgeberin zu verdanken war, die durchaus mit vielen Ähs oder Hms moderierte, aber gerade deshalb frisch und nicht so gelackt wirkte wie viele professionelle Talkmaster. Wer genau hinhörte und hinsah, dem entging jedoch nicht, dass der DaschSalon, den die Sopranistin in Berlin erfunden und der im Fernsehsender 3sat Karriere gemacht hat, sorgfältig vorbereitet war. Dieses Format, in dem Musik nicht pädagogisch, sondern mit Freude an der Sache vermittelt wird, gibt dem Programm der Alten Oper eine neue Facette. Mal sehen, wen Dasch beim nächsten Salon im März in ihre Waschtrommel steckt.

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05.12.2012, 20:58 Uhr

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