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Das Verbraucherthema Wasser aus dem Hahn statt aus der Kiste

Wasser aus dem Hahn hat beste Qualität und lässt sich günstig aufsprudeln. Viele Verbraucher schleppen trotzdem lieber Kisten, weil sie den Leitungen nicht trauen. Diese Angst ist in den meisten Fällen unbegründet.

© dapd Vergrößern Leitungswasser ist in aller Regel sauber - Mineralstoffe enthält es auch, in manchen Regionen mehr als gekauftes Mineralwasser

In diesen Tagen denken viele Väter und Mütter, müde vom Kistenschleppen, vermutlich darüber nach. Sollte man sich das Leben nicht etwas einfacher machen und auf Leitungswasser umstellen? Das spart zudem auch noch Geld. Den meisten ist bekannt, dass Trinkwasser, das aus Hähnen in Deutschland fließt, von bester Qualität ist. Kaum ein Lebensmittel wird so regelmäßig und häufig kontrolliert. Die Richtlinien für Trinkwasser sind sogar strenger als die der deutschen Mineralwasserverordnung. Und Mineralstoffe enthält Leitungswasser auch, in manchen Regionen mehr als gekauftes Mineralwasser.

Petra Kirchhoff Folgen:  

In 99 Prozent der Fälle erfülle Trinkwasser die gesetzlichen Auflagen, hatte erst im Januar das Umweltbundesamt festgestellt. Selbst die Grenzwertüberschreitung bei Nitraten, die 1999 noch bei 1,1 Prozent lag, sei nun auf nahezu null Prozent gesunken. Nitrate sind eine Folge der Düngung in der Landwirtschaft. Dank moderner Aufbereitungsanlagen spielen sie aber kaum noch eine Rolle.

Rare Mineralstoffe

Wasser auf die Mühlen der Trinkwasser-Befürworter hatte zuletzt die Stiftung Warentest mit einem Test von stillem Mineralwasser geschüttet. Danach enthalten viele der getesteten Getränke nicht mehr Mineralstoffe als Leitungswasser. Zudem fanden die Tester in jeder dritten Flasche Keime. Fazit: Wirklich empfehlenswert sei keines der stillen Mineralwässer.

Warum also trinken nicht mehr Verbraucher Wasser aus dem Hahn? Das hat vor allem zwei Gründe. Zum einen gibt es für Leitungswasser keine Werbung, wohingegen Wasser aus der Flasche längst vom einfachen Durstlöscher zum vielversprechenden Wellnessprodukt aufgestiegen ist. Vor allem aber trauen viele Verbraucher der Verpackung nicht, das heißt: der eigenen Hausinstallation. Blei, Kupfer, Nickel und Cadmium - das sind die Metalle, die über ungeeignete Armaturen oder Rohre aus Blei ins Trinkwasser gelangen können. Und die sieht man in der Regel nun einmal nicht.

„Unser Wasser ist in Ordnung“

Bis zum Hausanschluss garantiert der regionale Wasserlieferant Hessenwasser GmbH & Co. KG einwandfreie Trinkwasserqualität. „Wir wissen, dass unser Wasser in Ordnung ist“, sagt Hubert Schreiber, Sprecher des Unternehmens mit

Sitz in Groß-Gerau, das im Auftrag der Kommunen Trinkwasser für mehr als zwei Millionen Menschen im Ballungsraum Rhein-Main bereithält und regelmäßig kontrolliert.

Das Frankfurter Trinkwasser stammt zu gut einem Drittel aus dem Hessischen Ried, fast die Hälfte des Bedarfs wird im Vogelsberg, im Spessart und im Kinzigtal gewonnen. Knapp ein Fünftel wird im Stadtgebiet gefördert - alles in allem speist Hessenwasser sein Trinkwasser aus rund 300 Brunnen, Quellen und Stollen. Für die Zuleitung ist in Frankfurt die Mainova zuständig. Auf deren Homepage (www.mainova.de) können Mieter und Eigentümer unter Eingabe der Wohnstraße in Erfahrung bringen, woher ihr Leitungswasser stammt und welchen Härtegrad es hat. Zudem gibt es ausführliche Informationen über die chemischen und mikrobiologischen Eigenschaften unter Angabe der Schwankungsbreiten und des jeweiligen Grenzwerts.

Bleirohre im Haus?

Da Hausanschlüsse auch aus verschiedenen Quellen mit unterschiedlichen Wasserhärtegraden versorgt werden, ist das Ergebnis nicht immer eindeutig. Da heißt es dann für den Hausanschluss im Nordend-Ost: 1 bis 3, also weich bis hart. Das weiche Wasser kommt in diesem Fall aus dem Spessart, reichhaltiger an Calcium und Magnesium und damit härter ist dagegen das Wasser aus dem Hessischen Ried.

Um die Beschaffenheit ihrer Hausinstallation sorgen sich viele Verbraucher zu Unrecht, sagt Hessenwasser-Sprecher Schreiber. Bleirohre seien grundsätzlich nur in bestimmten Zeiten verbaut worden. Für alle Häuser, die nach dem Zweiten Weltkrieg errichtet wurden, könne man Bleirohre ausschließen. „Wir gehen in aller Regel davon aus, dass unser Trinkwasser auch am Zapfhahn des Verbrauchers in Ordnung ist“, sagt Schreiber. Auf der Homepage der Stadt Frankfurt (www.frankfurt.de, Stichwort Trinkwasser) finden Bürger unter anderem Informationen darüber, wie sie Blei in der Hausinstallation erkennen.

Wasseranalysen von Privatanschlüssen

Wer dennoch verunsichert ist, kann sich an die zuständigen Stellen, das sind Gesundheitsämter und Wasserversorger, wenden. Die meisten Bedenken und Probleme können laut Schreiber in der Regel telefonisch geklärt werden. Wer ganz auf Nummer sicher gehen will, kann sein Leitungswasser auch auf Keime und Belastung mit Schwermetall untersuchen lassen. So etwas bieten verschiedene Labore an. Auf der Homepage der Stadt Frankfurt findet man zum Thema Trinkwasser eine Liste mit Instituten, die solche Analysen in Hessen machen, doch nicht alle bieten ihre Dienste für Privathaushalte an. Man muss sich mühsam durchfragen. Die Kosten bleiben meistens vage. Sie richten sich in der Regel nach der Zahl der untersuchten Stoffe und der Art der Analyse.

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Zu den Anbietern für Wasseranalysen von Privatanschlüssen in Rhein-Main zählen etwa die Wessling Laboratorien GmbH in Weiterstadt, die Isega Umweltanalytik GmbH in Hanau und Hessenwasser (siehe „Der Altbau-Test“). Sprecher Schreiber stellt jedoch fest: „Wenn keine Hinweise auf eine konkrete oder mögliche Verunreinigung vorliegen, halten wir eine individuelle Überprüfung für unnötig.“

Quelle: F.A.Z.

 
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