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Das Kulturjahr 2012 Hoffnung, Glanz und Rauch

 ·  Wieder neigt sich ein mit Kultur volles Jahr seinem Ende zu. Zeit, zurückzublicken, was uns 2012 gefallen hat, und vorauszuschauen auf die Ereignisse, auf die wir uns jetzt schon freuen.

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Mit Büchern ist man auf der eigenen Couch in anderen Welten zu Gast. Nach Frankfurt hingegen kommen Autoren aus aller Welt sogar zu Besuch, zur Buchmesse, dieses Jahr aber auch zu den „Arabischen Literaturtagen“. Schriftsteller aus dem Maghreb, Ägypten, Syrien, dem Libanon, dem Irak und den Golfstaaten berichteten im Januar vom Aufstand in den arabischen Staaten und den mit ihm verbundenen Hoffnungen und Gefahren. Ein Jahr später wiederholt die Gesellschaft zur Förderung der Literatur aus Afrika, Asien und Lateinamerika den Erfolg: Im Literaturhaus veranstaltet sie am 25. und 26. Januar die „Afrikanischen Literaturtage“. Abermals geht es um eine ganze Weltgegend, gefangen zwischen Aufbruch und Rückständigkeit, um einen Kontinent, auf dem die Arabellion noch lange nicht zu Ende ist, während im Kongo schon der nächste Krieg ausgefochten wird. In Frankfurt erfährt man, was die Welt prägt - und was die Kunst vermag.

Neujahrskonzert in der Alten Oper

Auf Tonträger ist es nur unter größten Schwierigkeiten zu besorgen und im Konzertsaal ist das Stück weitgehend abwesend: Bernd Alois Zimmermanns köstlich amüsante „Musique pour les soupers du roi Ubu“. Das Werk besteht aus zahllosen Zitaten, von denen einige - etwa der Beginn von Beethovens „Pastorale“ - auch dem musikalischen Laien auffallen. Die Junge Deutsche Philharmonie hatte diese Musik für ihr 15. „1822-Neujahrskonzert“ erarbeitet, das im Januar in der Alten Oper stattfand: Ilan Volkow dirigierte, der Kabarettist Konrad Beikircher steuerte verbindende Texte bei - ein klingendes Erlebnis, das bis heute haftet. Ähnliches könnte sich bald wiederholen: Ihr 16. Neujahrskonzert gestalten die jungen Künstler am 13. Januar von 18 Uhr an am selben Ort. Auch diesmal gibt es eine mit Spannung erwartete Rarität: Eine kleine Schlachtmusik von Beethoven: „Wellingtons Sieg oder Die Schlacht bei Vittoria“.

„Kopfleuchten“

Ihr legendärer Dokumentarfilm „Kopfleuchten“ ist eine Reise in unbekannte Welten: Die vielfach ausgezeichneten Filmemacher Mischka Popp und Thomas Bergmann bringen uns darin Menschen nahe, deren Gehirntätigkeit nach Unfällen oder Erkrankungen beeinträchtigt ist: Kein Schreckenskabinett wird gezeigt, vielmehr bewegende Porträts voller Empathie. „Kopfleuchten“ eröffnet die lang erwartete Werkschau im Frankfurter Kino Orfeo’s, bei der von 17. bis 23. Januar insgesamt sieben Filme laufen. Ein Ereignis, das dann ebenfalls zu sehen sein wird, ist auch „Der Rauch der Träume“ von 2007 (22. Januar): die faszinierende Begegnung mit dem berühmten Zürcher Ethno-Psychoanalytiker Paul Parin, der mit 91 Jahren noch höchst lebendig und voller Geschichten war. Oder „Augenlied“, ein großartiger Film über Blindsein (23. Januar). Oder Abgründe des Alltags in „Giftzwerge - Mit bösem Gruß vom Nachbarn“ und „Heimwerker“ (21. Januar).

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29.12.2012, 16:10 Uhr

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Von Mechthild Harting

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