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„Digitale Stadt“ Darmstadt : Parken mit dem Smartphone

Parkplatzsuche per App: In Darmstadt soll das bald möglich sein. Bild: dpa

Lange Parkplatzsuche mit dem Auto soll in Darmstadt bald ein Ende haben: Denn bald soll eine Smartphone-App die Autofahrer zu freien Parkplätzen leiten. Das ist nicht die einzige digitale Idee der Stadt.

          Nach dem Sieg Darmstadts im Wettbewerb „Digitale Stadt“ (F.A.Z. vom 14. Juni) wird der Straßenverkehr eines der ersten Projekte sein, bei denen neuartige Computertechnologie erprobt wird. Dabei wird Darmstadt von jenen Unternehmen unterstützt, die Partnerfirmen des Wettbewerbs sind und ihre Produkte und Dienstleistungen unentgeltlich zur Verfügung stellen. Die Stadt hat schon an dem Abend, an dem das Ergebnis des Wettbewerbs verkündet wurde, eine Vereinbarung mit der Deutschen Telekom abgeschlossen, wie das Unternehmen jetzt berichtet. Demzufolge wird schon im nächsten Jahr in der Stadt eine Smartphone-App der Telekom eingesetzt, mit deren Hilfe Autofahrer zu freien Parkplätzen geleitet werden sollen.

          Jan Schiefenhövel

          Freier Autor in der Rhein-Main-Zeitung.

          In der ersten Ausbaustufe soll bis Ende des Jahres 2019 ein Großteil der Stellplätze am Rand der Straßen „vernetzt“, also Teil des Systems, sein. In einer weiteren Ausbaustufe werden der Telekom zufolge auch die städtischen Parkhäuser und private Abstellflächen einbezogen. Autofahrer könnten dann mit Hilfe ihres Smartphones nicht nur nach Plätzen suchen, sondern diese auch gleich reservieren.

          „Intelligente Laternen“ von Vodafone

          Dafür werde man in den nächsten beiden Jahren Sensoren auf kostenpflichtigen Parkplätzen in der Innenstadt anbringen, die über ein Mobilfunknetz melden könnten, ob ein Platz frei sei. Um den Autofahrern in Echtzeit Informationen über freie Stellflächen zu bieten, sollen laut Telekom auch andere Datenquellen genutzt werden, zum Beispiel Parkscheinautomaten. Nicht zuletzt mit Hilfe von „Schwarmdaten“ im Mobilfunknetz könnte berechnet werden, wo wahrscheinlich Plätze frei seien.

          Oberbürgermeister Jochen Partsch (Die Grünen) sagte, die neue App passe gut in das Projekt „Green Smart City“, mit dem Darmstadt als Wissenschafts- und Forschungsstandort den Umweltschutz und die Ressourcenschonung vorantreiben wolle. Die Suche nach Parkplätzen stelle für jede Großstadt eine Herausforderung dar. Die neue Software für Mobiltelefone könne Pendlern und Besuchern den Aufenthalt in der Stadt erleichtern, weil das unnötige Umherfahren auf Parkplatzsuche dann entfalle.

          Der Mobilfunkanbieter Vodafone gehört ebenfalls zu den Partnern des Wettbewerbs. Eigenen Angaben zufolge rüstet das Unternehmen Straßenleuchten mit elektronischen Bauteilen aus, so dass sie „intelligente Laternen“ werden, mit Sensoren für die Messung der Luftqualität oder zur Erfassung des Verkehrsflusses. In dem vom Branchenverband Bitkom und dem Städte- und Gemeindebund ausgerichteten Wettbewerb hatte sich Darmstadt gegen 13 andere Städte durchgesetzt. Es erhält von den Partnerunternehmen Leistungen in Höhe eines zweistelligen Millionenbetrags.

          Zentrum der Forschung und Entwicklung

          Nach Angaben von Bitkom hängt die genaue Höhe der Zuschüsse davon ab, welche Neuerungen eingeführt werden. Das plane eine Projektgruppe, die im nächsten Monat ihre Arbeit aufnehmen solle. Die digitale Aufrüstung, der Ausbau der elektronischen Infrastruktur, betreffe alle Sektoren, etwa die Steuerung der Energieversorgung, die Ausstattung der Schulen, aber auch das Angebot an die Bürger, Verwaltungsangelegenheiten über das Internet statt im Rathaus zu erledigen. So werde Darmstadt zu einer „digitalen Modellstadt“ ausgebaut.

          Partsch sagte, der Erfolg beim Wettbewerb gehe auf „jahrelanges Vordenken und Vorarbeiten“ zurück. Die Stadt sei schon ein Zentrum der Forschung und Entwicklung etwa auf dem Gebiet der Cybersicherheit, bei dem Schutz vor Datendiebstählen und Einbrüchen in Computernetze. Dabei arbeiteten in Darmstadt Unternehmen und Forscher an den Hochschulen eng zusammen, es gebe ein „Ökosystem von Wirtschaft, Wissenschaft, Verbänden, Politik, Verwaltung und Bürgerschaft“.

          Quelle: F.A.Z.

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