Home
http://www.faz.net/-gzg-774al
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Darmstadt/Offenbach Früherer Landrat Walter zu Geldstrafe verurteilt

Als Landrat habe er nur Arbeitsplätze retten wollen, versichert Peter Walter vor Gericht. Die Darmstädter Richter verurteilten den CDU-Politiker dennoch wegen Untreue zu einer Geldstrafe.

© dpa Vergrößern Wegen Untreue verurteilt: der ehemalige Offenbacher Landrat Peter Walter (CDU).

Der frühere Landrat des Kreises Offenbach, Peter Walter (CDU), ist wegen Untreue zu einer Geldstrafe von 19 500 Euro verurteilt worden. Der 60-Jährige musste sich vor dem Landgericht Darmstadt verantworten, weil er in seinem Amt am Kreistag vorbei der klammen Gemeinde Egelsbach Geld versprochen hatte. „Das war eine pflichtwidrige Zusage“, begründete der Vorsitzende Richter Christoph Trapp am Donnerstag die Entscheidung. Insgesamt war eine Summe 78 000 Euro geflossen.

Hintergrund war ein Streit um den Verkauf von Anteilen am Regionalflugplatz Egelsbach bei Frankfurt. Der Flugplatz stand vor der Insolvenz. Der Landrat hatte zugesagt, die Anwaltskosten für die klamme Kommune zu übernehmen. Der Kreis Offenbach war zum damaligen Zeitpunkt Anteilseigner. Egelsbach ist es auch heute noch. Inzwischen ist die Privatfluggesellschaft NetJets Mehrheitsanteilseigner.

Nach bestem Wissen und Gewissen

Die Anklage hatte eine Geldstrafe von 22 500 Euro gefordert. Das Versprechen, die Anwaltskosten für die Gemeinde zu übernehmen, sei „eine einsame Zusicherung gewesen, kein offenes Verfahren“, sagte Staatsanwalt Gerhard Pfeil. Verteidiger Matthias Wolf verlangte einen Freispruch. Als Landrat habe Walter Handlungsfreiheit gehabt.

Walter kündigte an, gegen das Urteil in Revision zu gehen. „Ich bin der festen Überzeugung, dass ich nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt habe“, sagte er nach der Gerichtsentscheidung.

Mehr zum Thema

Quelle: LHE

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Anlegerskandal Ex-Chef von Wölbern Invest bekommt 8,5 Jahre Haft

Im Firmengeflecht der Wölbern Invest sind nach Überzeugung des Hamburger Landgerichts 147 Millionen Euro veruntreut worden. Der verantwortliche frühere Firmenchef muss dafür jetzt lange in Haft. Mehr

20.04.2015, 15:38 Uhr | Finanzen
Urteil Haftstrafe für Hoeneß-Erpresser

Das Landgericht München verurteilte den Angeklagten wegen versuchter Erpressung zu drei Jahren und neun Monaten Gefängnis. Mehr

16.12.2014, 14:29 Uhr | Wirtschaft
Auflagen des Gerichts 895.000 Euro Kaution für Middelhoff

Der ehemalige Arcandor-Chef Thomas Middelhoff muss eine hohe Geldsumme hinterlegen, bevor er aus der Haft entlassen werden kann. Auch eine weitere Auflage hat das Landgericht Essen ihm gemacht. Mehr

21.04.2015, 12:11 Uhr | Wirtschaft
Urteil Middelhoff zu drei Jahren Haft verurteilt

Der ehemalige Arcandor-Chef Middelhoff ist zu einer Strafe von drei Jahren ohne Bewährung verurteilt worden. Der Vorwurf lautet Untreue und Steuerhinterziehung. Mehr

05.04.2015, 10:48 Uhr | Wirtschaft
Früherer Arcandor-Chef Gericht setzt Haftbefehl gegen Middelhoff aus

Der ehemalige Spitzenmanager Thomas Middelhoff kann auf eine Entlassung aus der Untersuchungshaft hoffen. Der Haftbefehl gegen Middelhoff ist außer Vollzug gesetzt worden. Aber Middelhoff hat noch Bedingungen zu erfüllen. Mehr

20.04.2015, 19:29 Uhr | Wirtschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 21.02.2013, 17:11 Uhr

Eine Nacht für alle

Von Patricia Andreae

Fast 40.000 Menschen sind zur Nacht der Museen gekommen. So voll wie an diesem Abend sind die Kultureinrichtungen selten. Ein Aufwand, der sich lohnt. Mehr