Home
http://www.faz.net/-gzg-774al
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 21.02.2013, 17:11 Uhr

Darmstadt/Offenbach Früherer Landrat Walter zu Geldstrafe verurteilt

Als Landrat habe er nur Arbeitsplätze retten wollen, versichert Peter Walter vor Gericht. Die Darmstädter Richter verurteilten den CDU-Politiker dennoch wegen Untreue zu einer Geldstrafe.

© dpa Wegen Untreue verurteilt: der ehemalige Offenbacher Landrat Peter Walter (CDU).

Der frühere Landrat des Kreises Offenbach, Peter Walter (CDU), ist wegen Untreue zu einer Geldstrafe von 19 500 Euro verurteilt worden. Der 60-Jährige musste sich vor dem Landgericht Darmstadt verantworten, weil er in seinem Amt am Kreistag vorbei der klammen Gemeinde Egelsbach Geld versprochen hatte. „Das war eine pflichtwidrige Zusage“, begründete der Vorsitzende Richter Christoph Trapp am Donnerstag die Entscheidung. Insgesamt war eine Summe 78 000 Euro geflossen.

Hintergrund war ein Streit um den Verkauf von Anteilen am Regionalflugplatz Egelsbach bei Frankfurt. Der Flugplatz stand vor der Insolvenz. Der Landrat hatte zugesagt, die Anwaltskosten für die klamme Kommune zu übernehmen. Der Kreis Offenbach war zum damaligen Zeitpunkt Anteilseigner. Egelsbach ist es auch heute noch. Inzwischen ist die Privatfluggesellschaft NetJets Mehrheitsanteilseigner.

Nach bestem Wissen und Gewissen

Die Anklage hatte eine Geldstrafe von 22 500 Euro gefordert. Das Versprechen, die Anwaltskosten für die Gemeinde zu übernehmen, sei „eine einsame Zusicherung gewesen, kein offenes Verfahren“, sagte Staatsanwalt Gerhard Pfeil. Verteidiger Matthias Wolf verlangte einen Freispruch. Als Landrat habe Walter Handlungsfreiheit gehabt.

Walter kündigte an, gegen das Urteil in Revision zu gehen. „Ich bin der festen Überzeugung, dass ich nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt habe“, sagte er nach der Gerichtsentscheidung.

Mehr zum Thema

Quelle: LHE

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Niedersachsen Mörder der Küsterin vergiftet sich

Ein Mann, der seine Frau ermordet hatte, hat im Gefängnis Selbstmord begangen. Er war im vergangenen Jahr zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Mehr

01.02.2016, 15:30 Uhr | Gesellschaft
Ankara Merkel entsetzt über russische Bombenangriffe in Syrien

Bei ihrem Besuch in der Türkei hat Bundeskanzlerin Angela Merkel die Angriffe der russischen Luftwaffe und der syrischen Armee rund um die Stadt Aleppo verurteilt. Mehr

08.02.2016, 17:41 Uhr | Politik
Berliner Landgericht Achteineinhalb Jahre Haft nach Mord an Israeli in Kirchenruine

Letztes Jahr an Ostern fanden Passanten die übel zugerichtete Leiche eines Israelis in einer Berliner Kirchenruine. Der Täter hatte sich zunächst ins Ausland abgesetzt, ist jetzt aber verurteilt worden. Mehr

02.02.2016, 16:18 Uhr | Gesellschaft
Bayerischer Unmut Bus mit Flüchtlingen erreicht Kanzleramt

Der Flüchtlingsbus aus Landshut hat in der Nacht zu Freitag das Kanzleramt in Berlin erreicht. Organisiert wurde die Fahrt von Landrat Peter Dreier. Medien gegenüber hatte er behauptet, der Kanzlerin vor Monaten in einem Telefonat mit der Aktion gedroht zu haben. Dreier zufolge soll die Fahrt auf die Überforderung bayerischer Kommunen in der Flüchtlingskrise aufmerksam machen. Mehr

15.01.2016, 12:39 Uhr | Politik
Seltene Verurteilung Der neue Volkssport Volksverhetzung

Petry, Festerling, Höcke: Allen drei wurde Volksverhetzung vorgeworfen. Aber auch Privatpersonen werden immer stärker rechtlich belangt. Offenbar hat das Internet zur Enthemmung beigetragen. Strafen gibt es allerdings nur selten. Warum? Mehr Von Markus Wehner

09.02.2016, 11:15 Uhr | Politik

Eine Moschee, keine Bedrohung

Von Luise Glaser-Lotz

Der Streit, den die Hanauer CDU um die aktuellen Moscheebaupläne in der Stadt ausgelöst hat, fällt ihr gerade auf die Füße. Sie rückt den Trägerverein aus nichtigem Anlass in die Schlagzeilen. Mehr 3

Abonnieren Sie unsere Rhein-Main Newsletter

  • Newsletter auswählen

    Newsletter auswählen