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Veröffentlicht: 10.11.2012, 19:49 Uhr

Claudia Dillmann im Porträt Ein Schock, ein Kampf und ein Sieg

Auf der Suche nach einem Studentenjob läuft Claudia Dillmann dem Gründungsdirektor des Frankfurter Filmmuseums Walter Schobert über den Weg. Ihr zweiter Förderer wird Hilmar Hoffmann. Längst ist sie selbst Direktorin am Schaumainkai.

von Pascale Anja Dannenberg, Frankfurt
© Wonge Bergmann Starke Frankfurter Frau: Claudia Dillmann, Direktorin des Deutschen Filmmuseums, im neu gestalteten Foyer des Hauses

1993 wollte die damalige Kulturdezernentin Linda Reisch (SPD) das Kommunale Kino im Frankfurter Filmmuseum schließen. Filme könne man sich schließlich auch per Video „reinziehen“. Da gingen die damalige Vize-Direktorin des Filmmuseums Claudia Dillmann, Direktor Walter Schobert und Hilmar Hoffmann (SPD), der als Kulturdezernent 1971 das Kommunale Kino ins Leben gerufen hatte, auf die Barrikaden. Gemeinsam mit Regisseuren wie Ingmar Bergman, Bernardo Bertolucci, Wim Wenders, Volker Schlöndorff und Alexander Kluge kämpften sie gegen die Schließung.

„Das war ein Schock, der bis heute nachwirkt“, sagt Claudia Dillmann, die seit 2006 Direktorin des Deutschen Filmmuseums Frankfurt ist und zugleich die des Deutschen Filminstituts (DIF) im selben Haus. Gesprächstermin in ihrem Büro im vierten Stock der denkmalgeschützten Gründerzeitvilla an der Ecke Schaumainkai/Schweizer Straße. Die hohe Fensterfront, die sich über die Länge des Raums erstreckt, gibt den Blick frei auf den Main und die Skyline am gegenüberliegenden Ufer. Für seine Motive hat der Fotograf sie gerade durchs halbe Haus gehetzt, im steten Gefolge von Ines Bayer - „meine Assistentin kommt mit“.

„Stört es Sie, wenn ich rauche?“

Jetzt sitzt Dillmann an einem schlichten großen Konferenztisch. „Stört es Sie, wenn ich rauche?“ Sie wartet die Antwort erst ab, springt dann auf, dreht sich um nach der Packung auf ihrem Schreibtisch, setzt den surrenden Fensterregler in Betrieb, steckt sich eine Zigarette an und schiebt ihren Stuhl weit zurück. Angesprochen auf die Ereignisse im Jahr 1993 spricht sie von einer „Bedrohung“, die sie „tief geprägt“ habe. Sie redet geradeheraus, mit entschlossenem Blick.

Vielleicht ist Claudia Dillmann, die Hilmar Hoffmann 2006 in seinem Buch über „Frankfurts starke Frauen“ als „kämpferische Natur“ bezeichnet hat, mit dem Erlebnis von 1993 noch kämpferischer geworden, als sie es zuvor schon war. Jahre später wird es ihr jedenfalls gelingen, Forderungen sowohl der CDU als auch der Grünen nach einer Schließung des gesamten Filmmuseums gleich im Keim zu ersticken. Für den „gesellschaftlichen Stellenwert der Filmkultur“ sei auch „der Umbau ein wichtiger Schritt“ gewesen, sagt sie heute. Damit meint die 58 Jahre alte Direktorin die 2006 erfolgte Fusion von DIF und Filmmuseum. „Rückenstärkung auf vielen Ebenen, auch vom Kulturstaatsminister“ erhalte das Filmmuseum, seitdem es nicht mehr allein auf Gelder der Stadt Frankfurt angewiesen sei. Nun werden das Museum und das Filminstitut von Bund und Land, den Städten Frankfurt und Wiesbaden, Spitzenorganisation der Filmwirtschaft, der Murnau-Stiftung und von ARD und ZDF getragen.

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