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Cirque du Soleil Der Unsterbliche geht wieder auf Tour

 ·  Michael Jackson ist der Star der neuen Show des Cirque du Soleil - er lebt in seinen Songs, dem Glamour und dem Moonwalk.

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Der Tod muss nicht das Ende sein. Michael Jackson etwa lebt weiter - jedenfalls in den Herzen seiner Fans. Die haben dafür gesorgt, dass mit dem 2009 an einer Überdosis Schlafmittel gestorbenen Superstar im vergangenen Jahr mehr Geld verdient wurde als zumindest in seinen letzten Lebensjahren. 170 Millionen Dollar flossen an Tantiemen - eine Summe, die der am Ende seines Lebens hochverschuldete Künstler gut hätte gebrauchen können, um seine finanziellen Verhältnisse wieder ins Lot zu bringen.

Michael Jackson ist unsterblich, vorläufig jedenfalls. In Frankfurt hängen die ersten Plakate seiner neuen Show, die sinnigerweise den Titel „The Immortal World Tour“ trägt. Der King of Pop ist also von den Toten auferstanden. Wer ein ungläubiger Thomas ist und einen Beweis fordert, sollte sich am 16. oder 17.November das Michael-Jackson-Spektakel des kanadischen Cirque du Soleil in der Festhalle anschauen. Dort werden die Markenzeichen des Unsterblichen zu sehen sein: der Handschuh, der Moonwalk und jener Beat, der einem fast automatisch die Beine zucken lässt. Danach wird die Show unter anderem in München, Berlin und Mannheim gezeigt.

Das Problem: „Du hast den Star nicht auf der Bühne“

Bei der amerikanischen Premiere in Las Vegas waren übrigens gleich zwei weiße Handschuhe zu sehen. Ein überdimensionaler auf der Bühne im Hotel Mandalay Bay und ein originaler in einer Michael-Jackson-Ausstellung, die üppig mit Devotionalien aus den Garderoben und Spielzimmern des Popstars bestückt war. Wider besseres Wissen glaubte man in Las Vegas für einen Moment, den Meister höchstpersönlich bei der Aufführung zu erleben. „Das ist er doch“, dachte viele, als ein Tänzer im weißen und über und über mit Swarovski-Kristallen bedeckten Jogginganzug auf der vorgelagerten Bühne im unverwechselbaren Jackson-Stil moonwalkte. Die Stimme kam freilich aus der Konserve.

Das Problem, dem sich die Macher der Show gegenübersahen, hat Chantal Tremblay, die Kreativ-Direktorin dieser Show, denn auch folgendermaßen beschrieben: „Du hast den Star nicht auf der Bühne.“ Also haben sie den Star in seiner Musik, in seiner Art des Tanzens und in Videos wiederaufleben lassen. Dass der Sonnenzirkus aus Montreal um den toten Michael Jackson eine Schau kreiert hat, besitzt eine gewisse Plausibilität. Schließlich war der König der Popmusik seit den späten achtziger Jahren ein Fan des Cirque du Soleil. Zum ersten Mal hat er eine Produktion der Frankokanadier im kalifornischen Santa Monica gesehen; sein Begleiter damals war jener John Branca, der jetzt der Produzent der „Immortal World Tour“ ist. So begeistert sei Jackson bei diesem ersten Besuch gewesen, dass er sofort nach der Show hinter die Bühne gegangen sei, um mit den Künstlern zu sprechen, berichtet Branca.

Es muss nicht gespart werden

Es war seine Idee, Michael Jackson auf der Bühne wieder zum Leben zu erwecken. Den Zauberstab dafür hat der Cirque du Soleil einem Regisseur übergeben, der einst mit dem Meister persönlich auf der Bühne getanzt hat. Jamie King gehörte zum Team, das 1992 mit Jackson die „Dangerous“-Tour absolvierte. Man merkt seiner Show an, dass er ein Verehrer des verblichenen Helden ist und deshalb fast nur das Geniale und kaum das Düstere seines Idols hervorhebt. „Immortal“ feiert die Erfolge des großen Musikers und Entertainers und legt pietätvoll den Mantel des Schweigens über Jacksons bedrückenden Niedergang und seinen unwürdigen Drogentod.

Beim erfolgsverwöhnten Cirque du Soleil muss nicht gespart werden. Geld spielt keine Rolle, wenn es gilt, einen neuen Blockbuster auf die Bühne zu heben. Und ein solcher soll das „Immortal“-Spektakel werden, das mehrere Jahre durch die Welt touren soll. Regisseur King hat denn auch alles aufgeboten, was sich in eine Show packen lässt. Auf der in die Publikumsreihen hineingebauten ersten Bühne läuft eine vielköpfige Dancing Machine zur Hochform auf, gleiten Artisten an Seilen und Trapezen durch die Luft oder tanzen Mumien zur Musik von „Thriller“. Auf der Hauptbühne im Hintergrund rauschen Videoclips und historische Einspielungen über Riesenbildschirme, rockt eine scharfe Live-Band, verdrehen sich Artistenkörper und türmt sich das Eingangstor zur Neverland-Ranch auf. Wenn diese Materialschlacht auf Tour geht, sind an die 50 Trucks mit Requisiten unterwegs. Allein in den Bekleidungscontainern hängen an die 1400 Kostüme.

Gute Vermarktung ist wichtig

Dreißig Lieder, von zart und melodiös bis rockig und laut, spielt die zwölf Musiker umfassende Band. Das gesamte musikalische Universum des Michael Jackson leuchtet noch einmal auf: von „I just can’t stop loving you“ über „Dangerous“ und „Smooth Criminal“ bis zu „Thriller“. Und beim Mitwippen wird einem bewusst: Jacksons Musik hat ihre Kraft bewahrt.

Doch es rentiert sich die aufwendigste Show nicht, wenn sie schlecht vermarktet wird. So ist es dem Cirque du Soleil im Sommer vor zwei Jahren mit „Varekai“ in Deutschland ergangen. Die Macher in Montreal organisierten die Tour von ihrem Hauptquartier aus und scheiterten, weil sie die jeweiligen besonderen Bedingungen einer Stadt nicht berücksichtigen konnten. Aus Schaden klug geworden, haben sie für das Jackson-Spektakel den erfahrenen Frankfurter Impresario Marek Lieberberg und seine Agentur als Partner gewonnen. Der weiß aus jahrzehntelanger Erfahrung, wie man die Helden des Pop wirklich unsterblich macht.

Die Show „Michael Jackson. The Immortal World Tour“ wird am 16. November um 20Uhr und am 17. November um 16 und 20 Uhr in der Frankfurter Festhalle gezeigt. Der Ticketverkauf hat begonnen.

Quelle: F.A.Z.
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Jahrgang 1954, Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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