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Christian und Andrea Hartmann Der Landwirt und die Bankwirtin

 ·  „Bauer sucht Frau“, eine TV-Kuppel-Show mit guten Quoten, ist zum Synonym geworden: für die Schwierigkeit, mit einem Hof die Liebe zu finden. Mit der Realität hat die Sendung nicht viel zu tun. Das sagen zwei, die es wissen müssen.

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Inmitten sanft hügeliger Weiten ein Dorf in der Rhön. Wie andere gerne Urlaub machen, wohnen Christian und Andrea Hartmann mit ihren Kindern Simon und Sophia jeden Tag: auf dem Dorf, auf dem Bauernhof. Nebst Großeltern und Uropa im Nachbarhaus aus Fachwerk, einem für die Region typischen Vierseithof mit Weinranken am Haus und einem Traktor auf dem Kopfsteinpflaster vor dem Stall. Viel Ruhe ist ringsum und viel Beschaulichkeit in Hofbieber, Ortsteil Wiesen. Zweimal in der Woche bringt der Bäcker frisches Brot ins Haus.

Das Ehepaar Hartmann hat Land und Tiere, einen Fernseher hat es auch, jeder hat hier einen, jeder kennt die Show, die dem produzierenden Privatsender in diesen Wochen Quotenrekord beschert: „Bauer sucht Frau“. 7,22 Millionen Zuschauer hatten sich die Folge der Kuppel-Show am 19. November angesehen. Marktanteil: satte 22,6 Prozent beim Gesamtpublikum, etwas mehr in der Altersgruppe von 14 bis 47 Jahren, die für Werbezwecke als besonders relevant gilt. Das Ehepaar Hartmann kann über „Bauer sucht Frau“ nur den Kopf schütteln. „Total realitätsfern“, sagt Christian Hartmann. „Ein Imageschaden für die Landwirtschaft“, sagt seine Frau.

Dorftrottel für eine bessere Quote

Drei Folgen jüngeren Datums haben sie gemeinsam gesehen. Zuvor hatte der Jungbauer bei der Feuerwehr von der Serie erzählen gehört. Geschaut werde das in den Bauersfamilien schon, sagt er, meistens von den Frauen, wirklich ernst genommen werde die Serie aber nicht. Dass das Publikum mit den Protagonisten barmt, ist für Hartmann das Ergebnis eines darauf zugeschnittenen Castings: „Die wollen die Quote, da ist es das Beste, man sucht sich einen Dorftrottel.“ Das Gegenteil eines jungen modernen Landwirts, der über mehr verfügt als über ein altes Bauernhaus mit ein paar Tieren. Der mehr Kontakte hat als den zu seiner Mutter, die ihm jeden Mittag schwere Lieblingskost in großen Mengen kocht.

Christian und Andrea Hartmann haben keine Hilfe gebraucht, um sich kennen- und lieben zu lernen, der Junglandwirt und seine Bankerin aus dem Raum Fulda. Sie kannten sich schon, bevor sie im Frühjahr 2001 zusammenfanden, hatten im größeren Kreis oft gemeinsam gefeiert. „Die Rhön ist wie ein großes Dorf, da läuft man sich ständig über den Weg“, sagt Andrea Hartmann. Irgendwann hätten sie beide mehr miteinander unternommen als zuvor, und dann sei es so gewesen, wie es Klaus Lage in „1001 Nacht“ besingt: Dann hat es eben „Zoom“ gemacht.

„Ich bin absolut an Kredit interessiert“

Seinerzeit arbeitete Andrea Hartmann, die das Gymnasium in Hilders und eine Fachoberschule besucht hat, schon bei der Geno-Bank Fulda und qualifizierte sich nebenbei zur Bankfachwirtin. In der Geno-Bank machte sie mit Anfang zwanzig rasch Karriere. Obwohl sie noch keine Bankfachwirtin war, stieg sie zur Leiterin des Teams auf, das sich um das „risikoarme Kreditgeschäft“ kümmert, wie es im Fachjargon heißt. „Ich bin absolut an Kredit interessiert“, erzählt sie mit einem Lächeln. „Deshalb hat sie einen Landwirt geheiratet“, wirft ihr Mann umgehend ein.

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