15.01.2012 · Die CDU lädt zur sachlichen Diskussion über Nachtflüge. Doch gegen die Wut der Lärmgeplagten redet ein Lufthansa-Sprecher vergebens an.
Von Nina Himmer, FrankfurtRichtlinien für Lesermeinungen
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man kann ausweichen - man muss es sogar tun
Eigentlich haben wir doch §§1 des GG, dass die Würde (und damit auch die Gesundheit) des Menschen unantastbar sei. Aber was macht diese Landesregierung, sie streut den Bewohnern im Süden Frankfurts, in Flörsheim, in Mainz und im LK Offenbach Sand in die Augen. Sie hat genau gewusst, dass mit dieser Expansion gesundheitliche Schäden für die Einwohner vieler Überfluggemeinden verbunden sind, man hat darauf vertraut, die wählen sowieso CDU oder FDP, die merken das gar nicht. Aber die Leute sind ja nicht doof, wenn sie den ganzen Tag und danach auch noch die ganze Nacht von Fluglärm heftigst tangiert werden. Irgendwann ist das Maß voll! Fluglärm ist gesundheitsschädlich. Deshalb müssen die Flüge über die Südbahnen geleitet werden, deshalb muss die Fracht über Hahn passieren. Aber das wagt ja keiner zu fordern, alle sind abhängig von Fraport. Dass viele erst nach dem 1. November nachts durchgehend schlafen können, ist den meisten Politikern entgangen, sie wohnen ja im Hochtaunus.
Mit der neuen Landebahn ergibt sich rechnerisch ein Kapazitätszuwachs von mindestens 30%. Warum muss eine Frachtmaschine um 2 Uhr in der Nacht starten wenn sie das auch vor 21 Uhr tun kann? Alles andere ist Verhandlungssache mit dem Zielflughafen. Die Argumente der Lufthansa Cargo sind unsinnig. Ach übrigens ... Müssen wir im Dezember Spargel und Erdbeeren haben?
Deutlicher kann die CDU es nicht machen, Tote müssen offensichtlich
für die Verbesserung der Dividende der Fraport und der Lufthansa in
Kauf genommen werden.
In den schön- und kleingerechneten offiziellen Lärmschutzzonen
leben ca. 300000 Menschen. Das deutsche Ärzteblatt hat im Heft 43
vom Oktober 2011 auf die siginifikant tödlichen Auswirkungen der
extremen Lärmbelastung durch Fluglärm hingewiesen.
Tote für Dividende, dass ist die Moral der hessischen Landesregierung.
Haupt versucht es weiter mit Sachlichkeit?
Das Hervorheben bloß wirtschaftlicher Interessen kann mit Sachlichkeit nicht gleichgesetzt werden. Gerade die gesundheitliche Unversehrtheit der Menschen im nahen Umfeld des Flughafens ist ein hohes Gut, das nicht einfach zur Disposition gestellt werden kann, weil wirtschaftliche Interessen dies erforderten. Insofern hat der Arzt mit seinem Hinweis, bloß wirtschaftliche Argumente seien zynisch, recht. Wer die tägliche Fluglärmbelastung im Rhein-Main Gebiet kennt, wird den Lärmterrorisierten ein über das übliche Maß hinausgehende Emotionalität in der Sache zubilligen. Nicht wenige Lufthanseaten wohnen zudem mit ihren Familien im beschaulichen, weniger lärmbelasteten Taunus, verweisen zugleich aber auf die Notwendigkeit des Ausbaus des Flughafens, das wirkt nicht gerade glaubwürdig. Offenbar hat die Landesregierung den Bogen in den letzten Jahren überspannt und selbst die vergräzt, die ihr bisher noch vertrauten.
Das Land braucht Visionen statt Gefrickel
Der Beitrag verdeutlicht das ganze Elend, in das uns die Bastler von der Fraport/LH im Verbund mit Provinzpolitikern manövriert haben. Anstatt einen Stadtflughafen aus den 30ern durch Anstückeln unkontrolliert immer weiter auszubauen, brauchen wir Visionen, wie sich Verkehr und Logistik menschen- und raumverträglich realisieren lassen. Die Briten denken z.B. über einen Flughafen an der Themsemündung (Norman Foster und Boris Johnson "Heathrow ist ein Planungsfehler der 1960er-Jahre") nach. Solche Konzepte wären deutscher Ingenieurstradition würdig, die völlig verkorkste Nordwest-Landebahn ist es nicht.
Wo sind eigentlich die ganzen Vertreter der Pharma und Automobilfirmen,
die erklären, dass ihre logistische Planung so schlecht ist, dass
ihre Produkte mitten in der Nacht losgeschickt werden müssen, damit
sie am nächsten Morgen um 6 in Chicago sind?
Wenn ich das richtig sehe, dann ist ja die arme Lufthansa Cargo nur das
Opfer, weil die Slots auf den landenden Flughäfen so ungerecht
verteilt sind und die absendende/empfangende Industrie alle alles um 6h
morgens haben will.
IIch bitte um Klarstellung: gepöbelt und beleidigt hat
tatsächlich jemand, doch der ältere Herr hat eine Dame, die
ihre Betroffenheit über den Fluglärm schilderte, als
"blöde Kuh" bezeichnent.
Als die Bürger ihn dann um Mäßigung baten setze er ein
"Du Arschloch" nach.
Die vom Fluglärm betroffenen Bürger des Frankfurter
Südens waren ausnahmslos niveauvoll,haben sachlich und intelligent
argumentiert und haben Respektvoll gehandelt.