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Catherine Deneuve bei der „Ambiente“ : Der Filmstar und der Bräter

Hausfrau: Catherine Deneuve greift auf der „Ambiente“ zum Edelstahltopf Bild: von Siebenthal, Jakob

Frankreich ist diesmal Partnerland der Frankfurter Ambiente, der wichtigsten Konsumgütermesse der Welt. Catherine Deneuve hat als Stargast vorbeigeschaut - und vor allem auf Töpfe und Pfannen geblickt.

          Der Fotograf aus Frankreich kann es kaum fassen. Wer das sei? Na - wer wohl? „Catherine Deneuve, die französische Schauspielerin“, antwortet der Mann auf die Frage eines Österreichers und zieht eine Miene, als fühle er sich durch die Frage persönlich beleidigt. Zwei Minuten hat sich der 69 Jahre alte Filmstar - schwarzes Kleid, schwarze Netzstrümpfe, schwarzer Pelz und Goldkette - zuvor vor einer Stellwand mit dem Markenzeichen der Messe Frankfurt den Fotografen gestellt. Hat ein paarmal milde gelächelt, ansonsten aber den Blick in die Linsen vermieden und dafür mit Messe-Geschäftsführer Detlef Braun geplaudert, während die Blitze zuckten. Die Bürgerin des Partnerlandes Frankreich erhöhe den Glamourfaktor der Frühjahrsmesse Ambiente, sagt Braun.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Catherine Deneuve hat an diesem Nachmittag aber mehr im Sinn, als nur andere von ihrem Ruf profitieren zu lassen, wie sich wenige Minuten später zeigt. Von der Stellwand aus bahnt sie sich, umgeben von einer Menschentraube, den Weg in die Halle 3. Unvermittelt bleibt sie vor den kupfernen Töpfen des Herstellers Ruffoni stehen. Wer gedacht hat, Madame schaue nur mal hier und mal da oberflächlich, der täuscht sich. Vielmehr spricht sie einen Mann am Stand an, deutet auf die Dellen in den Töpfen und weiß kurz darauf, dass das Metall gehämmert werde. Merci, au revoir.

          „Sie sagt, sie liebe es zu kochen“

          Ein paar Schritte weiter wartet der erste französische Aussteller auf den Weltstar: Le Creuset bietet Teller und Tassen aus Steinzeug an, vor allem aber Töpfe und Bräter aus Gusseisen. Minutenlang fragt Deneuve Geschäftsführer Sébastien Zott aus. Sie greift sich einen Bräter aus einem Regal, schaut ihn genau an, hakt nach. Hinterher, der Gast strebt nebst Tross seiner nächster Station zu, sagt Zott, die Schauspielerin sei gar nicht kompliziert. „Sie hat gesagt, sie liebe es zu kochen.“ Sie wünsche sich einen cremefarbenen Bräter. „Den schicken wir ihr zu.“

          Auf die Post erst gar nicht warten muss Catherine Deneuve bei Laguiole. Bei der Messermanufaktur bleibt sie stehen, lässt sich die Produktion erläutern und kann sich am Schluss ein Messer in ihre Handtasche stecken. „Es war mit ein Vergnügen“, sagt ihr Gesprächspartner zum Abschied. Und dann hat der Weltstar wieder Töpfe im Blick.

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