01.07.2009 · Schüler der Klasse 6a der Carl-Schurz-Schule, Frankfurt, über den Umgang mit Taschengeld, ob man es sparen oder ausgeben sollte, und was dafür gekauft wird.
„Hurra, mein Taschengeld ist da!“ Diese Aussage ist typisch für Kinder. Die meisten Kinder in Deutschland bekommen Taschengeld und freuen sich jeden Monat sehr. Aber stimmt das auch? Vielleicht spielt sich die Szene so ab: „Wir müssen mal miteinander reden“, sagt der Vater und bittet die Kinder ins Wohnzimmer. „Mir wurde meine Arbeit gekündigt. Ich kann euch kein Taschengeld mehr geben.“ Eine traurige Nachricht für Kinder.
Nach einer Umfrage in der Schule haben wir festgestellt, dass die überwältigende Mehrheit der 34 Kinder in unserer Klasse regelmäßig Taschengeld bekommt, die meisten monatlich und bar auf die Hand. Die wenigen Kinder, die ein Nein ankreuzten, gaben an, dass sie Geld von den Eltern bekommen, „wenn ich was brauche“.
Oberstufenschüler geben ihr Geld für Freizeit, Feiern und Kleidung aus
Die große Mehrheit ist zufrieden mit dem „Gehalt“. Sehr viele Kinder haben zusätzliche Einnahmen durch Geburtstage und Zeugnisse, aber auch durch kleine Arbeiten im Haushalt. 75 Prozent der Befragten halten es für sinnvoller, das Geld einzuteilen, statt alles gleich auszugeben. Fast alle Kinder der Klasse sparen etwas. 13 von 30 Befragten können mit einer regelmäßigen Erhöhung des Taschengeldes rechnen. In unserer 6. Klasse erhält die Mehrheit monatlich 10 oder 20 Euro, einige auch 15 oder 25. 50 Euro oder weniger als 10 Euro ist eine absolute Ausnahme. Das Geld wird hauptsächlich ausgegeben für Spielsachen, Videokonsolen, Computerspiele, elektronische Geräte, Süßigkeiten und Getränke, Zeitschriften und Comics. Mädchen kaufen manchmal auch Kleidung oder Schmuck.
Von den meist achtzehnjährigen Oberstufenschülern erfuhren wir, dass 75 Prozent immer noch Taschengeld bekommen, meist zwischen 90 und 150 Euro. Es wird ausgegeben für Freizeitaktivitäten, fürs Feiern, auch für Kleidung. Viele der älteren Schüler haben außerdem einen regelmäßigen Nebenjob. Sie werden erwachsen und müssen sich mehr Sachen selber kaufen; sie haben mehr Verantwortung für sich selbst als wir Jüngeren. Weit über die Hälfte der 20 Befragten spart auch Geld für zukünftige Wünsche wie Führerschein, eigenes Auto, eigene Wohnung oder das Studium.
Die überwiegende Mehrzahl unserer Eltern hat als Kind auch Taschengeld bekommen. Aber es war natürlich sehr viel weniger und damals auch noch in D-Mark. Auch sie haben nebenher kleine bezahlte Arbeiten verrichtet. Wir haben die Eltern auch gefragt, welche Probleme sie sehen, wenn die Erwachsenen in der jetzigen Wirtschaftssituation nicht mehr so viel Geld zur Verfügung haben, eventuell sogar arbeitslos werden. Die meisten sagten, dass die Kinder sich vielleicht schämen, weniger Geld als andere zu haben, auch ausgelacht werden, und das bedeutet auch Druck für die Eltern.
Sie halten es für ganz wichtig, dass Kinder in jedem Fall etwas Geld bekommen, um auch mal mit Freunden etwas unternehmen zu können. Taschengeld „sollte nur in Notfällen gestrichen werden“. Aber „in harten Zeiten muss die Familie zusammenhalten, müssen Kinder Verständnis aufbringen für die Situation der Eltern“. Und „Taschengeld ist nicht nur Konsum, sondern auch Lernen, mit Geld umzugehen“. Unsere Klasse hat sich sehr mit dem Thema beschäftigt. Die Zusammenarbeit war manchmal schwer, aber es hat auch Spaß gemacht. Es war interessant zu sehen, wie viele verschiedene Meinungen es gab.