04.07.2009 · Beim Besuch des Polizeipräsidiums lernen die Schüler der Klasse 6d der Carl-Schurz-Schule, dass die meisten Straßenraube von Jugendlichen verübt werden. Der beste Schutz sei selbstbewusstes Auftreten - und im Notfall die Flucht.
Von Karolin Spies und Rosalie KorosFrüher arbeitete Herr Hildebrand in einem gefährlicheren Dezernat und war auch an Fällen mit Verbrechern beteiligt, heute ist er in der Prävention tätig. Er hatte früher auch mal Angst bei seinem Beruf, denn es kam schon mal jemand ins Gefängnis, der sagte, dass er ihn „platt“ machen würde, wenn er wieder frei ist. Herr Hildebrand meinte, bei so etwas würde ihm schon mulmig. Außerdem hat er uns erzählt, dass er noch nie geschossen hat, denn das tut ein Polizist nur im allerhöchsten Notfall.
In der Präventionsabteilung dagegen redet er mit Jugendlichen, damit sie gar nicht erst versuchen, Verbrechen zu begehen. Er berichtet, dass vor allem Straßenraub (wenn etwas mit Gewalt weggenommen wird) von Jugendlichen ausgeführt wird. Etwa zwei Drittel aller Straßenraube werden von Jugendlichen verübt. Allerdings werden etwa 30 Prozent aller Straßenraube auch aufgeklärt. Der beste Schutz, damit man kein Opfer wird, ist, wenn man selbstbewusst auftritt, die Gegend beobachtet und im Notfall wegrennt.
SEK rückt in gefährlichen Situationen an
Außerdem erzählte uns Herr Hildebrand, dass immer mehr Frauen bei der Polizei eingestellt werden. Auch beim MEK seien Frauen sehr nützlich, in der Mehrheit sind Frauen jedoch in anderen Abteilungen tätig. MEK bedeutet Mobiles Einsatzkommando, die Beamten beobachten Verdächtige, um zum Beispiel herauszufinden, wann man die Person am besten festnehmen kann.
Es gibt bei der Polizei auch noch eine Abteilung, die heißt SEK, das sogenannte „Sondereinsatzkommando“. Es ist dafür da, die schwierigeren und gefährlicheren Fälle zu bearbeiten. Diese Polizisten gehen bei vielen Einsätzen auch ein Lebensrisiko ein. Wenn die Polizei zum Beispiel zu einem Verbrecher nach Hause muss, weiß sie nie, was sie dort erwartet. Das SEK nimmt den Täter dann fest und sichert alles ab. Wenn dann die „normale“ Polizei eintrifft, ist der Täter schon mit Handschellen versehen und muss nur noch abgeführt werden. Besonders betonte Herr Hildebrand, dass der Polizeiberuf nicht so ist, wie es oft in Krimis im Fernsehen gezeigt wird. Es gibt nicht jeden Tag eine Verfolgungsjagd, und man findet bei normalen Ermittlungen auch nicht immer gleich einen Parkplatz.
Auf unsere Frage, was der seltsamste Gegenstand war, der je gestohlen wurde, nannte Herr Hildebrand: eine Erbsenpistole, eine Hamburgertüte, ein Kondom und Faschingszoll.