03.07.2009 · In der Pilotenausbildung im Trainingszentrum der Lufthansa lernen die angehende Piloten, eine 20.000 PS starke Maschine zu steuern. Die Klasse 5a der Carl-Schurz-Schule war vor Ort.
Die Stewardessen und Piloten der Lufthansa werden im „Flight Training Center“ der Fluggesellschaft am Frankfurter Flughafen ausgebildet. Zwei ehemalige Stewardessen zeigten unserer Schulklasse zunächst in einer Flugzeugattrappe die verschiedenen Bereiche der Kabine. Wir Schüler saßen auf den Sitzen der verschiedenen Klassen - First Class, Business Class und Economy Class - und bekamen unter anderem die Bordküche, beim Flugpersonal „Galley“ genannt, gezeigt.
Besonders interessant war der große Raum, in dem Notfälle geübt werden. Dort gibt es einige Flugsimulatoren mit Notfallrutschen. Diese können im Notfall abgetrennt und als Floß benutzt werden. Das große Schwimmbad, in dem der Umgang mit den Notfallrutschen bei Notlandungen auf dem Meer geübt wird, durften wir uns leider nicht anschauen, aber auf Fotos sah es sehr gut aus. An der Decke des Schwimmbades sind Düsen eingebaut. Sie stellen den künstlichen Regen her, damit man die Situation so gut wie möglich üben kann.
Aus mehr als einer Million Teilen zusammengesetzt
Nach dem Rundgang durch das Trainingszentrum warteten wir in einem Sitzungssaal auf den Piloten. Währenddessen erklärte uns eine der beiden Stewardessen, was die Striche auf den Uniformen des Flugpersonals bedeuten. Ein dicker Strich kennzeichnet den Flugbegleiter, ein dicker und ein dünner Strich den Purser (Chef der Crew) eines kleineren Flugzeuges, ein dicker und zwei dünne Striche den Purser eines Jumbos.
Drei dicke Striche bezeichnen den Co-Piloten und vier dicke Striche den Flugkapitän. Deniz Camlik ist 28 Jahre alt und schon seit drei Jahren Co-Pilot. Auf den Berufswunsch ist er gekommen, als er als kleines Kind während eines Fluges einmal in das Cockpit durfte und ganz begeistert war. Im Moment fliegt er nur Kurzstrecken, aber in drei bis vier Jahren will er auch Langstreckenflüge fliegen. Camlik erzählte uns auch, dass der Job zum Beispiel wegen der Zeitumstellung sehr anstrengend sein kann.
Angst habe er keine, sonst hätte er sich nicht für diesen Job entschieden. Am meisten Spaß mache ihm bei seinem Job das Landen, da dies die größte Herausforderung darstellt. Camlik beantwortete uns viele Fragen von Sicherheit bis Technik. Über Satelliten, die das GPS im Flugzeug empfängt, weiß der Pilot, wo er ist und wann der nächste Flughafen kommt. Er fliegt bis zu vier Kurzstreckenflüge am Tag mit bis zu 850 Stundenkilometern. Eine Maschine hat 20.000 PS und ist aus mehr als einer Million Teilen zusammengesetzt. Ein Flugzeug kann etwa bis zu 300 Kilometer gleiten, falls die Turbinen ausfallen. Der Vogelflugverkehr wird von Förstern beobachtet. Sie schießen mit einer Schreckschusswaffe in die Luft, wenn Schwärme in die Flugbahn kommen.
Die Ausbildung eines Piloten dauert zwei Jahre. Ein Pilot muss gut Englisch sprechen können und gut in Mathe sein, weil beim Fliegen das Berechnen der Flugbahn wichtig ist.