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Carl-Schurz-Schule, Frankfurt Allerhand Spannung auf dem Fluss

04.07.2009 ·  Die Wasserschutzpolizei muss Schiffe kontrollieren, Personen vor dem Ertrinken retten und die Fahrrinne sperren, wenn es einen Unfall gibt. Die Klasse 5b der Carl-Schurz-Schule hat die Beamten an einem Vormittag begleitet.

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„Dieser Beruf ist etwas Besonderes“, sagt Oberkommissar Markus Müller, ein großer und sicher auch sehr starker Mann, der seit 1997 zur Wasserschutzpolizei gehört. Die 109 Beamten der Wasserschutzpolizei in Hessen nehmen die polizeilichen und die schifffahrtspolizeilichen Aufgaben auf den Flüssen Rhein, Main, Lahn, Fulda, Werra, Weser, dem Diemelsee sowie auf dem Edersee wahr.

Auch die Wasserbauwerke, Werften, Häfen und Inseln an den zugewiesenen Wasserflächen werden von ihnen betreut und gegebenenfalls geschützt. Sie müssen Schiffe kontrollieren, Personen vor dem Ertrinken retten, die Fahrrinne sperren, wenn es einen Unfall gibt, und Schrott aus dem Wasser fischen. Dabei finden sie auch außergewöhnliche Dinge im Main wie Autos, Fahrräder, Einkaufswagen und sogar Tresore.

Gruselige Suche nach einer Wasserleiche

Um Wasserschutzpolizist zu werden, braucht man Abitur oder Fachabitur, zudem muss man drei Jahre Polizei- und drei Jahre Wasserschutzpolizeiausbildung absolvieren. Jeder Wasserschutzpolizist braucht ein Rettungsschwimmerabzeichen, denn es kann passieren, dass man beim „Übersteigen“ in ein anderes Boot ins Wasser fällt.

Außerdem muss ein Wasserschutzpolizist sehr gute geographische Kenntnisse besitzen, denn man lernt nicht nur, ein Boot zu führen, sondern muss die Kurvennamen der schiffbaren Flüsse, die Flussstädte und Häfen, die Brückennamen und die Anzahl der zugehörigen Durchfahrten kennen. Man lernt viele Fachbegriffe des nautischen Alphabets. Wusstet Ihr, dass die Riffe im Binger Loch eigene Namen haben? Dass man ein Schiff bunkert und nicht betankt? Dass man Schiffe nicht anstreicht, sondern pönt?

Bei der Wasserschutzpolizei gibt es Streifenboote, Boote, die mit Radar und Schifffunk ausgestattet sind, Hilfsstreifenboote, Führungs- und Ausbildungsboote und Trailerboote. Die Trailerboote sind sehr schnell und flexibel, das heißt, sie können auch mal in kleinere Ecken oder sehr nah am Ufer fahren. Bei einer Gangsterjagd ist das von großem Vorteil.

In Frankfurt gibt es zwei Boote und ein Schnellboot. Normalerweise gibt es pro Polizeistation nur ein Boot und ein Schnellboot, da es aber im Main viele Schleusen gibt, kann man mit zwei Booten besser im Dienstbezirk fahren. Oberkommissar Müller berichtete uns auch von den besonderen Erlebnissen in seinem Beruf. Das gruseligste Erlebnis war die Suche nach einer vermissten Person in einem Baggersee. Am Grund eines Sees ist es völlig dunkel, und die Vorstellung, eine Wasserleiche zu ertasten, ist sicher auch für abgebrühte Gemüter eine Herausforderung.

Ein schönes Ereignis war dagegen die WM 2006 mit der riesigen Leinwand auf dem Main. Nach einem Sieg sprangen einige Engländer von einer Mainbrücke in den Fluss. Dabei ist zum Glück nichts Schlimmes passiert, allerdings wurde den Springern eine Geldbuße auferlegt.

Klasse 5b, Carl-Schurz-Schule, Frankfurt.

Quelle: F.A.Z.
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