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Campus-Radio : Studenten auf Sendung

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Am Mikrofon: Einige Universitäten bieten Campus-Radio an. Bild: REUTERS

Was es an der Uni Mainz und der Hochschule Darmstadt schon gibt, bekommt jetzt auch die Uni Frankfurt: ein Campus-Radio. Im Juli soll es losgehen.

          Authentisch soll sie klingen, nicht zu stark betonend und lebendig - die Stimme sei bei der Moderation entscheidend, erklärt die Referentin ihren Zuhörern. 50 junge Menschen sind in das IG-Farben-Haus gekommen, um von freien Journalisten und Toningenieuren, Redakteuren des Hessischen Rundfunks sowie der Privatsender FFH und You FM die Grundlagen des Radiomachens zu lernen.

          Im Juli soll es richtig losgehen, dann werden auch die Frankfurter Studenten ihr eigenes Campus-Radio hören können. „Dauerwelle“ soll es heißen, das Logo zeigt Goethes Lockenhaupt mit Kopfhörer und einem zwinkernden Auge. Vor einem Jahr haben Maren Illinger und Malte Kleinjung die Initiative ergriffen und sich ein Konzept für die „Dauerwelle“ ausgedacht - aus einem einfachen Grund: „Weil es an unserer Uni noch kein Campus-Radio gab“, sagt Illinger. Die beiden Germanisten sind wissenschaftliche Mitarbeiter am Institut für Deutsche Literatur und koordinieren das Fortbildungsprogramm Buch- und Medienpraxis. Mit dem Projekt Campus-Radio wollen sie die Fachbereiche am Uni-Standort Westend vernetzen und Sendungen „von Studierenden für Studierende“ machen.

          „Selbst die Initiative übernehmen“

          Damit es im Juli losgehen kann, haben Illinger und Kleinjung das Workshop-Wochenende angeboten. Im Seminar „Wie bediene ich ein Aufnahmegerät?“ drücken fünf Studentinnen auf den Knöpfen eines Diktiergerätes herum. Der Referent, ein Toningenieur, erklärt, wie es funktioniert. Anschließend dürfen sich die Nachwuchsjournalistinnen selbst interviewen. Ein kleiner Erfolg ist es für sie, ihre Stimmen aus dem Gerät hören zu können. Das funktioniert also.

          “Nach dem Workshop sollen die Studierenden selbst die Initiative übernehmen“, sagt Illinger. Sie haben Redaktionsgruppen zu den Themen Kultur, Hörspiel, Campus-Leben, Politik, Musik, Sport, Lokales, Forschung und Wissenschaft gebildet. „Je nach Vorerfahrung werden die Gruppen eigenständig oder mit Unterstützung von Radio-Paten, vor allem aus dem HR, an ihren ersten Sendungen feilen.“

          „Musik, Kultur und das Leben“

          Um Zuschüsse für „Radio Dauerwelle“ haben sich Illinger und Kleinjung im Vorhinein bemüht. „Für den Anfang reicht es, zwei Anträge haben wir noch am Laufen“, sagt Kleinjung. Das Geld von der Universität könnten die Radiomacher gut für ein eigenes Tonstudio gebrauchen. Derzeit produzieren sie ihre Testsendungen noch an Laptops. Germanistikstudenten können sich die Arbeit bei der „Dauerwelle“ voraussichtlich als Credit-Points anrechnen lassen. Die Themen und Sendezeiten der Beiträge haben sich aus einer Online-Umfrage unter Studenten ergeben, die die Goethe-Uni in Auftrag gegeben hat, wie Illinger erläutert. Die Befragten wollen vor allem etwas über das Campus-Leben, Musik und Kultur in der Mainmetropole hören. Und das am liebsten zwischen 18 und 20 Uhr.

          Was in Frankfurt gerade erst aufgebaut wird, gibt es an der Uni Mainz schon seit 2002. Die 22 Jahre alte Sabrina Holitzner ist seit 2010 Mitglied im Redaktionsteam des Campus-Radios, seit Juni sogar als Chefredakteurin. Jeden Mittwoch von 11 bis 12 Uhr und von 14 bis 15 Uhr gehen die Mainzer Studenten auf Sendung, alle vier Wochen auch bis 16 Uhr. „Musik, Kultur und das Leben auf dem Campus sind unsere Schwerpunkte“, sagt Holitzner. In den Redaktionskonferenzen sitzen etwa 15 Studenten zusammen und schlagen Themen vor, diskutieren über aktuelle Termine und suchen Studiogäste aus.

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