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Caligiuri-Brüder im Gespräch „Nach dem Spiel wirst du mich um Karten anbetteln“

 ·  Im DFB-Pokal-Duell am Dienstag (19.00 Uhr) zwischen Mainz und Freiburg treffen die Caligiuri-Brüder aufeinander. Im F.A.Z.-Interview sprechen sie über das Talent des anderen und die kaputten Blumen der Großmutter.

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© picture alliance / dpa Vergrößern Wiedersehen macht Freude: Marco (links) und Daniel Caligiuri

An diesem Dienstag (19.00 Uhr / Live im DFB-Pokal-Ticker bei FAZ.NET) spielen Sie im Viertelfinale mit Ihren Klubs Mainz 05 und SC Freiburg gegeneinander. Wie geht man als Brüder in so einem Spiel eigentlich in Zweikämpfe?

Marco (28 Jahre): Im vergangenen Jahr haben wir im Bundesligaspiel doch sogar im direkten Duell gespielt. Ich im rechten Mittelfeld, Daniel im linken Mittelfeld. Wie war das für dich?

Daniel (25): Es ist schon ein komisches Gefühl, sich als Brüderpaar gegenüberzustehen im direkten Duell. Aber im Spiel ist man so konzentriert, dass man nicht mehr dran denkt. Dann geht es darum, dass man gewinnen will.

Marco: Ich versuche das auszublenden. Man geht in den Zweikampf, als wäre der Bruder ein ganz normaler Gegenspieler.

Würden Sie Ihren Bruder auch foulen?

Marco: Ich würde ihn, denke ich, schon foulen, wenn er allein auf unseren Torwart zuläuft.

Daniel: Mir geht es genauso. Da gibt es keinen Bruder mehr.

Gefährdet das Pokalduell den Familienfrieden?

Daniel: Nein, es ist sogar ein bisschen tröstlich für Marco und mich, dass wenigstens ein Bruder auch nach dem Spiel noch vom Finale träumen darf.

Daniel, Sie sind 25 Jahre alt und der Jüngere. Haben Sie in Ihrer Jugend in Villingen-Schwenningen besonderen Druck gespürt, weil Ihr Bruder Marco schon nachgewiesen hatte, dass die Familien-Gene gut genug sind für eine Profikarriere?

Daniel: Früher hat man immer gesagt, dass in mir mehr Potential steckt, weil ich mir ja von Marco so viel abschauen konnte. Aber es ist eben auch ein gewisser Erwartungsdruck, den mein Bruder so vielleicht nicht hatte als der Erste von uns beiden. Sicher war das dann für mich auch ein besonderer Ansporn, diese Erwartungen zu erfüllen und ihm nachzueifern.

Haben Sie als Kinder viel miteinander gekickt, oder waren Sie mit fast vier Jahren Altersunterschied zu weit auseinander.

Marco: Wir haben viel im Garten gespielt, wo wir die Blumen von der Oma kaputtgeschossen haben. Kannst du dich erinnern?

Daniel: Ja, die vielen Niederlagen gegen dich vergesse ich nicht. Dann kam meist der Papa dazwischen und hat aus Mitleid mit mir gefordert, dass du mich auch mal gewinnen lässt, damit ich nicht mit Fußball aufhöre.

Marco: Ja, damals war der Altersunterschied noch gravierender. Daniel konnte aber schon ganz gut kicken, wenn wir auf dem Bolzplatz waren.

Daniel: Du hast aber auch oft gesagt, dass ich noch zu klein sei, wenn du mit Größeren gekickt hast.

Marco: Ich hatte vielleicht Angst, dass dir was passiert. Gut genug für die anderen warst du schon damals.

Gibt es den Traum, als Brüderpaar auch mal zusammen bei einem Profiklub spielen zu können?

Daniel: Es wäre sicher mal schön, wenn wir beide in einer Mannschaft wären. Andererseits könnte es auch einen harten Konkurrenzkampf geben, da wir ähnliche Positionen spielen. Aber ich rechts und er links, das wäre doch fein.

In der Berichterstattung werden Freiburg und Mainz gerne in einem Atemzug genannt. Sind sich Ihre beiden Klubs wirklich so ähnlich?

Marco: Absolut! Freiburg und Mainz stehen für die Ausbildung und Weiterentwicklung von Spielern. Das betrifft bei uns nicht nur die jungen Spieler wie beispielsweise André Schürrle oder Jan Kirchhoff, die in der eigenen Jugend für die Profis ausgebildet wurden. Wir haben auch einen Lewis Holtby, der hier als Ausleihspieler war, so vorangebracht, dass er den Durchbruch geschafft hat zu dem, was er jetzt ist. Und genauso werden bei uns auch ältere Spieler noch besser. Aber das Konzept, dass man Spieler ausbilden und darüber hinaus individuell besser machen kann auch im Profibereich, der ist in Freiburg wie in Mainz ganz besonders wichtig. Und man sieht bei beiden, was man damit erreichen kann.

Marco, Sie sind schon recht jung in die Nachwuchsabteilung des VfB Stuttgart gewechselt. Konnten Sie da die Entwicklung Ihres vier Jahre jüngeren Bruders verfolgen?

Marco: Ich habe da immer genau hingeschaut. Und das mache ich auch heute noch. Aber es ist heute nicht mehr so, dass ich ihm Tipps geben kann. Das habe ich früher in der Jugend sicher machen können, wo ich ihm noch Dinge erklären konnte.

Wenn man einen Klub wegen des Bruders intensiv verfolgt, wird man dann vom Trainer auch nach dem Gegner gefragt?

Daniel: Herr Streich fragt mich schon am Tag vor dem Spiel, ob Marco spielen wird oder nicht. Aber mein Bruder verweigert da leider jeden Kommentar.

Marco: Daniel verrät mir aber auch nichts. Ich denke, dass unsere Trainer so professionell arbeiten, dass die das auch gar nicht nötig haben.

Nach dem Pokal-Viertelfinale ist klar, dass nur noch ein Caligiuri das Pokalfinale erreichen kann. Darf man davon ausgehen, dass der andere dann mit den Eltern nach Berlin reisen würde, wenn der Bruder das Endspiel erreicht?

Daniel: Auf jeden Fall. Dann würde ich als Fan nach Berlin fahren und dabei sein.

Marco: Prima. Ich besorge dir dann die Karten.

Daniel: Nach dem Spiel wirst du mich um Karten anbetteln.

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