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Busverkehr Billig, aber langsam

Von Frankfurt aus kann man neuerdings mit dem Omnibus in andere deutsche Städte reisen.

© Fricke, Helmut Vergrößern Abfahrbereit: Am Frankfurter Hauptbahnhof wird immer häufiger mit dem Bus gefahren. Diese Gruppe fährt über Freiburg nach Zürich, in diesem Omnibus ist kein Platz mehr frei.

Die Strecke Frankfurt - Leipzig für 15 Euro. Das erscheint im Vergleich mit dem Auto oder der Deutschen Bahn unvorstellbar günstig. Und ist es auch. Doch seitdem es privaten Busunternehmen möglich ist, in den innerdeutschen Linienverkehr einzusteigen, sind solche Preise möglich.

Seit dem 1. Januar ist der Busverkehr in Deutschland nahezu vollständig dereguliert. Unternehmer können somit Linienverkehr quer durch Deutschland anbieten. Von Frankfurt nach Zürich für 18 Euro, nach München für 19 Euro. Der Frankfurter Hauptbahnhof ist umringt von neuen, privaten Buslinien, mit denen die Passagiere kostengünstig durchs Land fahren können.

Die Fahrgast sind oft jung

Für viele Passagiere ist der Preis jedoch nicht der einzige Grund, auf Auto und Bahn zu verzichten. „Der Bus kommt immer pünktlich, bei der Bahn und Mitfahrgelegenheiten muss ich oft ewig warten“, sagt ein Student, der zum zweiten Mal von Frankfurt nach Freiburg fährt und es jetzt immer so machen will. Auch die Ausstattung vieler Busse mit unentgeltlichem Wlan-Netz wird als Buchungsgrund genannt.

Die Busse werden bisher hauptsächlich von jüngeren Menschen genutzt. Zum einen liegt das an der neuen Art des Reisens. In Frankfurt muss sich diese Beförderungsmöglichkeit zunächst einmal herumsprechen. Zum anderen aber liegt es am Verkauf der Tickets, der bisher fast ausschließlich über das Internet erfolgt. Zwar sind die Fahrkarten auch noch am Bus erhältlich, jedoch zu deutlich erhöhten Preisen. So kostet die Fahrt nach Leipzig am Bus 35 Euro, also mehr als das Doppelte wie im Internet. Auch wenn dies im Verhältnis zu Bahn und Auto immer noch ein verhältnismäßig günstiger Preis ist, sind Ticketkäufe kurz vor der Abfahrt die Ausnahme.

Spontan reisen ist schwierig

Die Reise in einem Fernbus hat allerdings auch negative Seiten. So ist der Bus meist die langsamste aller Fortbewegungsmöglichkeiten. Wer sich für ihn entscheidet, spart zwar gegenüber Bahn- und Autofahrern Geld, muss aber auch mehr Zeit für die Strecke einplanen. Die Fahrt von Frankfurt nach Freiburg dauert mit dem Bus vier Stunden, mit dem Auto laut Routenplaner zweieinhalb und mit dem Zug sogar nur zwei. Auch wenn die Busunternehmen in den vergangenen Wochen ihre Netze ausgebaut haben, sind sie bisher noch dürftig. Viele Gebiete Deutschlands werden überhaupt nicht angefahren oder nur selten. Ein klarer Minuspunkt gegenüber der Bahn, deren Schienennetz weitaus enger geknüpft ist.

Die Busse sind oft ausgebucht, eine spontane Reise ist daher schlecht möglich. Ein rechtzeitiger Fahrkartenkauf ist daher notwendig, um einen sicheren Platz und zugleich den günstigen Preis zu bekommen. Bisher konnten die beiden bekanntesten Fernbuslinien deinbus.de und meinfernbus.de noch keine Gewinne erzielen. Auch deshalb wurden für die nächsten Monate deutliche Erweiterungen der Buslinien angekündigt. Diese erscheinen dringend notwendig, wenn die neuen Fernbusse in Zukunft kein Nischenprodukt bleiben, sondern eine ernsthafte Konkurrenz zum Auto und der Deutschen Bahn werden wollen.

Quelle: F.A.Z.

 
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