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Veröffentlicht: 14.11.2012, 23:23 Uhr

Bundestagswahl 2013 FDP-Kandidaten kämpfen um vordere Listenplätze

In der hessischen FDP läuft das Rennen um die besten Listenplätze für die Bundestagswahl. Eine Kampfkandidatur zwischen Solms und Kolb zeichnet sich ab. Otto gilt als freier Kandidat.

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© dapd Wettstreit: Der Oberhesse Hermann Otto Solms will Spitzenkandidat der Hessen-FDP werden - doch das strebt auch Heinrich Kolb aus Babenhausen an

Der 8. Dezember könnte zu einem wichtigen Tag für die hessische FDP werden. Dann wird die Partei auf der Landesdelegiertenkonferenz ihre Landesliste für die Bundestagswahl im nächsten Jahr festlegen. Dieser Vorgang wäre Formsache, hätte die FDP Chancen, noch einmal das Rekordergebnis von 2009 zu erreichen: Damals erhielt sie 14,6 Prozent der Stimmen, sie stellt seither acht Abgeordnete in Berlin. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird die Partei beim nächsten Urnengang aber allenfalls noch fünf oder sechs Prozent erzielen, was nur noch für vier Mandatsträger reichen würde.

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Von den acht Volksvertretern, die derzeit dem Parlament angehören, haben nur zwei angekündigt, nicht mehr zu kandidieren: Wolfgang Gerhardt und Mechthild Dyckmans. Die übrigen sechs wollen in der Hauptstadt bleiben. Den Hut in den Ring geworfen haben außerdem auch einige neue Interessenten. Der Kampf um die vorderen Listenplätze wird daher besonders intensiv geführt. Hinzu kommt, dass bei der Aufstellung der Kandidaten die Interessen der fünf hessischen Bezirksverbände zu berücksichtigen sind.

Unterstützung für Solms schwindet

Zu einer Kampfkandidatur wird es schon auf Listenplatz 1 kommen. Sowohl Hermann Otto Solms aus Gießen als auch Heinrich Kolb aus Babenhausen beanspruchen diesen für sich. Solms, Finanzfachmann und Bundestagsvizepräsident, hat sich mit seinem zurückhaltenden Kurs in Sachen Steuerreform nicht nur Freunde in der Partei gemacht. Viele, auch Mitglieder der hessischen Parteiführung, sollen den 71 Jahre alten Politiker gedrängt haben, nicht mehr anzutreten. Da die Unterstützung für Solms schwindet, der eine gewisse Prominenz in die Waagschale werfen kann, werden Kolb die besseren Chancen zugesprochen. Unterläge Solms, könnte er auf einem folgenden Listenplatz noch einmal antreten. Sollte er auch dann scheitern, würde er seine Kandidatur wohl zurückziehen. „Das tut er sich nicht mehrfach an“, sagt einer, der ihn kennt.

Sicher gesetzt ist dagegen Stefan Ruppert. Nach einer Kampfkandidatur gegen den Frankfurter Bundestagsabgeordneten Hans-Joachim Otto übernahm er vor einigen Monaten von ihm den Vorsitz des Bezirksverbandes Rhein-Main - ein Manöver, das in erster Linie der Sicherung seines Listenplatzes galt. Auf den Plätzen drei und vier sollen nach Absprachen zwischen verschiedenen Bezirken Björn Sänger aus Waldeck und Christoph Schnurr aus Frankfurt folgen.

Gleichung mit zwei Unbekannten

Damit wäre dem komplizierten Regionalproporz, so gut es geht, Rechnung getragen - allerdings hat die Gleichung noch zwei Unbekannte: Der 28 Jahre alte Abgeordnete Schnurr, Kreisvorsitzender in Frankfurt und seit drei Jahren Bundestagsabgeordneter, hatte im Kreisvorstand einen Antrag lanciert, der ihm den besseren der beiden Frankfurter Listenplätze zusichert. Sein Konkurrent Otto, der mit einer vierjährigen Unterbrechung seit 1990 im Bundestag sitzt, rutschte auf der Liste so nach hinten. Doch Otto will sich dem Vernehmen nach als freier Kandidat auf einen der ersten vier Listenplätze bewerben. Als allzu schlecht gelten Ottos Chancen nicht. Denn in der Partei haben sich viele über Schnurrs Verhalten geärgert. Es ist allerdings auch möglich, dass wegen der Frankfurter Querelen beide einen vorderen Platz verfehlen.

Das gilt umso mehr, als es in der Kalkulation noch eine weitere Unbekannte gibt. Es geht um zwei Frauen: Sowohl die Marburgerin Eva Scharbatke, die dem Landesvorstand der Jungen Liberalen angehört, als auch Bettina Stark-Watzinger aus Bad Soden beanspruchen einen guten Listenplatz für sich. Die Lösung, die einigen in der Partei gefiele, sieht so aus: Solms als Vertreter Mittelhessens fällt durch. Für ihn rutscht Scharbatke - ebenfalls aus Mittelhessen - auf Platz vier oder fünf nach. So hätte man mit ihr als weiblicher Kandidatin und Vertreterin der jungen Generation gleich drei Ansprüche auf einmal befriedigt.

Quelle: F.A.Z.

 

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