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Veröffentlicht: 05.04.2013, 17:48 Uhr

Bürgermeister-Kandidaten in Hofheim im Gespräch: Schnelle Realisierung von Ländcheshalle und Bücherei

Bei der Bürgermeisterwahl am 14. April in Hofheim sind Amtsinhaberin Gisale Stang (SPD) und Erster Stadtrat Wolfgang Exner (CDU) die aussichtsreichsten Kandidaten. Außer ihnen bewirbt sich noch der Stadtverordnete der Grünen Horst Schneider.

© Röth, Frank Magistratskollegen: Herausforderer Exner und Amtsinhaberin Stang bewerben sich um das Bürgermeisteramt.

Herr Exner, haben Sie Angst, sich als dritter CDU-Kandidat an Frau Stang die Zähne auszubeißen?

Exner: Angst habe ich keine, weil ich Sportler bin und es sich um einen politischen Wettkampf handelt. Egal, ob Sieg oder Niederlage - ich nehme das ganz sportlich.

Was machen Sie in der CDU-Hochburg Hofheim besser als Ihre Vorgänger Czunczeleit und Marschall?

Exner: Ich hoffe, dass ich die Menschen - insbesondere die CDU-Wähler - besser erreiche. Vielleicht kann ich Hemmnisse, die gegenüber den beiden anderen Kandidaten seinerzeit bestanden, auflösen. Ich bin ein anderer Typ und kann sehr direkt auf Menschen zugehen und versuche auch Kritiker zu überzeugen.

Frau Stang, wenn Sie an das magere Ergebnis des langjährigen SPD-Bürgermeisters in Niedernhausen denken, haben Sie nachts manchmal Albträume mit solch katastrophalem Ausgang?

Stang: Niedernhausen war eine ganz andere Situation. Aber natürlich muss ich um jede Stimme kämpfen. In Hofheim habe ich immer knapp gewonnen, deshalb habe ich früh mit dem Wahlkampf begonnen.

Entwickelt man beim dritten Bürgermeisterwahlkampf so etwas wie Routine?

Stang: Nein. Das ist immer wieder neu und eine Herausforderung. Zuletzt ging es heftig um die Innenstadtentwicklung. Wir haben Hofheim zur familienfreundlichen Stadt gemacht und die Kreisstadt wieder in die Kreisstadtliga gebracht. Nun muss vermehrt bezahlbarer Wohnraum, der auch den Bedürfnissen von älteren Menschen gerecht wird, geschaffen werden. Größte Herausforderung wird sein, Hofheim als Wohn- und Wirtschaftsstandort attraktiv zu halten und weiterzuentwickeln.

Ihr harmonisches öffentliches Miteinander erleichtert dem Wähler nicht gerade den Urnengang. Wo sehen Sie Unterschiede zum Konkurrenten?

Stang: Ich habe in den vergangenen zwölf Jahren sehr konsequent an den Inhalten gearbeitet und trotz Schwierigkeiten die Familienstadt umgesetzt. Meine Ideen waren vor sechs Jahren keineswegs so konsensfähig wie heute. Dies ging nur, weil ich intensiv Bürgerbeteiligung betrieben und für Transparenz gesorgt habe.

Exner: Natürlich gibt es viele Gemeinsamkeiten, weil wir in einer gemeinsamen Koalition von CDU und SPD Ziele ausgearbeitet haben. Ich sehe unsere wesentlichen Unterschiede bei dem Thema Siedlungserweiterung. Wir brauchen weitere Ausweisungen, um Hofheim auch für junge Familien attraktiv zu machen. Arrondierungsflächen am nordwestlichen Rand Diedenbergens müssen ausgewiesen werden. Dies hat der Regionalverband bei der Flächennutzungsplanung abgelehnt. Da müssen wir noch mal verhandeln. Und ich habe im Rahmen meiner früheren Tätigkeit beim Kreis unter ganz schwierigen Rahmenbedingungen die schulische Betreuung mit aufgebaut - soziale Ausgewogenheit ist mir ebenfalls sehr wichtig.

Stang: Es gibt neue Diskussionen auch in Frankfurt über bezahlbaren Wohnraum. Wenn das Umland dabei mithelfen soll, muss mit den uns aufgelegten Restriktionen anders umgegangen werden. Da erwarte ich generell ein Umdenken bei der Ausweisung. Denn es gibt bis 2025 stramme Zuwachszahlen in der Region. Ich denke, dass gerade auch in dieser Frage mein regionalpolitisches Engagement hilfreich ist.

Exner: Wir brauchen neben bezahlbarem Wohnraum auch weitere Gewerbeflächen. Wir waren da in der Vergangenheit zu sanft im Umgang mit dem Regionalverband. Es gibt große Areale entlang der Autobahn 66, die ökologisch nicht sehr wertvoll sind und bebaut werden könnten.

Stang: Die Frage ist, ob wir an dieser Stelle Einzelhandel wollen oder andere Ideen haben. Gewerbeansieldung - analog zur Clusterbildung Auto im Gewerbegebiet Nord - ist wichtig.

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