http://www.faz.net/-gzg-786j4

Bürgermeister-Kandidaten in Hofheim im Gespräch: : Schnelle Realisierung von Ländcheshalle und Bücherei

  • Aktualisiert am

Magistratskollegen: Herausforderer Exner und Amtsinhaberin Stang bewerben sich um das Bürgermeisteramt. Bild: Röth, Frank

Bei der Bürgermeisterwahl am 14. April in Hofheim sind Amtsinhaberin Gisale Stang (SPD) und Erster Stadtrat Wolfgang Exner (CDU) die aussichtsreichsten Kandidaten. Außer ihnen bewirbt sich noch der Stadtverordnete der Grünen Horst Schneider.

          Herr Exner, haben Sie Angst, sich als dritter CDU-Kandidat an Frau Stang die Zähne auszubeißen?

          Exner: Angst habe ich keine, weil ich Sportler bin und es sich um einen politischen Wettkampf handelt. Egal, ob Sieg oder Niederlage - ich nehme das ganz sportlich.

          Was machen Sie in der CDU-Hochburg Hofheim besser als Ihre Vorgänger Czunczeleit und Marschall?

          Exner: Ich hoffe, dass ich die Menschen - insbesondere die CDU-Wähler - besser erreiche. Vielleicht kann ich Hemmnisse, die gegenüber den beiden anderen Kandidaten seinerzeit bestanden, auflösen. Ich bin ein anderer Typ und kann sehr direkt auf Menschen zugehen und versuche auch Kritiker zu überzeugen.

          Frau Stang, wenn Sie an das magere Ergebnis des langjährigen SPD-Bürgermeisters in Niedernhausen denken, haben Sie nachts manchmal Albträume mit solch katastrophalem Ausgang?

          Stang: Niedernhausen war eine ganz andere Situation. Aber natürlich muss ich um jede Stimme kämpfen. In Hofheim habe ich immer knapp gewonnen, deshalb habe ich früh mit dem Wahlkampf begonnen.

          Entwickelt man beim dritten Bürgermeisterwahlkampf so etwas wie Routine?

          Stang: Nein. Das ist immer wieder neu und eine Herausforderung. Zuletzt ging es heftig um die Innenstadtentwicklung. Wir haben Hofheim zur familienfreundlichen Stadt gemacht und die Kreisstadt wieder in die Kreisstadtliga gebracht. Nun muss vermehrt bezahlbarer Wohnraum, der auch den Bedürfnissen von älteren Menschen gerecht wird, geschaffen werden. Größte Herausforderung wird sein, Hofheim als Wohn- und Wirtschaftsstandort attraktiv zu halten und weiterzuentwickeln.

          Ihr harmonisches öffentliches Miteinander erleichtert dem Wähler nicht gerade den Urnengang. Wo sehen Sie Unterschiede zum Konkurrenten?

          Stang: Ich habe in den vergangenen zwölf Jahren sehr konsequent an den Inhalten gearbeitet und trotz Schwierigkeiten die Familienstadt umgesetzt. Meine Ideen waren vor sechs Jahren keineswegs so konsensfähig wie heute. Dies ging nur, weil ich intensiv Bürgerbeteiligung betrieben und für Transparenz gesorgt habe.

          Exner: Natürlich gibt es viele Gemeinsamkeiten, weil wir in einer gemeinsamen Koalition von CDU und SPD Ziele ausgearbeitet haben. Ich sehe unsere wesentlichen Unterschiede bei dem Thema Siedlungserweiterung. Wir brauchen weitere Ausweisungen, um Hofheim auch für junge Familien attraktiv zu machen. Arrondierungsflächen am nordwestlichen Rand Diedenbergens müssen ausgewiesen werden. Dies hat der Regionalverband bei der Flächennutzungsplanung abgelehnt. Da müssen wir noch mal verhandeln. Und ich habe im Rahmen meiner früheren Tätigkeit beim Kreis unter ganz schwierigen Rahmenbedingungen die schulische Betreuung mit aufgebaut - soziale Ausgewogenheit ist mir ebenfalls sehr wichtig.

          Stang: Es gibt neue Diskussionen auch in Frankfurt über bezahlbaren Wohnraum. Wenn das Umland dabei mithelfen soll, muss mit den uns aufgelegten Restriktionen anders umgegangen werden. Da erwarte ich generell ein Umdenken bei der Ausweisung. Denn es gibt bis 2025 stramme Zuwachszahlen in der Region. Ich denke, dass gerade auch in dieser Frage mein regionalpolitisches Engagement hilfreich ist.

          Exner: Wir brauchen neben bezahlbarem Wohnraum auch weitere Gewerbeflächen. Wir waren da in der Vergangenheit zu sanft im Umgang mit dem Regionalverband. Es gibt große Areale entlang der Autobahn 66, die ökologisch nicht sehr wertvoll sind und bebaut werden könnten.

          Stang: Die Frage ist, ob wir an dieser Stelle Einzelhandel wollen oder andere Ideen haben. Gewerbeansieldung - analog zur Clusterbildung Auto im Gewerbegebiet Nord - ist wichtig.

          Weitere Themen

          „Alle haben mich geliebt“ Video-Seite öffnen

          Interview mit Carlos Kaiser : „Alle haben mich geliebt“

          Carlos Kaiser wollte ein Fußballstar sein – aber nicht Fußball spielen. Dem Stürmer fehlte das Talent. Trotzdem war er über Jahre bei den größten Vereinen Brasiliens unter Vertrag. Gespräch mit einem Hochstapler.

          Schwindender Rückhalt für Erdogan

          Türken in Deutschland : Schwindender Rückhalt für Erdogan

          Wie Türken in Deutschland wählen, hat stets mit dem Jahrzehnt ihrer Einreise zu tun: erst kamen konservative Gastarbeiter, dann linksliberale Kurden. Jetzt hofft die Opposition auf Verluste für die AKP. Warum?

          Topmeldungen

          Der Lack ist ab: Ein alter Golf auf einem Schrottplatz

          VW in der Krise : Diesel ist dicker als Wasser

          Volkswagen scheinen Familienbande wichtiger zu sein als die Aufklärung des Dieselskandals. Darunter leiden vor allem die Kunden. Ein Kommentar.

          3:1 gegen Ägypten : Die Russen kommen ins Rollen

          Nach dem Torfestival im Eröffnungsspiel braucht die Sbornaja gegen Ägypten ein wenig, um auf Touren zu kommen. Dann gibt ein Eigentor den Startschuss. Den Afrikanern kann auch ihr Star kaum helfen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.