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Brennholz Mit Holz aus dem Stadtwald die eigene Wohnung heizen

Immer mehr Frankfurter sägen sich ihr Brennholz für den heimischen Ofen selbst - ein Kurs zum sichern Umgang mit der Motorsäge ist dabei Pflicht.

© Eilmes, Wolfgang Vergrößern Sammlerin: Tina Baumann, stellvertretende Leiterin des Stadtforsts, ist in ihrem Wald Holzkundin wie viele andere auch. Im vergangenen Jahr hat der Stadtforst dreimal so viel Brennholz verkauft wie vor sechs Jahren.

Langgestreckt liegt die Buche am Rand des Waldwegs, die braunen Blätter ihrer abgeknickten Äste bedecken sie wie ein Tarnnetz. Ein Sturm hat den Baum umgeworfen, die Fachleute vom Forst sprechen in einem solchen Fall von „Sturmholz“. Im nächsten Winter, wenn das Holz getrocknet ist, wird die Buche in kleine Scheite geteilt und im Kachelofen knisternd für Wärme in Tina Baumanns Wohnung sorgen.

Holz ist für die promovierte Holzlogistikerin Beruf und Leidenschaft zugleich. Baumann ist stellvertretende Abteilungsleiterin des Frankfurter Stadtforsts, eine Unterabteilung des Grünflächenamts. Und sie kauft und schneidet ihr Brennholz für ihre Heizung aus dem Wald, ist also im Forstjargon „Selbstwerber“. Sie weiß, dass Birkenholz mit heller und bläulicher Flamme brennt oder dass Buchen- und Eichenholz den besten Brennwert haben. „Die Wärme von Holz ist eine viel wohligere, intensivere Wärme als beispielsweise von Öl“, sagt sie. Und preiswerter noch dazu, fügt sie an und rechnet vor: Ein Kubikmeter Buchenholz liefere im getrockneten Zustand etwa 2700 Kilowattstunden Energie, was 270 Litern Heizöl entspreche. Das Heizöl koste 177 Euro, der von Ästen befreite Buchenmeter 55 Euro.

Drei Möglichkeiten für das eigene Holz

Kein Wunder also, dass die Nachfrage an Brennholz in den vergangenen Jahren angestiegen ist. Während Selbstwerber im Jahr 2004 beim Stadtforst noch etwa 400 Kubikmeter Holz kauften, waren es vergangenes Jahr bereits 1200 Kubikmeter. Tendenz steigend. Grund ist, dass immer mehr Frankfurter Brennholz aus dem Stadtwald beziehen. Die Einnahmen nutzen die Revierförstereien beispielsweise für die Instandhaltung von Wegen und Bänken im Wald oder die Anschaffung neuer Forstgeräte.

Wer für den privaten Gebrauch Brennholz aus dem Wald haben möchte, hat drei Möglichkeiten. Die am häufigsten genutzte ist die Selbstwerber-Methode: Der Interessent ruft bei der zuständigen Revierförsterei an und meldet seinen Holzbedarf in Raummetern an. Das ist die gebräuchlichste Maßeinheit beim Brennholz-Handel: Dabei werden ein Meter lange Holzscheite zu einem ein Meter hohen Stapel geschichtet. Der Förster weist dem Selbstwerber ein Waldstück zu, in dem gefällte Bäume liegen. Diese muss der Selbstwerber selbst zersägen und zu einem „Polter“ am Rand des Waldwegs stapeln, damit der Förster die Menge bemessen kann. Erst nach der Bezahlung von 25 Euro je Raummeter darf das Holz abtransportiert werden. Der Selbstwerberschein oder die Rechnung beinhalten auch gleichzeitig eine Durchfahrtsgenehmigung für den Wald. Selbstwerber kann nur werden, wer zuvor erfolgreich an einem Lehrgang teilgenommen hat, in dem der sichere Umgang mit der Motorsäge geschult wird. Eigene Schutzkleidung ist ebenfalls Pflicht beim Sägen.

Die mühsamste Methode ist der „Holzleseschein“

Die weniger mühsame Variante ist das Kaufen von bereits zugeschnittenemStämmen am Waldweg. Dabei übernehmen die Waldarbeiter des Stadtforsts die Vorarbeiten. Der Kaminbesitzer muss sich dann nur noch den Stamm zu Brennholz zurechtsägen. In dem Fall kostet der Kubikmeter 55 Euro. Wieder gilt: erst bezahlen, dann abholen. Das verkaufte Holz ist „Industrieholz“ und wird, wenn es nicht als Brennholz verfeuert wird, zum größten Teil zur Herstellung von Papier oder Spanplatten genutzt.

Die letzte und mühsamste Methode ist der „Holzleseschein“. Für 20 Euro erwerben Privatpersonen mit ihm das Recht, am Boden liegendes Holz in der Zeit vom 1. September bis zum 31. März sammeln zu dürfen, jedoch ohne Motorsäge und ohne Auto. Mit einer Handsäge darf der Sammler Äste und Zweige zerkleinern. Dennoch achten die Förster darauf, dass noch Holz liegen bleibt, um dem Wald ausreichend Nährstoffe zurückzugeben. Für Baumann steht fest: „Es soll nicht so aussehen, als sei hier jemand mit dem Staubsauger durchgegangen.“

Wer Brennholz kaufen möchte, kann sich beim Stadtforst an die jeweils zuständige Revierförsterei unter der Telefonnummer 21233186 oder per Mail an stadtforst@stadt-frankfurt.de wenden.

Quelle: F.A.Z.

 
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