http://www.faz.net/-gzg-92g6n

Nach Bombenfund in Frankfurt : Verzögerung der Evakuierung ohne strafrechtliche Folgen

  • Aktualisiert am

Kontrollgang: Polizisten prüften am 3. September, ob auch wirklich alle Anwohner im Bomben-Sperrbezirk ihre Wohnungen verlassen hatten - manche mussten ermuntert werden Bild: Helmut Fricke

Mehrere Bürger und ungeplante Krankentransporte haben die Entschärfung der gefährlichen Luftmine in Frankfurt vor einem Monat verzögert. Strafrechtlich wird wohl niemand belangt. Wie teuer die ganze Aktion war, ist noch offen.

          Die stundenlange Verzögerung der Bomben-Entschärfung in Frankfurt vor einem Monat hat keine strafrechtlichen Folgen. Keiner der Menschen, die sich zu lange in der Sperrzone aufhielten, habe es den Ermittlungen zufolge grob auf Zeitverzögerungen angelegt, sagte Polizei-Sprecher Alexander Kießling am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Es seien dadurch auch keine zusätzlichen Kosten entstanden. Rund 65.000 Menschen waren von der größten Evakuierung der Nachkriegszeit betroffen. Die Sperrzone um den Fund der 1,8 Tonnen schweren Weltkriegsbombe auf dem Universitäts-Campus Westend war 1,5 Kilometer groß.

          Die gesamten Kosten stehen nach Darstellung der Stadt noch nicht fest. Schätzungen waren von einigen Millionen Euro ausgegangen. Ob auf einige Bürger wegen ihres Verhaltnes finanzielle Forderungen zukommen, ist noch unklar. Sicherheitsdezernent Markus Frank (CDU) und der Leiter des Ordnungsamtes Jörg Bannach hatten angekündigt, dies zu prüfen. Dies werde jedoch geraume Zeit dauern.

          Von der ganzen Aktion nichts gewusst

          Die Polizei hatte während der Evakuierung fast 300 Platzverweise erteilt und fünf Menschen in Gewahrsam genommen, weil sie die Sperrzone nicht rechtzeitig verlassen hatten. Einige hätten von der ganzen Aktion nichts gewusst, weil sie mehrere Tage im Ausland waren oder erst an dem Morgen aus einem längeren Urlaub zurückgekehrt seien, sagte Kießling. Die gefährliche Luftmine war fünf Tage vor ihrer Entschärfung entdeckt worden. Zwei Männer, die während der Entschärfung in der Nähe auftauchten, seien ahnungslos gewesen und erst am Morgen in die Stadt gefahren.

          Die Verzögerung von Entschärfung und Evakuierung habe auch an den Rettungsfahrzeugen gelegen. Sie mussten viel mehr Menschen aus der Sperrzone bringen als angemeldet und geplant.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Asyl-Streit in der Union : Wer siegt im Endspiel?

          Wie zwei Schnellzüge rasen CDU und CSU in der Asylfrage weiter aufeinander zu. Was könnte in den nächsten knapp zwei Wochen geschehen? Und wie könnte es Deutschland verändern? Vier Szenarien.

          EU-Reformpläne : Wer zu Merkel hält – und wer nicht

          Die Pläne von Merkel und Macron für einen gemeinsamen Haushalt der Währungsunion stoßen auf scharfe Kritik aus der CSU. Wer hält noch zur Bundeskanzlerin, wenn nicht die Schwesterpartei?

          Asylfrage : Kurz und Söder loben gemeinsame Haltung

          Die Haltung von Bayern und Österreich in der Flüchtlingsfrage sei in Europa „immer mehrheitsfähiger“ sagte der bayerische Ministerpräsident. Der österreichische Bundeskanzler bedankte sich für die Unterstützung aus München.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.