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: Bloß keine Nierensteine!

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Wahlen und die Weltmeisterschaft schlagen in der ersten Hälfte dieses Jahres den Takt. Wer wissen will, ob sich die Stimmung im Land seit der Bundestagswahl verändert hat, wartet auf den 26. März, wenn ...

          Wahlen und die Weltmeisterschaft schlagen in der ersten Hälfte dieses Jahres den Takt. Wer wissen will, ob sich die Stimmung im Land seit der Bundestagswahl verändert hat, wartet auf den 26. März, wenn in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt die Landtage und in Hessen die Kommunalparlamente gewählt werden, denn auf die Demoskopen ist ja kaum mehr Verlaß. Wie immer werden die Verlierer über den "Gegenwind aus Berlin" klagen, während sich die Gewinner ihrer kommunalpolitischen Leistungen rühmen. Das Viererbündnis im Frankfurter Rathaus wird zerfallen, und niemand wird trauern.

          Bei der Fußball-Weltmeisterschaft wird nicht alles, aber viel von der Leistung der Schiedsrichter abhängen. Da ist es beruhigend zu wissen, daß sie Quartier in Gravenbruch beziehen, denn dort geht es seriös zu, anders als in der Münchner Bussi-Bussi-Gesellschaft oder gar in Berlin, denn woher kommt der betrügerische Referee Hoyzer? Eben. Schiedsrichter sind nämlich keine Nullen in Schwarz, genau die sagt wiederum die Frankfurter Kämmerei für den städtischen Haushalt voraus, allerdings erst für 2007. Nullen wollen wir bei der Weltmeisterschaft aber nicht sehen, und wenn doch, dann nur in der Gegentor-Bilanz der deutschen Elf.

          Was wird das neue Jahr sonst noch bringen? Max Hollein übernimmt zusätzlich zur Leitung der Schirn die Direktion von Städel und Liebieghaus, was Glanz verspricht. Gas und Strom werden vielerorts in der Region teurer, Bus- und Bahnfahren ebenfalls. Wenn die Zugvögel nach Hessen zurückkehren, wird niemand mehr über die Vogelgrippe reden, wie sich überhaupt auf manche Aufgeregtheit der Feinstaub des Vergessens legen wird.

          Im Juli kommen die Rolling Stones, das Frankfurter Kreuz wird fünfzig und ist damit jünger als Mick Jagger. Am 12. August steigt der Internationale Jugendtag, nur einen Tag später der Internationale Linkshändertag, was auch für hessische linkshändige Jugendliche ganz praktisch ist, reinfeiermäßig gesehen.

          Alles in allem wird 2006 - unter anderem wegen der Weltmeisterschaft - besser werden als das vergangene Jahr, aber hoffentlich schlechter als das darauf folgende. Verlaß ist in jedem Fall auf jene Hellseher, die das Publikum mit immer neuen Rechenkunststückchen der Art verblüffen, wenn die A 66 um zehn Zentimeter verbreitert werde, entstünden 4821 Arbeitsplätze, und wenn der Pegel der Nidda um jährlich drei Millimeter sinke, überlebten von 2061 an nur Plattfische. Ihnen sei mit Montaigne zugerufen: "Wer zuviel voraussieht, hat einen Stein in der Seele, bevor er ihn an den Nieren hat."

          WERNER D'INKA

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