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Der Lokaltermin : Schmorzwiebeln und Spiegelei

Bild: Wonge Bergmann

Und wieder hat Frankfurt einen Burgerladen mehr: Vor kurzem eröffnete „Blackbox Burger“ in Niederrad. Aber was dort gebraten wird, ist alles andere als nullachtfünfzehn. Der Lokaltermin.

          Oh, bitte nicht schon wieder ein Burger-Laden! Davon gibt es doch mittlerweile mehr als genug. Seit Jahren schwappt die große Edel-Burger-Welle durch die Stadt - und es ist kein Ende abzusehen. Noch immer macht praktisch jeden Monat ein neues Lokal auf und preist seine Buletten-Brötchen als die nun wirklich besten und ehrlichsten und größten und saftigsten und handgemachtesten der Stadt an. Es gibt kaum noch einen Stadtteil, in dem es nicht irgendwo einen Burger-Brater mit Anspruch und kreativem Namen gibt. Selbst in Niederrad ist es jetzt so weit: An der Melibocusstraße gibt es seit einigen Monaten „Blackbox Burger“.

          Peter Badenhop

          Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

          Und der Imbiss sieht wirklich ein bisschen aus wie eine große schwarze Kiste. Schuld daran sind die kleinen, schwarzen Kacheln, mit denen der Flachbau von außen verkleidet ist. Die sind bei Gastronomie-Gestaltern gerade schwer angesagt, weil sie schlicht, aber irgendwie doch auch edel wirken und an einen Schlachtbetrieb erinnern. Das suggeriert dem Gast Authentizität und Bodenständigkeit.

          Keine Nullachtfünfzehn-Frikadellen-Brötchen

          Bei „Blackbox Burger“ gehören auch der an der Außenwand befestigte Verzehrtresen mit seinen Barhockern, die einfachen, schwarzen Biertische auf dem Gehsteig, das reduzierte Angebot (es gibt acht Burger, acht Toppings, drei Sorten Pommes und Salat) und der Hinweis auf den regionalen Metzger, von dem das Rindfleisch für die Patties stammt, zu diesem Image. Im Ensemble der kleinen Fressmeile, die sich an dieser Stelle inmitten der Wohnsiedlung etabliert hat, ist das eine nette Abwechslung von China-Imbiss, Bäckerei, Eiscafé, Wurst-Imbiss, Fußball-Kneipe und Kiosk.

          Und die Burger sind tatsächlich keine Nullachtfünfzehn-Frikadellen-Brötchen. Die drei Betreiber der „Blackbox“ bringen Erfahrung aus Steakhäusern und gehobenen Restaurants mit. Das merkt der Gast den Kreationen, die ein paar Minuten nach der Bestellung durch das geöffnete Imbiss-Fenster gereicht werden, auch an: Das Fleisch ist nicht durchgebraten, sondern innen rosa und dadurch sehr saftig, der Belag mit Eisbergsalat, Tomate, Gewürzgurke und vor allem sehr aromatischen Schmorzwiebeln ist üppig portioniert und gut gewürzt. Nur die Brötchen sind ein bisschen porös und weich und fallen beim Essen des Buletten-Ensembles ziemlich schnell auseinander.

          Das Aushängeschild des Hauses ist der „Blackbox Burger“, ein wuchtiger Sattmacher mit einem mit Käse gefüllten Patty, Schmorzwiebeln, Gewürzmantel, Speck, Spiegelei und kräftiger BBQ-Soße für 7,90 Euro. Fast noch besser aber sind die Spezial-Varianten, die es von Zeit zu Zeit gewissermaßen als Angebot der Woche gibt. Neulich war das zum Beispiel ein sensationeller Surf’n’Turf-Burger mit Riesengarnelen und Tatarsoße auf dem Patty. Auch der war etwas schwierig zu essen, war den stolzen Preis von 8,90 Euro aber trotzdem wert.

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