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Bistum Limburg Ende der Geduld unter Frankfurter Katholiken

Bis in der katholischen Kirche Kritik an der Führung in Unterschriftenaktionen laut wird, muss einiges passieren. Nun meldeten sich Hunderte Gläubige im Frankfurter Haus am Dom nach dem Hochamt zum Bartholomäusfest zu Wort.

© Fricke, Helmut Vergrößern Erfährt im Streit mit dem Bischof viel Zuspruch von Gläubigen: Johannes zu Eltz, Frankfurter Stadtdekan

Bis in der katholischen Kirche Kritik an der Führung in Unterschriftenaktionen laut wird, muss einiges passieren. So wie im Bistum Limburg. In Frankfurt war es am Sonntag so weit: Viele wollten nach dem Hochamt zum Bartholomäusfest, dem Hauptfest der Stadtkirche, im Haus am Dom einen offenen Brief an Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst unterschreiben. Bis zum Ende des Festes mit der Vesper waren es mehr als 500. Ein klares Signal. Auch andere Bezirke haben Interesse an dem Brief geäußert. Die Geduld im Kirchenvolk scheint ein Ende zu haben.

Stefan Toepfer Folgen:  

Auslöser für die Aktion war der jüngste Konflikt zwischen Stadtdekan Johannes zu Eltz und Tebartz-van Elst. Eltz sieht sich vom Bischof zum Rücktritt aufgefordert, was dieser nicht so gemeint haben will. Im Bistum ist aber mehr im Argen. Der Brief spricht von „Vertrauenskrise“ und nötiger „ehrlicher Information“. Der Bischof wird dringend gebeten, alles zu tun, dass Vertrauen zurückgewonnen werden könne, und anzuerkennen, dass bei aller Loyalität Kritik nicht verboten sein könne.

„Waren mit Kamphaus auf gutem Weg“

Als Christoph Hefter, der Vorsitzende der Stadtversammlung der Frankfurter Katholiken, am Ende des Festgottesdienstes dazu den Text verlas und einlud, sich an der Aktion zu beteiligen, wurde er mehrfach von Applaus unterbrochen, etwa als er unterstrich, dass die synodalen Gremien hinter Eltz stünden.

Viele wollen diese Solidarität mit ihrer Unterschrift ausdrücken: Das sei wichtig, sagen eine Katholikin aus St. Bernhard und ein Katholik aus St. Bonifatius. Eltz’ Vorvorgänger Klaus Greef betont die Loyalität des Stadtdekans mit dem Bischof, aber auch er unterschreibt, um Eltz zu unterstützen. „Wir waren mit Bischof Kamphaus auf einem guten Weg“, sagt ein Katholik aus Nied. „Die Laien wurden mitgenommen. Und jetzt?“ Eine Frau aus St. Christophorus meint, der Bischof nehme seine Herde nicht ausreichend wahr, eine Gemeindereferentin aus dem Nordwesten der Stadt fordert - nach dem Beispiel von Papst Franziskus - mehr Bescheidenheit.

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Der Stadtdekan zeigt sich glücklich ob der Unterstützung, schon durch die Präsenz vieler Priester sowie Gemeinde- und Pastoralreferenten im Gottesdienst - aber auch darüber, dass der offene Brief jenseits des Konflikts zwischen ihm und dem Bischof wichtige Themen benenne. „Der Text ist konstruktiv.“ Wie geht es nun weiter? „Der Schwebezustand muss beendet werden“, sagt der Mann aus Nied. Ein Katholik aus St. Josef in Bornheim meint: „Dem Bistum droht die Spaltung.“ Eine düstere Prognose.

Der Offene Brief der Frankfurter Katholiken

In Frankfurt formiert sich Widerstand der Katholiken gegen den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst. In einem offenen Brief wird der Führungsstil des Kirchenmannes kritisiert, Hunderte haben bereits unterschrieben. dpa dokumentiert den Brief:

„Sehr geehrter Herr Bischof!

Mit großer Sorge sehen wir, dass sich die Vertrauenskrise im Bistum Limburg immer weiter zuspitzt. Wir teilen die Auffassung der Priester im Hofheimer Kreis und vieler hauptamtlicher Mitarbeiter/innen im Bistum, dass die Zukunft unseres Bistums in hohem Maße gefährdet ist. Die Bistumsleitung muss umgehend einen anderen Weg einschlagen, will sie die katholische Kirche in unserem Bistum und darüber hinaus glaubhaft und glaubwürdig vertreten. Vertrauen kann nur wieder entstehen, wenn es eine umfassende, ehrliche, schonungslose Information über alle in die Kritik geratenen Vorgänge in der Bistumsleitung gibt.

Wir - die Unterzeichnenden (Mitglieder der Stadtversammlung der Frankfurter Katholiken, des Stadtsynodalrates Frankfurt, hauptamtliche Mitarbeiter/innen und Priester sowie Frankfurter Bürger) - bitten Sie deshalb dringend, alles dafür zu tun, dass verloren gegangenes Vertrauen zurückgewonnen werden kann. Wir bitten Sie auch, anzuerkennen und zu respektieren, dass die von Ihnen zu Recht eingeforderte Loyalität nicht heißen kann, dass Widerspruch und Kritik verboten sind. Gerade die Sorge um unser Bistum gebietet zwangsläufig, Fehlentwicklungen zu benennen und auf Änderung hinzuwirken.“ (dpa)

Quelle: F.A.Z.

 
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