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Bistum Limburg : Bischofsbrief weckt Erwartungen: „Werden genau hinschauen“

  • Aktualisiert am

Im Bistum Limburg werden derzeit viele Briefe geschrieben, einer davon beinhaltet Kritik an der Amtsführung des Bischofs. Nun hat der Oberhirte ebenfalls geschrieben. Für einige ist das ein wichtiger erster Schritt. Jetzt wird auf Taten gewartet.

          Der umstrittene Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst hat sich Zeit damit gelassen, selbst das Wort zu ergreifen. Ein Protestbrief gegen seine Amtsführung kursiert bereits gut eine Woche im Bistum, als der katholische Oberhirte am vergangenen Wochenende ebenfalls ein Schreiben veröffentlicht. Es geht darin vor allem um Vertrauen, um das der 53 Jahre alte Geistliche bittet. Er räumt auch Fehler ein, wirbt um den gemeinsamen Dialog und kündigt mehr Offenheit an. Nun wartet das unzufriedene Kirchenvolk auf konkrete Taten.

          Für den Dekan im Bistums-Bezirk Hochtaunus, Pfarrer Paul Lawatsch, war es „höchste Zeit“, dass der Bischof ein Zeichen setzt. „Der Brief ist ein wichtiger Schritt, den Menschen und Gemeinden entgegenzukommen“, sagt er. Ein kleiner Teil des Ärgers sei damit verpufft. Doch nun müssten die kommenden Gespräche zeigen, wie es weitergehen könne.

          3500 von 650.000

          Autoritärer Führungsstil, zu viel Prunk in Gottesdiensten und Verschwendung auch in anderer Hinsicht: Das sind die Vorwürfe, denen sich der Nachfolger des früheren Limburger Bischofs Franz Kamphaus ausgesetzt sieht. Unter anderem geht es um die explodierenden Kosten für den neuen Bischofssitz sowie um einen Erste-Klasse-Flug nach Indien. Im letzteren Fall ermittelt die Staatsanwaltschaft Hamburg wegen Äußerungen des Bischofs zur Sache.

          In seinem Schreiben appelliert der Oberhirte nun an das Kirchenvolk: „Lassen Sie uns aufeinander zugehen!“ Und: „Ich schätze Ihre skeptischen und kritischen Fragen. Aber mehr noch brauche ich Ihr Vertrauen. Wo nur noch Verdacht und Misstrauen regieren, kann keine christliche Gemeinschaft lebendig werden.“

          Wie nötig Gespräche sind, zeigt schon die Zahl der Unterschriften, die seit gut einer Woche für den offenen Protestbrief gesammelt werden: Bislang haben nach Angaben der Frankfurter katholischen Stadtkirche etwas 3500 Menschen unterschrieben. Zwar leben im von Frankfurt bis zum Westerwald reichenden Bistum rund 650.000 Katholiken, aber solch eine greifbare Sammlung kritischer Stimmen hat Seltenheitswert in einer Diözese.

          Der Brief zur bischöflichen Amtsführung hatte von der Mainmetropole aus seinen Weg in die Gemeinden gefunden, auch in den Bezirk Hochtaunus. Die Bezirksversammlung hier hat am Wochenende ebenfalls einen Text geschrieben, voller Sorge, welche Auswirkung die Krise vor Ort hat. Denn der Bezirk organisiert das Kreuzfest, das kommende Woche als eine Art kleiner Kirchentag in Königstein im Taunus gefeiert wird.

          „Wer prüft zum Beispiel die Finanzen?“

          Es soll ein „fröhliches Fest des Glaubens“ werden. Angesichts der Lage sei das aber eine Herausforderung, schreibt die Versammlung. „Wir erwarten, dass die Bistumsleitung zum Gelingen unseres gemeinsames Festes beiträgt, indem sie kurzfristig die offenen Fragen transparent und umfassend beantwortet und deutliche Zeichen der Dialogbereitschaft setzt.“

          Zu den offenen Fragen gehört insbesondere diese: Warum wurde der neue Bischofssitz deutlich teurer als geplant? Tebartz-van Elst verspricht in seinem Brief: „Gerne sage ich Ihnen zu, dass alles dafür getan wird, um diese Fragen klipp und klar zu beantworten.“ Die kritischen Geister in seinem Bistum werden ihn daran messen.

          „Die Menschen werden jetzt sehr genau nachfragen“, sagt der katholische Bezirksreferent im Hochtaunus, Christoph Diringer. „Wer prüft zum Beispiel die Finanzen, bis wann, geschieht das unabhängig? Da wird man sehr genau hinschauen.“

          Quelle: LHE

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