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Der Lokaltermin : Quiche und Craft Beer

Willkommen in den Sechzigern: das „Schönhauser“ im Stadtteil Gallus in Frankfurt. Bild: Wonge Bergmann

Die Sixties-Welle schwappt durchs Frankfurter Gallus. Das Bistro „Schönhauser“ lässt das Jahrzehnt aufleben - mit zeitgemäßer Karte. Mainstream ohne Frage, aber der von der guten Sorte. Der Lokaltermin.

          Trends beginnen als Zwerge und enden als Giganten. Sie kommen aus dem Untergrund und werden dann zum Massenphänomen. Bärte zum Beispiel. Am Anfang waren es nur ein paar ganz hippe Typen, die sich ihr Gesichtshaar wachsen ließen wie kanadische Holzfäller - inzwischen sind rasierte Männer fast schon in der Minderheit. Nicht anders ist es mit der Sixties-Mode in der Möbelbranche. Am Anfang waren es nur ein paar abgefahrene Designer, die mit schwungvollem Retro-Stil auf sich aufmerksam machten. Dann wurden die ersten Wohnzimmer, Hotels und Restaurants mit Nierentischen, verchromten Bogenlampen sowie Stühlen und Sesseln mit sich verjüngenden Beinen eingerichtet. Und jetzt schwappt die Sixties-Welle sogar durch das Gallus.

          Peter Badenhop

          Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

          Das Lokal an der Ecke von Frankenallee und Hufnagelstraße, dass einst als „Weingeist“ ein bisschen Gastlichkeit in das rauhe Viertel brachte, ist vor ein paar Monaten das „Schönhauser“ gezogen. Und mit ihm die Sechziger. Tapeten, Lampen, Tisch, Stühle: Vieles in dem hellen, sympathischen Bistro-Café mit seiner schönen Terrasse hat den Charme des aktuellen Trend-Jahrzehnts. Nur das Angebot an Speisen und Getränken ist ganz zeitgemäß, auf der kleinen Karte sind praktisch alle aktuellen Bistro-Lieblinge zu finden: vom Flammkuchen Elsässer Art (7,90 Euro), über ein paar - wirkliche gute - Burger-Varianten (8,90 bis 12,90 Euro) bis zur Grie Soß mit vier halben Eiern (9,90 Euro). Dazu gibt es ein paar anständige Weine und - natürlich - Craft-Beer.

          Moderner Mainstream - aber in gut

          Unbedingt zu empfehlen ist die hausgemachte Quiche, die es mit Grillgemüse oder mit Schinken, Schafskäse und Spinat gibt (5,90 und 6,90 Euro). Richtig gut ist auch das „Schönhauser-Tonnato“ (10,90 Euro), eine Vitello-tonnato-Version mit etwas dicker geschnittenen Roastbeef-Scheiben und einer feinen, pikanten Thunfischcreme auf Rucola-Salat. Das ist moderner Mainstream - aber gut gemacht, nett präsentiert und ohne viel Theater auf die Tische gebracht. Morgens servieren die Inhaber Michael Strübing und Gerald Hammerschmidt, die zuvor eine Kaffeebar im Nordend betrieben haben, außerdem Frühstück (sonntags Buffet für 13,50 Euro); mittags gibt es immer ein paar Gerichte im Angebot und am Nachmittag Kaffee und Kuchen. Und das alles zu reellen Preisen und mit großer Freundlichkeit. Waren so die Sechziger? Wenn ja, dann ist es kein Wunder, dass sie wieder in Mode sind.

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