Home
http://www.faz.net/-gzg-74gep
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Bildungswesen Die Industrie fordert die Betonung der Naturwissenschaften

Nachwuchssorgen machen den Unternehmen in der hessischen Metallindustrie zu schaffen. Besonders gefragt sind Akademiker. Die Naturwissenschaften sollten bereits in der Schule eine größere Priorität aufweisen.

© dpa Berufe wie Bioingenieurin, hier am Fraunhofer-Zentrum für Chemisch-Biotechnologische Prozesse, bieten Frauen neue Optionen.

Die hessische Metallindustrie hat einen besseren naturwissenschaftlichen Unterricht in den Schulen verlangt. In den Jahrgangsstufen 5 und 6 müsse ein zusätzliches, fächerübergreifendes Fach „Naturphänomene“ eingeführt werden, erklärten Vertreter des Verbandes Hessenmetall am Montag bei einer Ausbildungsmesse für technisch-mathematische Berufe (MINT) in Rüsselsheim. Zudem müsse die mit 40 Prozent viel zu hohe Abbrecherquote in den entsprechenden Studiengängen gesenkt werden. Die Hochschulen müssten ihre starren Erwartungen an die Studenten aufgeben und den Zugang erleichtern, verlangten Hauptgeschäftsführer Volker Fasbender und Opel-Personalvorstand Holger Kimmes.

Laut einer Umfrage von Hessenmetall beklagen 90 Prozent der Unternehmen in der größten Industriebranche Metall & Elektro einen Fachkräftemangel auf allen Ebenen der naturwissenschaftlich- technischen Berufe. Am schwierigsten seien Akademiker zu finden, gefolgt von den allgemeinen Fachkräften. Bei den Auszubildenden verschärfe sich die Situation gerade. Es gebe allgemein zu wenig Bewerber. Bislang hatten sich die Betriebe meist über fehlende Qualifikationen der Kandidaten beschwert.

Mehr zum Thema

Auch das Handwerk klagt über die schwindende Zahl geeigneter Bewerber. Aktuell sei die Zahl der neuen Lehrverträge um 4,1 Prozent auf rund 10 500 zurückgegangen. Neben der allgemein ungünstigen demografischen Entwicklung gebe es anteilig zu wenige Absolventen von Haupt- und Realschulen, erklärte Geschäftsführer Harald Brandes am Montag in Wiesbaden. „Der Wettbewerb zwischen den Wirtschaftsbereichen um die besten Köpfe wird härter“, stellte er fest. Dabei hätten Haupt- und Realschüler die besten Chancen im Handwerk. Das müsse auch die zentrale Botschaft zur Schulwahl werden.

Quelle: faz.net mit LHE

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Ausbildungsmesse in Frankfurt Lieber an den Meister denken als an den Master

Weniger Schüler, mehr Studenten: Betriebe müssen sich etwas einfallen lassen, um genügend Lehrlinge zu finden - Beispiele aus Hessen und Rhein-Main. Mehr Von Florentin Schumacher

25.06.2015, 13:11 Uhr | Rhein-Main
Spektakuläres Naturphänomen Sandsturm im Irak

Ein Sandsturm ist über die irakische Stadt Falludscha gezogen. Amateuraufnahmen zeigen, wie die Sandwolke den Tag verdunkelt. Mehr

29.05.2015, 07:26 Uhr | Gesellschaft
Wenn nur das Abitur zählt Diese dummen Bildungsfatalisten

Außer dem Gymnasium kommt für die meisten Eltern gar keine andere Schule mehr für ihre Kinder in Frage. Dabei könnten die Realschulen eine wichtige Aufgabe erfüllen. Aber sie selbst haben ihre Stärke vergessen. Mehr Von Uwe Ebbinghaus

29.06.2015, 11:51 Uhr | Feuilleton
Flüchtlingspolitik Debatte um Asylverfahren von Bewerbern aus dem Kosovo

Die Migrationsbeauftragte der Bundesregierung fordert, jeder Antrag müsse sorgfältig geprüft werden. Bayerns Innenminister entgegnet, die Anerkennungsquote liege bisher bei nahehzu Null. Mehr

19.02.2015, 14:29 Uhr | Politik
Schulwahl in Hessen Streit über Bevorzugung guter Schüler

Wenn Plätze an Gymnasien fehlen, will die FDP sie auch nach Leistung vergeben. Der Landeselternbeirat ist empört, die Stadt Frankfurt gelassen. Mehr Von Matthias Trautsch, Wiesbaden/Frankfurt

29.06.2015, 17:56 Uhr | Rhein-Main
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 19.11.2012, 14:21 Uhr

Egoistische Motive von Hauseigentümern

Von Oliver Bock

Hausbesitzer in Rüdesheim machen Front gegen den Schutz der Altstadt. Wer aber im sanften Tourismus seine Zukunft sieht, der muss ein gutes Bild abgeben. Eine schöne Altstadt ist ein Pfund, mit dem sich wuchern lässt. Mehr 1 5