http://www.faz.net/-gzg-74gep
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 19.11.2012, 14:21 Uhr

Bildungswesen Die Industrie fordert die Betonung der Naturwissenschaften

Nachwuchssorgen machen den Unternehmen in der hessischen Metallindustrie zu schaffen. Besonders gefragt sind Akademiker. Die Naturwissenschaften sollten bereits in der Schule eine größere Priorität aufweisen.

© dpa Berufe wie Bioingenieurin, hier am Fraunhofer-Zentrum für Chemisch-Biotechnologische Prozesse, bieten Frauen neue Optionen.

Die hessische Metallindustrie hat einen besseren naturwissenschaftlichen Unterricht in den Schulen verlangt. In den Jahrgangsstufen 5 und 6 müsse ein zusätzliches, fächerübergreifendes Fach „Naturphänomene“ eingeführt werden, erklärten Vertreter des Verbandes Hessenmetall am Montag bei einer Ausbildungsmesse für technisch-mathematische Berufe (MINT) in Rüsselsheim. Zudem müsse die mit 40 Prozent viel zu hohe Abbrecherquote in den entsprechenden Studiengängen gesenkt werden. Die Hochschulen müssten ihre starren Erwartungen an die Studenten aufgeben und den Zugang erleichtern, verlangten Hauptgeschäftsführer Volker Fasbender und Opel-Personalvorstand Holger Kimmes.

Laut einer Umfrage von Hessenmetall beklagen 90 Prozent der Unternehmen in der größten Industriebranche Metall & Elektro einen Fachkräftemangel auf allen Ebenen der naturwissenschaftlich- technischen Berufe. Am schwierigsten seien Akademiker zu finden, gefolgt von den allgemeinen Fachkräften. Bei den Auszubildenden verschärfe sich die Situation gerade. Es gebe allgemein zu wenig Bewerber. Bislang hatten sich die Betriebe meist über fehlende Qualifikationen der Kandidaten beschwert.

Mehr zum Thema

Auch das Handwerk klagt über die schwindende Zahl geeigneter Bewerber. Aktuell sei die Zahl der neuen Lehrverträge um 4,1 Prozent auf rund 10 500 zurückgegangen. Neben der allgemein ungünstigen demografischen Entwicklung gebe es anteilig zu wenige Absolventen von Haupt- und Realschulen, erklärte Geschäftsführer Harald Brandes am Montag in Wiesbaden. „Der Wettbewerb zwischen den Wirtschaftsbereichen um die besten Köpfe wird härter“, stellte er fest. Dabei hätten Haupt- und Realschüler die besten Chancen im Handwerk. Das müsse auch die zentrale Botschaft zur Schulwahl werden.

Quelle: faz.net mit LHE

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Häufigste Ausbildungsberufe Warum Jugendliche zu den immer gleichen Lehrberufen greifen

In Deutschland gibt es mehr als 350 Ausbildungsberufe, doch ein Großteil der Bewerber konzentriert sich auf eine enge Auswahl. Da bleibt manche Berufsperle mit guten Perspektiven unentdeckt. Mehr

20.07.2016, 16:14 Uhr | Wirtschaft
Zeitreisende in Frankfurt Der Weg ist nicht das Ziel

Wie nehmen die Menschen das Zeitalter der Beschleunigung in ihrem Alltag wahr? Antworten und Bilder an einem ganz normalen Tag in Frankfurt. Mehr Von Jana Euteneier, Hannah Bethke, Dirk Zimmer

22.06.2016, 17:24 Uhr | Rhein-Main
Arbeitgeber-Attraktivität Wer kennt die Wünsche der Bewerber?

Ein Arbeitgeber-Bewertungsportal hat analysiert, was Stellensuchende über den Bewerbungsprozess denken. Geht es ihnen schnell genug? Sind die Gespräche professionell? In welchem Dax-Konzern funktioniert das Bewerben am besten? Mehr

20.07.2016, 05:04 Uhr | Wirtschaft
Video Bienenhotels: Wo wilde Bienen heimisch werden

Weil der Mensch den natürlichen Lebensraum von Wildbienen immer mehr zerstört, fehlt es den Tieren an geeigneten Brutstätten. Insektenhotels können da Abhilfe schaffen. Mehr Von Dirk Zimmer

22.06.2016, 17:21 Uhr | Rhein-Main
Ursula von der Leyen Bundeswehr soll Flüchtlinge ausbilden

In einem Pilotprojekt bilden Soldaten Flüchtlinge in Handwerk, Technik, Medizin und Logistik aus. Eine andere Aufgabe in der Armee sollen sie vorerst aber nicht übernehmen. Mehr

24.07.2016, 04:27 Uhr | Politik

Es ist etwas faul im System

Von Ewald Hetrodt

Der Bund aber hat seit Januar elf Milliarden Euro mehr eingenommen als im ersten Halbjahr 2015. Deshalb wird er sich schwertun, die Reform des absurden Länderfinanzausgleichs scheitern zu lassen. Mehr 8 25

Abonnieren Sie unsere Rhein-Main Newsletter

  • Newsletter auswählen

    Newsletter auswählen