Home
http://www.faz.net/-gzg-rdto
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Beteiligungen Stadt Frankfurt kauft keine Fraport-Aktien vom Bund

25.10.2005 ·  Die Stadt Frankfurt wird ihren Anteil an der Fraport AG vorerst nicht erhöhen. Nach Informationen dieser Zeitung hat der Bund seine Aktien bereits vor einigen Wochen der Stadt und dem Land Hessen angeboten, doch haben beide Gebietskörperschaften nicht zugegriffen.

Artikel Lesermeinungen (0)

Die Stadt Frankfurt wird ihren Anteil an der Fraport AG vorerst nicht erhöhen. Nach Informationen dieser Zeitung hat der Bund seine Aktien bereits vor einigen Wochen der Stadt und dem Land Hessen angeboten, doch haben beide Gebietskörperschaften nicht zugegriffen. Während das Land Pläne zu einer Aufstockung seiner Beteiligung überhaupt nicht hegt, hatte der Frankfurter Kämmerer Horst Hemzal (CDU) noch im Juni verlauten lassen, der Anteil an dem Betreiber des Frankfurter Flughafens solle "so bald als möglich" erhöht werden. Auf einen Zeitpunkt hatte sich Hemzal indes auch damals schon nicht festgelegt.

Die Bundesregierung hatte bereits vor längerer Zeit angekündigt, ihren Anteil an dem Konzern, der neben dem Frankfurter Flughafen noch einige weitere in verschiedenen Ländern betreibt, verkaufen zu wollen. Auch dies war allerdings nicht terminiert worden. Offenbar wird dies aber nun vom Finanzministerium trotz der Bundestagswahl und der Schwierigkeiten bei der Regierungsbildung vorangetrieben.

Seit die Verkaufspläne aus Berlin zu vernehmen waren, besteht in Frankfurt der Plan, die städtische Beteiligung von 20,5 auf 25,1 Prozent aufzustocken. Die Stadt hätte dann eine Sperrminorität, also größere Einflußmöglichkeiten als bisher. Jedoch verfügt der Kämmerer nicht ohne weiteres über die Mittel, um die zusätzlichen Aktien zu kaufen. Hemzal hatte denn auch schon im Sommer geäußert, der Kauf müsse nicht zwingend aus dem städtischen Haushalt finanziert werden. Vielmehr werde die Stadtwerke-Holding, die vollständig im Besitz der Kommune ist, Aktien zukaufen. Das hessische Innenministerium, das im Falle Frankfurts als Kommunalaufsicht tätig ist, hatte sich allerdings angesichts der angespannten Haushaltslage der Mainmetropole schon im vergangenen Jahr skeptisch über das Vorhaben geäußert.

Zur Zurückhaltung der Stadt mag auch beigetragen haben, daß die Wertpapiere in letzter Zeit teurer und teurer geworden sind. Eine Fraport-Aktie notierte gestern bei knapp 40 Euro, vor Jahresfrist hatte der Kurs noch bei 29 Euro gelegen. Das Unternehmen Fraport selbst ist an einem möglichst hohen Streubesitz interessiert, weil eine hohe Liquidität zu einem weiteren Kursanstieg führen könnte. (mak.)

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel

Perspektivlosigkeit ist Gift

Von Rainer Schulze

Die Zukunft der Wohnungsbaugesellschaft Nassauische Heimstätte ist unklar. Das Land will sich von der Beteiligung trennen - Frankfurt hat die Hand gehoben. Eine Entscheidung tut not. Mehr